Die göttliche Ordnung

Herrscherinnen im Meer der Vorurteile: Elizabeth Taylor in «Kleopatra». (Bild: Keystone)

Kann eine Frau Doktorin der Wissenschaft der Theologie sein? Natürlich nicht.

Denn die Frau ist unzuverlässig, das haben wir bereits bei Erbsünderin Eva erlebt. Sie ist zerbrechlich. Sie kann gar keine Autorität haben, weil sie dem Mann unterworfen ist. Sie neigt dazu, zu verführen – und nicht dazu, ein tugendhaftes Leben zu lehren.

Dies die Antwort eines Theologen im späten Mittelalter. Die Sprüche finden sich in einer Weltgeschichte, die soeben erschienen ist, nämlich in der «Weltgeschichte für junge Leserinnen», verfasst von den Journalistinnen Ute Daenschel und Kerstin Lücker. Das Buch bietet einen ganz grosszügigen Durchblick und beginnt in den Zeiten, als wir noch in den Höhlen lebten. Es ist also keine eigentliche «Gender Study» zur Analyse historischer Geschlechterverhältnisse. Es will auch nicht eine andere, weibliche Sozial- und Kulturgeschichte schreiben. Es möchte nicht einmal wichtige oder beeindruckende Frauen ins Zentrum der Erzählung stellen.

Sondern diese Weltgeschichte erweitert für die erwähnten jungen Leserinnen den Blickwinkel einfach um einen Tick: Wir begegnen all den Cäsaren und Napoleonen, aber daneben erhalten doch noch manche Frauen eine angebrachtere Präsenz. Von der Steinzeit-Venus bis zu Margaret Hamilton, die den Code für die Mondlandung programmierte.

Einziger Zweck: Arterhaltung

Das wird interessant. Denn gerade wegen dieser Grossflächigkeit sehen wir plötzlich Muster im Mann-Frau-Verhältnis, die quer durch die Kulturen regelmässig auftauchen. Damit besagen diese Muster vielleicht gar etwas über uns alle – die Menschen.

Zum Beispiel ist die zitierte Antwort des mittelalterlichen Theologen schlicht typisch. Es ist eine Denkweise, die wir von den Assyrern bis zu jenen Stumpenrauchern finden, welche noch 1971 gegen das Frauenstimmrecht waren.

«Die unvollkommene Frau ist Gottes Absicht», sagte der Kirchenlehrer Thomas von Aquin in Italien ums Jahr 1250. «Ihr einziger Zweck ist die Arterhaltung.»

«Nur eine unwissende Frau ist tugendhaft», sagte der Philosoph Konfuzius in China ums Jahr 500 vor Christus.

Herrscherinnen im Meer der Vorurteile

Bei der Schwemme solcher Sprüche wird etwas anderes verblüffend: Nämlich, dass es einzelne Frauen immer und immer wieder schafften, auf die höchste Stelle im Staat zu kommen, quer durch alle Zeiten und Kulturen. Ob im alten Japan oder in China, ob bei den Kelten, in Byzanz oder in den europäischen Reichen des Mittelalters: Plötzlich erhebt sich eine Königin, Kaiserin oder Herrscherin über das Meer der Vorurteile. Ums Jahr 1000 nach Christus herrschte sogar eine De-facto-Kalifin in Kairo.

Allerdings: Wenn sie dann mal eine aktive, herrschende Rolle in einer Gesellschaft gespielt haben, werden diese Frauen im Nachhinein gern wieder verdrängt, aus dem Gedächtnis gelöscht oder als Ursache für den späteren Niedergang bezeichnet. So geschah es den Pharaoninnen Hatschepsut und Nofretete sowie den Kaiserinnen in China. Frauen auf dem Thron – dem Bild haftet in der Menschheitsgeschichte regelmässig etwas Unmoralisches an.

Verführerinnen und Intrigantinnen

Die Norm war ohnehin eher, dass Frauen formell zweitrangig bleiben. Und dass sie dann quasi als Mit-Herrscherinnen in die Räder der Geschichte greifen – sie bestimmen mit, indem sie ihren Sohn oder ihren Mann beeinflussen. Auch dies ein Muster, das den männlichen Chronisten äusserst verdächtig erscheint. Die Geschichte ist darum voll von Frauenfiguren, die als fatale Manipulatorinnen, Verführerinnen oder schlicht als unmoralische Intrigantinnen daherkommen – ob die byzantinische Kaiserin Theodora, Kleopatra oder Papsttochter Lucrezia Borgia.

Auch dies ein Denkmodell, das wir seit Adam und Eva kennen.

Im Prinzip ist das Machtmuster also offensichtlich: nicht hochkommen lassen, die Frauen! Falls das nicht klappt: desavouieren und moralisch verurteilen! Falls das nicht klappt: im Nachhinein vertuschen, verdrängen, vergessen!

Patriarchenwelt Religion

So war es im weltlichen Bereich. Beim grossflächigen Überblick sticht etwas anderes ins Auge – nämlich um wie viel ausgeprägter das beschriebene Muster im religiösen Bereich war. Dass Frauen im Glauben mitredeten und mitbestimmten, dies war wirklich die unerhörte Ausnahme in der Geschichte, ganz gleich bei welcher Religion, auf welchem Kontinent oder in welcher Epoche.

Ja, die Sache war offenbar so erschütternd, dass die ganz seltenen Frauenfiguren, die in der Religion etwas sagten, später einfach zu Männern verfälscht wurden. So geschehen bei Junia, einer Apostelin, die in den Römerbriefen erwähnt wird. Oder bei Nino, der Missionarin und Bekehrerin von Georgien.

Erst die moderne Geschichtsschreibung musste Hunderte Jahre nach ihrem Tod aufs Neue herausfinden, dass hier Frauen gewirkt hatten. Und keine Herren der Schöpfung.

25 Kommentare zu «Die göttliche Ordnung»

  • Benjamin Kraus sagt:

    @Niklas Meier: Und wieder – leugnen, relativieren & scapegoating – eine Welt wie sie mir (nicht) gefällt. Beklagen Sie allen Ernstes, dass sich Frauen nach jahrhundertelanger Ungleichbehandlung organisieren & sich für ihre eigenen Interessen und Rechte einsetzen – und nicht für jene der Männer? Weshalb stehen Sie nicht selbst ihren Mann & engagieren sich selbst-verantwortlich (& gewaltfrei notabene) für ihre Anliegen? Anstatt immer nur zu jammern & einerseits Frauen zu beschuldigen & andererseits von denselben Hilfestellung zu erwarten. Man kann sich auch in der eigenen Misere suhlen – was aber für die Psychohygiene für alle Beteiligten nicht von Vorteil ist.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Und bei gründlicherer Analyse würden alle Menschen erkennen, dass es gemeinsame Ursachen gibt für die soziale Ungleichheit, welche alle auf je unterschiedliche Weise betreffen. Bitte, gehen Sie über die Bücher, verlassen sie ihre Blase und belegen subjektive Behauptungen (ohne Ideologiekeule und verschwörungstheoretisches Gelaber, denn dann lässt sich bei bestem Willen nicht mehr diskutieren).

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ad Lohnunterschiede: Waren Sie auf der Website des BFS? Kaum relevant? Lesen Sie bitte schon nur deren Medienmitteilung (hier: [https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/aktuell/medienmitteilungen.assetdetail.2082041.html]), drucken Sie sie aus und fragen mal in einer – von mir aus paritätisch gemischten Runde -, ob bspw. 585 CHF/Monat „kaum relevant“ für sie wären.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ad Dienstpflicht: Wer hat denn zuallererst den Militarismus eingebrockt, die Kriege angezettelt und die Militärdienstpflicht eingeführt?
      Aber ja, künftig sind mind. folgende Optionen diskutabel:
      – Wehrpflicht für alle (wie in Norwegen von Sozialdemokraten eingeführt – nach Israel, Eritrea und Nordkorea)
      – Abschaffung der Wehrpflicht (wie mal von der GSoA propagiert)
      – Allgemeine Dienstpflicht, also Militär-, Zivil-, oder Sozialdienst (wie mal vom „nationalen Frauenkomitee für die Wehrpflicht“ diskutiert)
      Für Ersteres und Letzteres sollte es aber eine entsprechend anständige Kinderbetreuung-Infrastruktur geben sowie Elternzeit und -geld wie etwa in besagtem Norwegen. Engagieren Sie sich, wenn Ihnen das stört, anstatt immer nur andere für Missstände zu beschuldigen!

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ad Pensionsalter: Ihnen ist die Geschichte der Sozialwerke, insbesondere der AHV schon bekannt? Welche Kreise, nach wie vielen Kämpfen und nach wie vielen Jahren? Das Rentenalter wurde nach Intervention von Frauenorganisationen in den 1950er runtergesetzt, um alleinstehende berufstätige Frauen zu entschädigen, welche die Rente von nichtberufstätigen Ehefrauen finanzierten. Dies wird sich ja nun ändern, aber zugleich muss sich als sine qua non die Lohngleichheit nicht nur formal gesetzlich sondern auch material realisiert werden. Ausser Sie wollen auch bzgl. der Rente gegenüber Müttern, Töchtern, Kolleginen, und Ehefrauen unfair sein.

      Tipp: [http://www.geschichtedersozialensicherheit.ch/akteure/profile-von-betroffenengruppen/rentner-und-rentnerinnen/]

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ad Zugang zu Bildung: Man müsste sich schon für eine konsistente Argumentation kümmern. Geht es um Zugang zu Uniplätzen sind andere als die Jungen „schuld“, geht es um Zugang zu Kaderpositionen sind andere, also die betroffenen Frauen selbst und ja nicht die Männer „schuld“. Man sollte über die jeweiligen Gründe der strukturellen Rahmenbedingungen und der individuellen Präferenzen fragen, statt einfach pauschal und einseitig „Andere“ zu beschuldigen.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Mansplaining: Das herablassende Erklären von Menschen, die ihrer Superiorität gewiss sind und andere herabsetzen, wobei letztlich oft herauskommt, dass nur wenig Substanz sondern mehr heisse Luft dahinter war, könnte man „narcisstsplaining“ nennen. Doch auch hier ist die Verteilung eindeutig: Es gibt statistisch doppelt so viele männliche Narzissten als weibliche (vgl. Bonelli 2016).

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ad Sexuelle Gewalt. Wer hat hier von Einzeltätern auf alle Männer verallgemeinert? Und nur weil das Einzelne tun, darf man nicht wieder auf alle Frauen oder „Gleichstellungsberufene“ verallgemeinern, oder? Und auch lässt sich die Verteilung der Kriminalstatistik hinsichtlich sexualisierter Gewalt wirklich nicht schön reden, so dass man wohl zu Recht z.B. „toxische“ Männlichkeitsbilder hinterfragen kann und auf zu verbessernde Missstände überall hinweisen darf. Und natürlich ist jeder individuelle Fall egal welchen Geschlechts zu ahnden, das versteht sich von selbst.

  • Max Blatter sagt:

    „Frauen auf dem Thron – dem Bild haftet in der Menschheitsgeschichte regelmässig etwas Unmoralisches an.“ Vielleicht ist das ja einer der Gründe, weshalb ich „die Menschheitsgeschichte“ – den Geschichtsunterricht – in der Schule nie mochte, dort häufig ungenügende Noten hatte (auch im Maturazeugnis) und bis heute auf diesen „Mangel“ stolz bin…! Vielleicht kann man sich überhaupt nur dann von Rollenklischees und Vorurteilen emanzipieren, wenn einem „die Geschichte“ schlichtweg schnurz ist. – Noch zu etwas ganz anderem: zu den „Stumpenrauchern …, welche noch 1971 gegen das Frauenstimmrecht waren“. Denken wir doch andererseits daran, dass z.B. Deutschland sein erstes weibliches Staatsoberhaupt lange nach der Schweiz wählte und die USA dies bis heute nicht geschafft haben!

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Kelten haben ihre Frauen gut behandelt. Ich gehe davon aus, die Germanen auch.
    Die Frauenverachtung in Europa begann mit der Ausbreitung der primitiven Römer und anschliessend mit der Ausbreitung des Christentums.
    Die europäischen Männer sind daran insofern schuld, als dass sie den Römern und dem Christentum nicht gleich von Anfang an ein Ende bereitet haben.
    Im Heute könnten wir die Religion via Verfassung verbieten. Das wäre ein Fortschritt primär für die Frau, denn die Frau ist bei allen 3 Psycho-Seuchen Abraham’s (Judentum, Christentum und Islam) minderwertig.

  • Ludin Deborah sagt:

    Wie wärs mal mit gleichberechtigt zusammen, als hierarchisch gegeneinander.?

  • zweistein sagt:

    Ob Frau oder Mann oder Kind oder Tier oder Pflanze oder Erdöl oder Salz oder Meer. Die Psychopathen wollen dich beherrschen, ausnutzen, verrdinglichen, erobern, töten.

    Was heisst das für uns? Nicht auf Dummschätzer hören und zusammenhalten. Klar?

  • Lukas Bendel sagt:

    Ganz schwacher Teil (weil gerade Frauentag war?) eines ansonsten exzellenten Blogs:
    Das als rein gegen Frauen gerichtet dargestellte Prinzip ist ein Machtmuster, welches in allen Zeiten gegen jede politische Konkurrenz angewendet wurde und wird: 1. nicht hochkommen lassen! 2. Falls das nicht klappt: desavouieren und moralisch verurteilen! 3. Falls das nicht klappt: im Nachhinein vertuschen, verdrängen, vergessen!
    Und es gibt als Gegenbeispiel doch noch immer unzählige Beispiele von starken Frauen in den Geschichten verschiedenster Kulturen.
    Plus: Es ist ja nun nicht so, dass alle männlichen Herrscher im Nachhinein bloss kritiklos hochgejubelt wurden bzw. werden.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Warum ist etwas „schwach“ nur weil es die historisch verbürgten Proportionen abbilden möchte? Weshalb jammert man(n) hier „He, aber wir Männer wurden genauso schlecht behandelt, wir sind auch Opfer!“ und dort (vgl. ein früheres Votum in diesem Forum) „He, aber die Frauen haben genauso schlecht geführt, sie sind auch Täter!“- wobei beide Voten „statistisch“ nach Gutdünken verfahren: hier „unzählige“ (tatsächlich?) und dort 5 bzw. 6 Beispiele. Und was soll daraus folgen? Frauen beklagt euch nicht? Ich frage mich hierbei wirklich, was die Definition von „schwach“ ist.

  • Benjamin Kraus sagt:

    Ein äusserst löblicher Versuch der Autorinnen des rezensierten Buches und des Autors dieses Artikels die historischen Verhältnisse im Nachzug des Frauentages und des heutigen Women’s March in Zürich erneut ins rechte Licht zu rücken.
    Doch selbst wenn es eine Zeitmaschine gäbe, um die Zustände in diversen Epochen und Kulturen mit eigenen Augen zu sehen, wird es wohl immer (eine stetig geringer werdende Anzahl von) Menschen geben, denen jede Ausrede – Entschuldigung – jedes Argument nicht zu schade ist, um historische Tatsachen zu relativieren, um letztlich berechtigte Forderungen zu unterminieren.

    • Niklas Meier sagt:

      Welche berechtigten Forderungen?
      Lohnunterschiede? statistisch kaum relevant gem. BFS.
      Dienstpflicht?..
      Pensionsalter?..
      Zugang zu Bildung? Knaben werden durch die Lehrmethoden benachteiligt. An der Uni sind Frauen überproportional vertreten und machen bessere Abschlüsse.
      mansplaining? Spätestens wenn wir darüber diskutieren hat die Diskussion jegliche Relevanz verloren.
      Sexuelle Gewalt? Nicht von einzelnen Tätern auf alle Männer schliessen (das Argument kann man nicht nur bei Migranten bringen, wenn schon denn schon).
      Frauen sind heute nicht mehr schlechter, vielmehr werden Männer schlechter gestellt. Die ganzen Gleichstellungsberufenen sollten sich darauf besinnen, für GLEICHSTELLUNG sorgen zu wollen und damit aufhören, Männer schlechter und Frauen bevorzugen zu wollen.

  • Dominique Kim sagt:

    Herr Pöhner: korrekt, dass gewisse Kreise die Rolle der Frau runterspeielen. Korrekt, dass Denkmodelle von Menschen etabliert werden. Korrekt, dass von Menschen geschaffene Religionen Menschen entwürdigen. Aber, ich darf annehmen Sie haben die Bibel gelesen, und da gibt es perfekte Beispiele von großartigen Frauen (Esther, Noemi, María….) Da wird keine Frau runtergespielt. Gottes Wort weiss ganz genau was Frauen wert sind. ALLE Übel werden von Menschenhand ausgelöst und unsere falsche oder einseitige Sichtweise der Dinge bringt Probleme und Interpretationen mit sich. Also, mit der Bibel in der Hand fahre ich ziemlich gut.

    • Peter Aletsch sagt:

      „Korrekt, dass von Menschen geschaffene Religionen Menschen entwürdigen ..“ Und von Gott geschaffene nicht? Diese heutzutage beliebte Sichtweise urteilt rückschauend, berücksichtigt die Entwicklung nicht. Man könnte auch argumentieren, da die Arbeiter zur Zeit von Marx ausgebeutet wurden, entwürdigt der Kapitalismus. Eine Ansicht, der viele noch anhängen. Enzyklika Rerum Novarum? In der Antike gab es so etwas wie Menschenwürde formell nicht. Infantizid war gang und gäbe, Kranke wurden einfach vor die Stadttore gebracht zum Verrecken, Sklaverei als natürlich erachtet, Rache ohne Vergebung geübt. Auch im Islam erhielten die Frauen fast die gleichen Rechte, ein gewaltiger Fortschritt gegenüber den archaischen Sitten der damaligen Wüstenstämme.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Möglicherweise möchte sie den Unterschied zwischen „Religionen“ qua die von Menschen gemachten Interpretationen von „Gottes Wort“ vs. das uninterpretierte „Gottes Wort“ selbst einführen. Was natürlich historisch-kritisch falsch ist (und auch von Gott geschaffene kann es i.d.S. nicht geben). Und es ist ja zumeist nicht so, dass jene Gruppen – egal welcher Denomination -, welche vermeinen Gottes Wort unverfälscht zu interpretieren und dieses als ihr einziges Fundament ansehen, ein besonders freiheitliches Frauen-(und Männer-)Bild vorweisen würden.

  • Ralf Schrader sagt:

    Es gab und gibt zu allen Zeiten auch dominante Frauen. Aber sehr viel seltener, als dominante Männer.

  • Roger Beaud sagt:

    Was soll man mit diesem Gerede anfangen? Frauen haben ganze Völker unterjocht, genauso wie Männer. Wu Zetian in China, zum Beispiel, aber auch die Kaiserinwitwe Cixi. Die südkoreanische Präsidentin Park war stark im Bereich des Mischens von Politik mit Geschäft und Pseudoreligion. Die philippinische Präsidentin Aquino war auch eine Niete enauso wie die burmesische Suu Kii.

    Wenn wir Frauen als gleichberechtigte Geschöpfe anerkennen wollen, mssen wir auch zur Kenntnis nehmen, dass bislang noch keine Frau besser regiert hat als der beste Mann. Die Hillary Clinton hat es auch bewiesen, ohne dass sie Präsidentin der Vereinigten Staaten werden konnte.

    Das Recht auf gleich schlechte Amtsführung gibt es nu mal nicht. Die Menschheit bangt um Verbesserungen.

    • Barbara Labbé sagt:

      Ich verstehe nicht, was Sie mit Ihren Zeilen ausdrücken möchten, lieber Herr Beaud. Ich glaube zwischen den Zeilen zu lesen, dass es für Sie ein Problem wäre, würde die Regierungstätigkeit von weiblichen besser beurteilt als jene von männlichen Geschöpfen. Da müssen Sie sich aber noch eine Weile nicht allzu viele Sorgen machen. Bei einer so ungleich männerlastigen Datenbasis fallen solche Vergleiche statistisch gesehen zwangsläufig zugunsten der Männer aus. Müssen Frauen unbedingt „besser“ sein als Männer, damit sie Anrecht auf dieselbe Einflussnahme haben, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik?

    • Benjamin Kraus sagt:

      Man kann nicht von vornherein Irrelevanz und Falschheit unterstellen, um dann erst mit einer (im statistischen Längsschnitt verschwindend) kleinen Anzahl von Beispielen die gleich schlechte Führungsqualität von Frauen wie Männern nachweisen zu wollen. Und dann folgt allen Ernstes der Konditionalsatz, dass man akzeptieren soll, dass Frauen nicht besser seien als Männer, wolle man Frauen als gleichwertig anerkennen – als ob die Anerkennung von Gleichwertigkeit von Menschen an Bedingungen geknüpft wäre (siehe bitte Grund- und Menschenrechte). Danach noch ein zum Gähnen anregendes Clinton-Bashing und letztendlich der entlarvende Schlusssatz, dass es das Recht auf (gleich schlechte) Amtsführung nicht gäbe.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Die unberechtigte Angst, dass Frauen als besser und Männer als schlechter dargestellt werden, macht einem blind für den eigentlich springenden Punkt, dass nämlich historisch wie gegenwärtig Frauen überproportional der Zugang zu gleichen Rechten und Positionen wenn nicht verwehrt, so zumindest erschwert wurde und wird.
      Und wie bei Devilles Beitrag zum Frauentag [https://youtu.be/6iaswXI9I30] nachzusehen geht es in der Tat, um ein gleiches Recht gleich schlecht sein zu dürfen, aber hierzu müssten sie erst mal im Sinne der formalen wie materialen Chancengleichheit die Gelegenheit erhalten.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Und wenn denn die Unterjochung bzw. die Hierarchie an sich das Problem sein sollte, so kann man diese schlichtweg nicht beklagen und jene der einen Hälfte der Menschheit durch die andere hingegen nicht, ohne inkonsistent zu sein. Und ist es so schwierig sich vorzustellen, wie gross die Verbesserungen ohne Hierarchien und mit paritätisch gemischten Teams wären?

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