Wählen Sie die wichtigste Figur der Schweiz

Die Kritik hatten wir natürlich erwartet: Warum so wenige Frauen? Wer im Jahr 2017 eine Liste wichtiger Persönlichkeiten präsentiert, soll gefälligst Ausgewogenheit schaffen! Dies die gängige Meinung. Das Problem ist nur: Wir schreiben hier über Geschichte. Aber wir machen sie nicht. Und es lässt sich einfach nicht wegdeuten, dass unsere Vorfahren wenig Sinn für Diversity hatten; dass die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz bis vor sehr, sehr kurzer Zeit (historisch gesehen) drastisch beschnitten wurde in den Möglichkeiten: in Machtfragen, in der Wirtschaft, Wissenschaft, selbst im kulturellen Ausdruck. So drastisch, dass sie das Land zu wenig mitsteuern konnte.

Ohnehin bleiben solche Listen «grosser Menschen» immer subjektiv, weshalb wir Sie seit Samstag um weitere Vorschläge gebeten haben. Die Frauen, die dabei empfohlen wurden, sind meist Zeitgenossinnen und noch lebende Persönlichkeiten (aus den naheliegenden Gründen). Aber eben: Damit wir nicht in den Tiefen heutiger Politkämpfe landen, lassen wir Lebende für einmal draussen – hier geht es um grosse Verstorbene.

Eine Zeit davor, eine Zeit danach

Weiter wirkten viele der vorgeschlagenen grossen Schweizerinnen im kulturellen Bereich. Mehrfach nominiert wurden etwa Sophie Taeuber-Arp, Meret Oppenheim, Trudi Gerster oder Iris von Roten. Womit wir umgehend beim zweiten Kritikpunkt sind: Weshalb so wenige Künstler, Schriftsteller, Kulturschaffende? Antwort: Weil die Sache hier diffuser ist. In der Physik gibt es eine Zeit vor Einstein und eine Zeit nach Einstein, in der Mathematik eine Zeit vor Leonhard Euler und eine Zeit danach; in der Politik haben wir 1848 wirklich einen Bruch mitsamt Verantwortlichen, und wer die Menschenrechte als speziell wertvollen Sprung unserer Zivilisation empfindet, wird die Gründung des Roten Kreuzes als Meilenstein würdigen. Also auch Gründer Henri Dunant.

Heidi-Erschafferin und Schriftstellerin Johanna Spyri (1872). Foto: Keystone

In den Künsten jedoch gelingt es weitaus seltener einem vereinzelten Menschen, die Seh- und Hörweisen oder Empfindungen seiner Zeit umzufärben, einen Wandel auszulösen. Man redet hier denn auch eher von Strömungen, Schulen, Richtungen, Zeitgeist. Gewiss, hin und wieder gibt es auch da Meister mit buchstäblich historischer Wirkung. Die Italiener würden wohl ihren Michelangelo aufführen, die Spanier ihren Picasso, die Kolumbianer ihren García Márquez. Aber wer wären in der Schweiz vergleichbare Solitäre?

Viele oder keiner

Wer jedenfalls verlangt, dass Sophie Taeuber-Arp oder Meret Oppenheim auf eine 25er- oder 30er-Liste der Schweizer Geschichtsfiguren gesetzt werden, muss auch Alberto Giacometti, Jean Tinguely und HR Giger vorbringen, ferner Hodler und Johann Heinrich Fuessli, vielleicht auch Segantini, Valloton und Anker, dann Hans Holbein, schliesslich Dürrenmatt, Frisch, Keller, Gotthelf, Ramuz, Walser, Hesse, Spitteler … Und am Ende stünden wir vor der Frage: Bei wem soll man denn da sein Kreuzchen setzen? Wenn wir ehrlich sind: entweder bei vielen oder keinem.

Es liesse sich jedenfalls kaum rechtfertigen, stattdessen Frauen wie Annemarie Schwarzenbach oder die Reiseautorin Isabelle Eberhardt aufzulisten, beim grössten Respekt vor ihren Leistungen. Wir würden sie dadurch ja zu Alibi-Frauen degradieren.

Eine dritte Gruppe von Leserinnen und Lesern brachte herausragende Spezialisten eines Fachgebiets vor – etwa Eugen Huber, den Verfasser des Zivilgesetzbuches; Leonhard Euler, den Mathematiker; oder Fritz und Paulette Brupbacher, die Sexualaufklärer. Andere empfahlen regionale Figuren, und hier finden sich ebenfalls faszinierende Nennungen: Emilie Lieberherr, die Zürcher Stadträtin und Entstauberin der Drogenpolitik; Guglielmo Canevascini, Tessiner SP-Regierungspatron und antifaschistischer Vorkämpfer; Johann W. F. Coaz, ein massgeblicher Gebirgstopograf und Forstpolitiker aus dem Bündnerland. Aber wenn es darum geht, tragende Geschichtsfiguren zu benennen, so sollten diese doch wohl landesweit ausgestrahlt haben oder internationalen Ruhm einheimsen – oder aber eine Nachwirkung haben, welche ihre Leben und folgende Generationen überspannte.

Für wen gilt das also noch? Fünf Namen würden wir auf Ihre Anregung hin gern neu aufnehmen:

  • Gottlieb Duttweiler (1888–1962), den Gründer der Migros, Mann des sozialen Kapitals, ein Revolutionär unserer Einkäufe.
  • Marie Goegg-Pouchoulin (1826–1899), die Pionierin der Frauenrechte und Gründerin der ersten internationalen Frauenorganisation.
  • Else Züblin-Spiller, (1881–1948), die Sozial- und Gesundheitspolitikerin sowie Gründerin eines Unternehmens, das bis heute jeder kennt: der SV Group.
  • Alberto Giacometti (1901–1966), jener moderne Bildhauer, dessen Wertschätzung mit zunehmendem Abstand stetig zu steigen scheint, und zwar weltweit.
  • Jeanne Hersch (1910–2000), die wichtigste Philosophin der Schweiz.
  • Max Frisch (1911–1991) & Friedrich Dürrenmatt (1921–1990): Die erst befreundeten, dann zunehmend entfremdeten Literaten, welche zu Giganten der deutschen Nachkriegsliteratur wurden.

74 Kommentare zu «Wählen Sie die wichtigste Figur der Schweiz»

  • Isabel Baumberger sagt:

    Dass Iris von Rothen kurzerhand als „Kulturschaffende“ abgebucht und unerwähnt bleibt, ist empörend! Sie hat sich wie kaum jemand sonst für Gleichstellung und Frauenstimmrecht eingesetzt – und wurde dafür geächtet, nicht zuletzt von bürgerlichen Frauen.
    Und ja, die Feminismus-Diskussion ist extrem langweilig. Aber solange Frauen immer noch deutlich weniger als Männer verdienen, dafür aber den allergrössten Teil der unbezahlten Arbeit leisten und in allen politisch und wirtschaftlich relevanten Bereichen massiv untervertreten sind, muss die Diskussion leider weitergehen. Wer sich langweilt, soll sich für Gleichstellung einsetzen – oder die Klappe halten.

  • Luisa Haltner sagt:

    Dass die Frauen „nirgends“ sind, ist logisch. Bis 1911 hatten Sie Lern- und Denkverbot – staatlich verordnet! Studieren wer ihnen verboten. Und die erste Studentin an der eurpaweit fortschrittlichsten Uni war 1911 ein Russin, die Jurisprudenz gnädigerweise studieren durfte.
    Wundert sich noch jemand, dass Frauen in der Oeffentlichkeit unerwünscht sind, bis heute?! Männer haben immer noch Panik, wenn eine „Studierte“ auftaucht.
    Die gleiche Panik, die sie beim Frauenstreik schoben: Bubi hat Angst, dass er seine Socken ev. selber waschen muss.
    Frauen, vergesst die Berühmtheiten. Es sind tatsächlich nur Figuren!!

  • Gerhard G. Springer sagt:

    General Henri Dufour forderte im Sonderbundskrieg von seinen Truppen: Behandelt unsere Gegner (die Konservativen) so, dass wir nachher gemeinsam mit ihnen einen Staat gründen können!

  • Doris Poljsak-Kane sagt:

    Interessant , dass min. 50% der obigen Namen keine Schweizer-Innen sind, sondernd Irländer St.Gallus, Franzosen, Deutsche ,etc., die massgeblich an der Geschichte, Industrialisierung , Wissenschaft beteiligt waren. Sich mit fremden Federn schmücken, aber sonst gegen „Masseneinwanderung“ sein, passt nicht so zusammen. 750.000 AuslandschweizerInnen können vielleicht am Image der Schweiz noch verbessern.

  • Bruno Froehlich sagt:

    Habe nun alle Kommentare von A bis Z gelesen, habe mich schon beim Beitrag gefragt, kann ueberhaupt eine befriedigende Auswahlliste erstellt werden, und nun, ich bin ganz einfach unschluessig ob lachen oder weinen angebracht zum vorlaeufigen Ergebnis, der Bestaetigung, dass die Liste niemals Zustimmung aller findet, die nicht tot zu kriegende Frauendiskussion gar befeuert. Im 19.Jh. geboren, im 21.Jh. noch immer munter den Loeffel bewegend, frage ich mich, warum es Naturvoelker schafften den Frauen einen Status zu geben, es muss ja nich das Matriarchat sein, aber auch nicht das Patriarchat, scheint mir in der CH mit UHU festgeklebt in gewissen Koepfen. Die Umfrage sinnlos daher ? Nein, nur Diskussion bringt millimeterweise Veraenderung; in allen Lebensbereichen.

  • Werner Baltensperger sagt:

    Anna Göldi. Sie wurde als letzte Hexe vom evangelischen Glarner Rat unter vorgängiger Folter am 13.6.1782 zum Tod durch das Schwert verurteilt. Für dieses Justizirrtum sollten wir uns schämen und Anna Göldi auch heute noch um Verzeihung bitten.

    • Bruno Froehlich sagt:

      Schaemen fuer die Altvorderen ? Wie verzeihen Sie Toten ? Vielleicht treffen Sie Anna im Himmel. Wenn, dann sagen sie ihr, ich bin auch der Meinung sie war keine Hexe wie viuele andere. Jagd und Ende nicht akzeptabel. In die Galerie der verdienstvollen Personen gehoert sie aber nicht. Es gab keine ueberragende Lebensleistung. Heute wuerde man sagen, sie fuehrte ein „normales“ Leben.

    • Röschu sagt:

      So tragisch und schrecklich die Geschichte von Anna Göldin auch ist, so hat sie auf der Liste der verdienstvollsten SchweizerInnen doch nichts zu suchen. Oder etwas flappsiger ausgedrückt: Sich hinrichten lassen ist keine Leistung.

  • jean gerber sagt:

    hans Schwarz, journalist – schriftsteller, redaktor seiner Zeitung: Schwarz auf Weiss, historiker, mlitaer-attache und gruender der stiftung fuer das pferd, gehoert unbedingt in die liste, beruehmte schweizer !

  • David Vogelsanger sagt:

    Meine 30: Wilhelm Tell, Werner Stauffacher, Adrian von Bubenberg, Niklaus von Flüe, Huldrych Zwingli, Heinrich Bullinger, J.R. Wettstein, J.C. Lavater, Heinrich Pestalozzi, B. de Saussure, G.H. Dufour, Albert Bitzius (Gotthelf), Ulrich Ochsenbein, Alfred Escher, Jakob Dubs, Gottfried Keller, Hans Herzog, Ferdinand Hodler, Theophil von Sprecher, Robert Grimm, Max Huber, Jean Piaget, Henri Guisan, Jakob Huber, Gertrud Kurz, Karl Barth, Paul Scherrer, Walter Bringolf, Gottlieb Duttweiler, Christoph Blocher

  • Hund Dietmar sagt:

    Da hätte ich gerne mehr angekreuzt, aber da nur eine(r) der Kandidaten/innen ausgewählt werden durfte, blieb mir nur diejenige Person in besonderer Erinnerung, welche in der jüngeren Geschichte der Schweiz besonders hervortrat und uns vor ungeheuren Problemen bewahrte – Henri Guisan – Die Meisten sehen in seiner Person einfach den General des zweiten Weltkrieges. Man streitet bis heute über seine militärische Strategie. Aber, er bewahrte uns vor der gänzlichen Anpassung, oder gar Eingliederung in die Deutschen Ziele der Nazis und dies trotz massiven Drucks von Seiten einiger Militärs und einflussreicher Bürger. Nicht auszudenken, wie die Schweiz nach dem Krieg in den Augen der Alliierten gestanden hätten. Vielleicht mit einer Besetzung durch die Alliierten, vielleicht mit Restriktionen !

    • Bruno Froehlich sagt:

      Lieber Diedtmar Hund, der im Volk beliebte General staerkte mit seinem Ruetli Rapport den Willen der Soldaten, schuf Vertrauen bis ins Volk. Guisan wird auch mit dem Reduit, dem grossen Mythos, in Verbindung gebracht. Das Reduit war erst 1943 einigermassen ausgebaut, haette Hitler Angriff auf CH gewollt, alles viel zu spaet. Ob es standgehalten haette wird man nie beantworten koennen. Nicht Guisan ist der „Retter“. Es ist die Diplomatie die mit den Nazis geschickt operierten, z.B. Transportzuege durch den Gotthard zuliessen. Das Verdienst vom „Heiri“ ist, er hielt die Moral der Schweizer in schweren Zeiten hoch, hatte viel Kontakt zu der Bevoelkerung. Die 5. Kolonne und einige politische Scharfmacher kamen nicht zum Zug. Bern operierte verschwiegen hervorragend.

  • myimage sagt:

    Ernsthaft jetzt? Ihr habt HR Giger nicht in die Liste aufgenommen??? Einer der wenigen Schweizer der wirklich weltweit bekannt und geschätzt ist und das in allen Schichten und Altersbereichen???? Wie traurig für euer Land!

  • Martin sagt:

    Schade, dass diese ganze Geschichte zu einem feministischen Kampf verkommt. Es gibt viele Frauen, weltweit, die geehrt wurden. Aber wer geehrt werden will, der muss auch was aussergewöhnliches leisten. Schriftstellerinnen? Ich meine ja nur, aber Goethe und Schiller haben die Epoche der Klassik geprägt. Nur weil eine Frau ein paar Bücher geschrieben hat, von denen ich noch nie was gehört habe, muss sie nicht gleich in den Himmel gehoben werden. Es fehlt nicht nur Euler, sondern auch einer der Bernoulli Mathematiker. Einstein kann man irgendwie weglassen. Ich finde ihn neben Newton und anderen Physikern einfach zu unbedeutend. Und Herr Hoffmann war wohl mehr, als bloss der LSD Erfinder.

    • Valentina Lehman sagt:

      @Martin: Langweilt Sie die alte Leier „feministischer Kampf“ nicht? Die Liste oben ist wirklich nicht ganz verständlich. Was hat Bruder Klaus gemacht, ausser in den Bergen zu chillen? Ausserdem, die meisten Frauen hatten jahrhundertelang kaum Chancen überhaupt etwas zu leisten. 1. Es fehlten Schulbildung und Rechte, und damit war die Benachteiligung programmiert. 2. Goethe, Einstein etc. haben Aussergewöhnliches gemacht. Aber sie hatten Mütter, Schwestern und Ehefrauen, die sich um sie kümmerten. Das heisst, Goethe hatte Zeit, Dramen zu schreiben und musste nicht darüber nachdenken, wann er die Wäsche wäscht. 3. Warum erwähnen Sie nicht all die Männer, die zwar viel, aber nichts Aussergewöhnliches geleistet haben, obwohl sie die Zeit gehabt hätten und jemanden, der sich um sie kümmerte?

      • Martin sagt:

        @Lehman: Doch, die alte Leier „feministischer Kampf“ langweilt mich, sogar sehr! Genau aus Grund 1. Deswegen gibt es auch kaum etwas von Frauen aus dieser Zeit zu berichten. 2. Zu jener Zeit hatten Schriftsteller oft noch Gönner. Meist Könige oder Adelige, welche sie mit Kost und Logie entlohnten, während sie sich ihrer Arbeit widmeten. (Was auch in der Musik so; bspw. Mozart). 3. Weshalb sollte ich diese Männer erwähnen? Es geht um bahnbrechende Ideen, neue Errungenschaft usw., da muss der gemeine Mann/ Frau nicht erwähnt werden. Mich erwähnt auch nie jemand irgendwo. Wieso? Weil ich bis jetzt noch nichts aussergewöhnliches geleistet habe in den Augen der Gesellschaft.

  • Lionel Scheffer sagt:

    Calvin war ein pathologischer Massenmörder und Zwingli ein n.otorischer Täufer-Ersäufer. Sie sind trotzdem im Himmel.

    • Martin sagt:

      @Scheffer: Das kann man wohl auch von vielen Kardinälen und Bischöfen sagen (Stichwort: Inquisition). Auch was französische Könige mit den Hugenotten trieben, war nicht ganz gewaltfrei. Das gute an der Reformation war, die gleichzeitige Bibelübersetzung, was dazu führte, dass die Bürger a. selber lesen konnten, was in der Bibel steht und b. die Priester so nicht mehr alles mit der Bibel begründen konnten. Früher galt Latein als die Sprache der Gebildeten. Es gibt heute noch Lateiner, die meinen sie wären was besseres, bloss weil sie eine ausgestorbene Sprache beherrschen.

  • Elisabeth Keller sagt:

    Wie wäre es mit einer ausschliesslichen liste von frauen, die schweizer geschichte gemacht haben? Das männerzentrierte geschichtsbild und die ‚argumente‘ des ‚historikers‘ ist nur mehr peinlich! Es gibt in der schweiz eine vielzahl von pionierinnen, die sich für die gesellschaft engagiert haben, sei es politisch, sozial, kulturell, künstlerisch! Z.b. Iris von roten, antoinette quinche, marie heim-vögtlin, meta von salis, emily kempin-spyri, emilie lieberherr, annemarie rey, alma bacciarini, und und und….

    • Martin Frey sagt:

      @Keller
      Das wäre doch mal ein guter, konstruktiver Vorschlag, anstatt andere als ‚peinlich‘, ewiggestrig oder was auch immer zu betiteln.
      Nur müsste man die Liste dann anders benennen:
      ‚Die wichtigsten Schweizer Frauen‘
      Persönlich wäre ich gespannt auf die Namen, und wie sich die 30er Liste zusammensetzen würde…

      • Jessica Meier sagt:

        Frauengeschichte findet leider noch heute kaum Eingang in die allgemeine Geschichte. Erscheint ein Buch über Männer, ist es allgemeine Geschichte. Erscheint ein Buch über Frauen, ist es Frauengeschichte. Der Tagesanzeiger könnte deshalb mit gutem Beispiel voran gehen und ein Zeichen dafür setzen, dass Frauen genauso Teil der allgemeinen Geschichte sind wie Männer, und zwar mit einer Liste, die ebenso viele Frauen aufführt wie Männer.

      • Martin Frey sagt:

        „…die ebenso viele Frauen aufführt wie Männer.“
        Sie machen denselben Fehler wie alle Frauen, die sich bis dahin äusserten, dass Sie, Frau Meier eigentlich implizit eine Quotenregel fordern. Dann aber geht es nicht mehr um die individuelle Leistung der Person, sondern nur noch darum, eine fixe Anzahl Listenplätze mit Namen zu füllen. Das ist ok so, dann muss man das aber auch so benennen.
        Aber nochmals, füllen Sie doch bitte mal eine Liste mit 30 historisch bedeutsamen Frauennamen. Bin wirklich gespannt.

      • Martin sagt:

        @Jessica Meier: Ihre Aussage ist so nicht ganz korrekt. Es gibt sehr wohl Frauen, die in der allgemeinen Geschichte aufgeführt werden. Queen Victoria, Queen Elisabeth I, Jeanne D’Arc, Johanna von Orleans, Mutter Theresa, um nur einige zu nennen. Aber sie sind weitaus seltener. Ihr Argument, Frauen würden benachteiligt, stimmt so einfach nicht.

      • Lionel Scheffer sagt:

        Dann gehörte Maria Aebersold auch auf die Liste.

    • Jacques Bonhomme sagt:

      Darf ich noch ergänzen: Jeanne Hersch (1910-2000), Philosophin aus Genf.

      • Jacques Bonhomme sagt:

        Pardon, wurde in der Liste erwähnt. War mir nur spontan eingefallen.

      • Jacques Bonhomme sagt:

        Dafür nenne ich noch: Erika Burkart (1922-2010), Schriftstellerin.

    • Freddy Neuhaus sagt:

      Frau Keller, man unterscheidet den Mensch in Mann und Frau; und das ist grundsätzlich mal Gut. Ein Mann ist keine Frau und eine Frau ist kein Mann, oder?
      Wieso sollten die besten 5 Frauen und die besten 5 Männer einen besseren Job machen, als die besten 10 Menschen? Es geht doch um die Fähigkeit eine Aufgabe zu erledigen. Frauen können das Eine besser, Männer das Andere. Hier sollte ihre Kritik ansetzen!
      Sie versuchen die Unterdruckung der Frau, welche es leider gab und immernoch gibt, durch die Unterdrückung des Mannes besser zu machen.
      Zwei Frage zum selber nachdenken:
      1) Sollen/Können Frauen auch normalen Militärdienst?(z.b. 100KM Marsch mit Gepäck)
      2) Sollen/Können Männer auch Kinder kriegen?
      PS: Hinter jedem starken Mann, steht eine starke Frau!

      • Martin sagt:

        @Neuhaus: Es geht schon lange nicht mehr um die Leistung, sondern bloss darum, dass die Frauen am Täubele sind, weil sie auch ihre Heldinnen brauchen. Als Mann traue ich mich kaum mehr, mit einer Frau zu sprechen, denn allmählich entwickeln sich alle Frauen zu Männer hassenden Pinke-Hüte Frauen mit Damenbart. Ich habe dieses Getue allmählich leid. Heute sind die Frauen nicht einmal mehr in der Lage, sich anständig zu kleiden. Sie führen sich auf wie Kampflesben, im Krieg gegen die bösen Männer. Ich finde das eine armselige Entwicklung!

  • Mina Peter sagt:

    Frauengeschichte ist gut und wichtig. Aber wir müssten jetzt einen Schritt weiter gehen, dass die offizielle Schweizer Geschichtsschreibung, die in den Schulbüchern, zehntausender Mädchen und Buben landet, nicht mehr einseitig aus Männersicht geschrieben wird. Die eben Frauenrechtlerinnen, oder einfach Frauen, die sich ihren akademischen Grad erkämpfen mussten nicht ignorieren. In meinem Geschichtsunterricht kamen Frauen in der Schweiz nicht mal als Hexen vor, sie waren schlicht inexistent! Aber wenn ich nur schon an die Männer-SRF-Serie und an Ralph Pöhners vorgelegte Liste denke, hab ich keine grosse Hoffnung, das ich das noch erleben werde.

  • Martin Schmitt sagt:

    Ich verstehe nicht, wie Leonhard Euler auf dieser Liste fehlen kann! Dabei wird er in den Erläuterungen sogar erwähnt! Euler ist auf jeder Liste der wichtigsten Mathematiker zu finden, und gilt weltweit für viele sogar als der wichtigste Mathematiker der Geschichte. Er wäre sicher zu vergleichen z.B. mit Mozart in der Musik oder Shakespeare in der Literatur.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Euler war mit über 80 Bänden seines Gesamtwerkes der produktivste Mathematiker. Dutzende von Experten befassten sich mit deren Herausgabe. Die Beziehung der Euler’schen Zahl mit der imaginären Einheit wurde als schönste Formel gewählt. Wermuthstropfen als Schweizer: er verbrachte die meiste Erwachsenenzeit in St. Petersburg. Im Gegensatz zu einigen Künstlerinnen, die nur bekannt sind, weil sie auf Banknoten erschienen sind, wird Euler erwähnt werden, solange exakte Wissenschaft betrieben wird.

      • Hans Hegetschweiler sagt:

        Das glaube ich nun gerade nicht. Sophie Täuber Arps Werk kann durchaus noch in hundert Jahren aktuell sein, Euler war ein grandioser Mathematiker, man kann aberMathematik betreiben, ohne etwas von ihm zu wissen. Er hat die Zahl e nicht geschaffen sondern allenfalls die natürlichen Logarithmen (und vieles andere) entdeckt. Die Zahl e kann also unabhängig von Euler verwendet werden. Hätte er sie nicht endeckt, hätte jemand anders sie entdeckt. Die Werke von Täuber Arp sind mit ihr untrennbar verbunden. Im Übrigen zeugt die Frauenverachtung in einigen Kommentaren von einem völlig überholten (ich würde sagen Mörgelischen),auf historischen Persönlichkeiten fixierten Geschichtsverständnis.

      • Martin Schmitt sagt:

        @Fuchs: Über Euler sind wir uns also einig! 🙂 Ihre Einschätzung zu Sophie Taeuber-Arp teile ich allerdings nicht, ich schätze sie als Künstlerin und halte sie für eine wichtige Figur der Schweizer Kunstgeschichte.

      • Martin Schmitt sagt:

        @Hegetschweiler: Ihrer Logik zufolge gäbe es überhaupt keine bedeutenden Mathematiker und Wissenschaftler; denn es liegt ja gerade im Wesen der Wissenschaft, dass die Validität der Aussagen unabhängig ist von der Person, die sie macht. Ob deswegen wissenschaftliche Ergebnisse „entdeckt“ oder „erfunden“ werden, wird in der Wissenschaftsphilosophie kontrovers diskutiert. Sicher ist, dass 1. weltweit kaum jemand je so viel in der Mathematik geleistet hat wie Euler, 2. die Arbeit von Mathematikern über lange Zeit aktuell und mit ihrem Namen verbunden bleibt (z.B. Euklids 2000 Jahre alte „Elemente“, die nach der Bibel das meistgelesene Buch der Geschichte sein dürften) und 3. es heute so gut wie unmöglich ist Mathematik zu betreiben, ohne Arbeiten zu verwenden, die auf Euler zurückgehen.

  • Christoph Daum sagt:

    Warum lanciert der Tagi jetzt auch noch so einen Ranglistenunsinn. Nebst den schon genannten gibt es noch viele weitere bedeutende Schweizerinnen und Schweizer, eine Nummer 1 zu küren und eine Rangliste zu erstellen ist doch Blödsinn im Quadrat und passt nicht zum Profil des Tagi.

  • Monique Schweizer sagt:

    Nett hat man den Blocher nicht auch noch auf diese Liste gesetzt – obwohl es mir manchmal so scheint dass er da auch krampfhaft versucht draufzukommen als vermeintlicher „Schweizretter“! Dabei ist er unter dem Strich nur ein hinterlistiger Voulchsaufwiegler!

    • Hund Dietmar sagt:

      Eigentlich erwarte ich einen Vorschlag und nicht eine kritische Beurteilung eines Zeitgenossen, welcher nicht zum Thema dieses Blogs gehört. Ist Ihnen, Frau Monique Schweizer denn gar nichts Anderes eingefallen ?

    • Bruno Froehlich sagt:

      Nun, liebe Monique Schweizer, am 11. Juli, 12.50 ist es passiert, Blocher ist in der Liste der 30 erwaehnenswertesten Schweizer. Sie und praktisch alle Frauen bleiben bei dem Kommentarschreiber chancenlos, er befand nur eine Frau nennenswert. Muss jemand sein mit Sympathie zu svp, die Partei haelt nicht gerade viel von Frauen, der Ueli sieht sie nur am Herd . . .

  • Armand Schnydrig sagt:

    Wo ist Madame Curie geblieben?

  • Armadn Schnydrig sagt:

    Wo ist Madame Curie geblieben?

  • loulou55 sagt:

    Eine lustige Geschichte, die zu Johanna Spyri passt.
    Ich habe am letzten Sonntag in ein Hotel in Hongkong eingecheckt. Die junge Dame am Empfang trug den Namen Heidi auf dem Namensschild, aber sie war unübersehbar chinesischer Herkunft.
    Erstaunt fragte ich sie auf englisch, ob Heidi wirklich ihr Name sei, was sie bejahte. Darauf fragte ich, ob sie die Geschichte von Heidi kenne. Auch das bejahte sie und fügte an, besonders ihre Mutter sei ein grosser Fan gewesen, weshalb sie heute diesen Namen trage.
    Irgendwo habe ich vor langer Zeit mal aufgeschnappt, dass Heidi in China sehr populär sei. Bei über 1,3 Mia. potenziellen Fans gebe ich somit J. Spyri meine Stimme.

  • Sara Ferraro sagt:

    Übrigens: Schade, dass man für die Teilnahme an dieser Umfrage ein Google-Konto benötigt. Ich helfe Google nicht gern freiwillig beim Datensammeln. Unfreiwillig geschieht es wohl noch oft genug.

    • SrdjanM sagt:

      Nein, für die Abgabe der Stimme benötigen Sie kein Google Account.
      Ev. verhindern es Ihre Browser Einstellungen.

  • Peter Weber sagt:

    Piccard. Dann die die kurz vor dem Ziel es nicht ganz schafften wie Chevrolet oder Sutter in Kalifornien. Pioniere die die Schweiz auch symbolisieren.

  • Karl Kupferschmid sagt:

    Die Liste ist sehr willkürlich. Ob jemand etwas wirklich bewirkt hat oder ob es einfach bedeutend war ist oft schwer einzuschätzen. Carl Lutz hat sicher etwas bewirkt bei Giacometti bin ich mir da nicht so sicher, gleichwohl war er ein grosser Künstler. Wo bleiben die grossen Musiker und Sportler? Wilhelm Tell da aufzuführen ist wohl eher ein Scherz, Roger Federer nicht aufzuführen sicher falsch verstandene Leistungsethik.

    • SrdjanM sagt:

      Roger Federer lebt aber noch (04.07.2017, 16:43).

      • Röschu sagt:

        Um bedeutend zu sein muss man also zuerst sterben?

      • Hans Hegetschweiler sagt:

        Herr Röschu
        Ob eine solche Liste Sinn macht, kann man diskutieren. Es macht aber sicher Sinn, in eine solche Liste keine lebenden Personen aufzunehmen, weil man sonst einfach ein Fanabstimmung wie beim Eruovision Song Contest kriegt. Ob also Federer etwas Grosses leistet oder nicht, ist (für diese Liste) zu Recht irrelevant.

      • Röschu sagt:

        @Hans Hegetschweiler
        – Das sehe ich eben gerade anders. Die Leistungen sollten zählen und der Tod kann dabei in meinen Augen kein Kriterium sein.
        – Albert Einstein verstarb am 18. April 1955, war aber wohl am 16. April 1955 nicht weniger bedeutend als am 20. April 1955, oder?
        – Eintagsfliegen, in ihrem Beispiel Teilnehmer am ESC, gehören nicht auf die Liste; da bin ich ganz bei Ihnen. Allerdings aufgrund des fehlenden Leistungsnachweises und nicht aufgrund der Tatsache, dass diese noch leben.

  • Victor brunner sagt:

    Eine schlechte Liste. Da gab es eine Unternehmerin, Verena Conzett, sie hat die heute nicht mehr existierende Druckerei Conzett + Huber an der Baslerstrasse in Zürich aufgebaut. Sie hatte die sogenannte Heftliversicherung lanciert, eine gute Wochenzeitschrift „In freien Stunden“ herausgegeben, den MA gute Sozialleistungen zugestanden. Diese Frau war eine wahre Pionierin die das Volk im Auge hatte. Ausser einer nach ihr benannte Strasse wurde und wird sie totgeschwiegen. Vielleicht weil sie eine wahre Linke war und trotzdem geschäftllichen Erfolg hatte? Der Autor des Artikels sollte sich einmal mit dem Lebenswerk dieser Frau beschäftigen!

  • Fred Schönbächler sagt:

    Zunächst mal: Ihre Liste von fünf Namen enthält sieben Namen. Warum Frisch und Dürrenmatt den Platz teilen sollen, ist nicht nachvollziehbar.

    Seien Sie bitte ehrlich: Goegg-Pouchoulin und Züblin-Spiller sind nur aufgeführt, weil aus PC-Gründen unbedingt Frauen auf der Liste sein müssen. Aber die Gründung eines SV ist halt im Vergleich zu beispielsweise Alfred Eschers Leistungen so offensichtlich Peanuts, dass jede und jeder zwischen den Zeilen lesen kann, dass es sich um blosse Alibifrauen handelt.

    Damit tun sie der Sache der Frauen einen Bärendienst.

    Bei der von meiner Vorrednerin vorgebrachten Lydia Welti-Escher ist es noch offensichtlicher: Die hat rein gar nichts bewirkt, die *wollte* nur etwas machen, hat es aber nicht fertiggebracht.

    • Jeannette Röthlisberger sagt:

      Das ist eine Unterstellung. Lydia hat die Gottfried-Keller-Stiftung gegründet und so reich alimentiert, dass wertvolle Teile der Sammlung des Kunsthauses Zürich davon stammen. Nachlesen im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster!

      • Fred Schönbächler sagt:

        Ich weiss jetzt nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

        Die Frau ist mit dem goldenen Löffel im Mund auf die Welt gekommen und hat das Geld aus dem Imperium, das ihr Vater aufgebaut hat, mit beiden Händen ausgegeben. Das ist doch keine Leistung!

        Heute steht beispielsweise Martin Haefner im Presseblitzlicht, wenn die Haefner-Stiftung wieder einige zig Millionen fürs Kunsthaus lockermacht, aber der weiss doch ganz genau, dass das Geld von den Milliarden seines Vaters kommt, der damals bei Null angefangen hat! Niemand würde auf die Idee kommen, deswegen Martin Haefner als grosse Persönlichkeit zu bezeichnen, am wenigste er selbst.

      • Mina Peter sagt:

        Als ob nicht X-Männer auf dieser Liste mit einem goldenen Löffel und der Macht dazu auf die Welt gekommen wären, Herr Schönbächler. Ich weiss jetzt auch nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wohl eher weinen.

    • Valentina Lehman sagt:

      @Schönbächler: Wenn wir Ihren Massstab anlegen, so sehen im Vergleich zu Alfred Escher viele der Männer auf der Liste auch recht blass aus. Ich nehme an, darauf wären Sie selber gekommen, wenn Sie weniger auf die Frauen fixiert gewesen wären.

      • Alain Gasser sagt:

        „mit beiden Händen ausgegeben..“ Nur zu Ihrer Info Herr Schönbächler:

        Nach heutigem Wert belief sich die damalige Schenkung auf rund 60 Mio CHF. Hätte man die Allokation der Schenkung, wie sie 1890 bestand und wie sie die Stifterin ausdrücklich wünschte, über die Jahre und Jahrzehnte belassen, so würde das Vermögen der GK-Stiftung heute einen Wert von mehr als 1 Milliarde Franken ausmachen. Dies würde Ankäufe von Kunstwerken im Wert von jährlich mehreren Mio. CHF erlauben, ohne dass die Substanz des Vermögens angegriffen werden müsste. In Tat und Wahrheit ist das Vermögen der GK-Stiftung heute zu einem kümmerlichen Fundus verkommen. Es war die Landesregierung, welche die Wünsche grob missachtete, indem sie z.Bsp Liegenschaften an der Bahnhofstrasse zum Spottpreis verschacherten

  • Verein Frauenstadtrundgang Zürich sagt:

    Die Behauptung, dass Geschichtsschreibung nichts mit ‚Geschichte machen’ zu tun hat, ist eines Historikers/einer Historikerin unwürdig und genauso veraltet wie eure Liste. Nicht nur Geschichtsschreibung, sondern jede menschliche Erkenntnis ist historisch und Produkt einer geschichtlichen Konstellation. Was wir heute als wichtig und überlieferungswürdig betrachten, sagt deshalb sehr viel über unsere heutige Gesellschaft und deren Vorstellungen aus. Mit Geschichtsschreibung wurden schon seit jeher bestehende Machtverhältnisse festgeschrieben. Dass es heute noch möglich ist, fast reine Männerlisten aufzustellen und öffentlich zu behaupten, Frauen hätten keine Geschichte gemacht, verkennt deshalb, was die Geschichtswissenschaft in den letzten 30 Jahren geleistet hat.

    • Verein Frauenstadtrundgang Zürich sagt:

      Einige wichtige Frauen wurden bereits in den Kommentaren zum vorhergehenden Artikel erwähnt, so z.B. Emily Kempin-Spyri (erste Schweizer Juristin und Pionierin der Gleichberechtigung; kämpfte zeitlebens dafür, dass Frauen als Anwältinnen und Dozentinnen arbeiten können; dank ihr wurde 1898 die Advokatur für Zürcher Frauen geöffnet), Iris von Roten (Fraustimmrechtlerin und Vordenkerin des Feminismus; sie setzte sich u.a. für Mutterschaftsversicherungen und Krippen ein), Marthe Gosteli (Gründerin des Gosteli-Archivs; ohne sie wären grosse Teile der Schweizer Frauengeschichte verloren). Für uns Schweizerinnen sind diese Frauen um einiges wichtiger als Domenico Fontana, Henri Nestlé und viele weitere Männer auf eurer Liste, denn diese Frauen haben uns Freiheit gebracht.

    • Martin Frey sagt:

      Sie sind der lebende Beweis dafür, dass man eben nicht so offensichtlich ‚Geschichte machen’ sollte, werte Damen.
      Denn klar, Frauen haben auch historische Verdienste. Aber eine Quotenregel zu verlangen wie es Ihnen wohl vorschwebt, um aus Gründen der political correctness zweifelsohne verdienstvolle feministische Vorkämpferinnen auf eine Stufe mit Leuten wie Dunant, Schweitzer oder Rousseau zu heben, hat eben mit Geschichtsschreibung weniger zu tun als mit ‚Geschichte machen’.
      Und das wollen Sie doch auch nicht, oder?
      Notabene, Sophie Taeuber-Arp gehörte sicher auf die Liste. Lustig, dass Sie bei Ihnen grad keine Erwähnung findet.

      • Sara Ferraro sagt:

        Frauen sind keine Randgruppe, sondern die Hälfte der Menschheit. Wer sich somit für das Frauenstimmrecht, den Zugang von Frauen zu den Hochschulen und zum Anwaltstitel erfolgreich einsetzt, macht deshalb durchaus Geschichte. Er oder sie hat grundlegenden Menschenrechten zum Durchbruch verholfen. Und nota bene unsere heutige Gesellschaft entscheidend mitgeprägt.

      • Martin Frey sagt:

        Ich pflichte Ihnen bei, Frau Ferraro. Nur ist nicht jede Person, die sich erfolgreich für andere einsetzt oder gar Menschenrechten zum Durchbruch verhilft, definitionsgemäss auch mit derselben historischen Bedeutung behaftet wie die von mir genannten. Das machen Tausende. Genies jedoch, die ihrer Zeit voraus waren und die Welt, oder zumindest die Schweiz, nachhaltig prägten, gibt es nur wenige. Und das hat mit dem Geschlecht vorab nichts zu tun.

      • Mina Peter sagt:

        Ganz genau, Frau Ferraro. Diese Liste von Ralph Pöhner und zahlreiche Kommentare zeigen mir, einmal mehr, wie wenig weit wir sind. Diese einseitige Perspektive aus Männersicht, einfach schrecklich. Für mich ist ganz klar, dass sich Frauenrechtlerinnen, die sich für Menschenrechte für die Mehrheit (!) der Bevölkerung eingesetzt, sich lächerlich gemacht und teilweise ihr Leben oder zumindest ihre soziale Stellung riskiert haben, viel die grössere Leistung erbracht haben, als all die Männer hier. Es ist und bleibt eben alles eine Frage der Perspektive. Geschichte sowieso. Das hier, diese Liste ist damit lediglich die Perspektive eines Ralph Pöhners.

      • Martin Frey sagt:

        „Für mich ist ganz klar, dass sich Frauenrechtlerinnen, die sich für Menschenrechte für die Mehrheit (!) der Bevölkerung eingesetzt, sich lächerlich gemacht und teilweise ihr Leben oder zumindest ihre soziale Stellung riskiert haben, viel die grössere Leistung erbracht haben, als all die Männer hier.“

        Dies zu glauben ist Ihr gutes Recht, Frau Peter. Wie Sie sagen, dies ist wohl eine Frage der Perspektive. Wenn Frauenrechtlerin zu sein Ihr einziges Kriterium für Leistung ist, bitteschön.
        Aber es ist nicht Ihr gutes Recht, die Mehrheit der Männer wie auch der Frauen, die diesbezüglich nun mal anderer Ansicht sind, als „weniger weit“ zu apostrophieren.

      • Jessica Meier sagt:

        @Martin Frey: Darüber zu urteilen, ob nun die Leistungen von Männern oder Frauen gesellschaftlich relevanter waren, führt zu keinem Ergebnis und ist, wie Sie selber schreiben, oftmals eine Frage der Perspektive. Gehen wir uns doch deshalb darin einig, dass Frauen ihren Platz in der Geschichte ebenso verdient haben wie die Männer und folglich zu gleichen Teilen in dieser Pöhner-Liste zu erscheinen haben wie die Männer. Übrigens: Es gibt ganz viele Schweizerinnen, die anderweitig (sei es in der Wissenschaft, in der Kultur, in der Politik etc.) und nicht als Frauenrechtlerinnen in die Geschichte eingingen. Da über diese Frauen bisher kaum berichtet wurde, gehen sie leider noch heute sehr oft vergessen. Dies macht ihre Verdienste nicht weniger wertvoll.

      • Martin Frey sagt:

        @Jessica Meier:
        Ihrem Kommentar von 12:09 pflichte ich grundsätzlich, nur mit dem Abstrich dass man sich auch als Frau einen Platz auf der Liste verdienen muss. Und eben nicht einfach „..zu gleichen Teilen in dieser Pöhner-Liste zu erscheinen haben.“ wie Sie dann nennen.
        Aber an dieser Stelle nochmals. Nennen Sie bitte 30 historisch bedeutsame Schweizer Frauennamen. Mir fallen spontan leider nicht soviele ein, ich lerne persönlich aber gerne dazu. Aber nur Quotenplätze fordern und dann nicht liefern finde ich auch nicht ganz angemessen….

  • Regula Hug sagt:

    ich bin froh zu lesen, dass historische Frauen doch auch ein wichtiges Thema sind. Die Thematik kam ja bereits auf, als die Bahnhofstrasse mit Flaggen „wichtiger Männer“ geziert wurde. Zunächst finde ich Lydia Welti-Escher wichtig, eine der reichsten Frauen der Schweiz, die mit ihrem Vermögen eine „Stiftung zur Entwicklung und Selbständigmachung des weiblichen Geschlechts“ einrichten wollte (was ihr Ex-Mann und der Bundesrat dann verhinderten! siehe Lydia Welti-Escher von Joseph Jung, NZZ Verlag). Es gibt noch weitere Frauen, die sich für die Förderung der Frau einsetzten, aber an den gesellschaftlichen Männerzwängen scheiterten. Ich finde, sie brauchen zwingend eine Würdigung! Iris von Rothen ist ein erfolgreiches Beispiel.

    • Nadja Koch sagt:

      Geschichtsschreibung bedingt Archivarbeit. Wir gehen in die Archive. Viele sind offen, manche noch zu – Staatssicherheit oder was auch immer.
      Es gibt viele Frauen in Zürich.
      Der Verein Frauenstadtrundgang Zürich recherchiert seit 26 Jahren Frauengeschichten in Zürich und führt durch die Stadt.

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