Weniger Steuern, mehr Sicherheit

Die Aufteilung der 3.-Säule-Gelder auf mehrere Konten ist ein Muss. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Die Aufteilung der 3.-Säule-Gelder auf mehrere Konten ist ein Muss. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Mein Treuhänder empfahl mir, die Zahlungen bei der CS zu stoppen und ein neues 3a-Vorsorge-Konto bei einer anderen Bank zu eröffnen, da ich bei der CS bereits gegen 100’000 Franken habe. Kann ich meine Zahlungen in den CSA-Mixta-BVG-Fonds der CS ohne Einbussen beenden? C. S.

Ja, das sehe ich kein Problem. Denn Sie haben ja keine Verpflichtung unterschrieben, dass Sie jedes Jahr in diesen Fonds Einzahlungen tätigen. Anders als bei Versicherungen, bei denen man sich im Rahmen der Säule 3a während einer bestimmten Dauer von Jahren zu Zahlungen verpflichtet, sind Sie bei einer Banklösung frei. Sie können Zahlungen einfach aussetzen und die 3. Säule bei der Bank läuft weiter, ohne dass zusätzliche Gelder auf das Konto oder in die Fonds fliessen.

Die Empfehlung Ihres Treuhänders, ein neues 3.-Säule-Konto bei einer anderen Bank zu eröffnen, hat zwei Aspekte: Erstens ist es eine Sicherheitsmassnahme. Gelder von über 100’000 Franken sind bei einem Bankkonkurs auch in der 3. Säule nicht geschützt. Auch da gilt, dass nur maximal 100’000 Franken je Kunde unter das Konkursprivileg fallen. In Ihrem Fall gilt es allerdings zu beachten, dass Sie Ihr Geld in Anlagefonds investiert haben. Wertpapiere bleiben auch bei einem Bankzusammenbruch in Ihrem Besitz.

Zweitens bezieht sich der Rat Ihres Treuhänders auf einen steuerlichen Aspekt: Wenn Sie nicht alles Geld nur auf ein einzelnes 3.-Säule-Konto einzahlen, sondern mehrere Konti unterhalten, haben Sie später die Möglichkeit, die 3.-Säule-Gelder gestaffelt über mehrere Jahre hinweg zu beziehen. Damit können Sie deutlich Steuern sparen. Allerdings gibt es in der Steuerpraxis kantonal grosse Unterschiede, die Sie vor einem Bezug unbedingt prüfen müssen.

Da Sie mir schreiben, dass Sie planen, auch über die Pensionierung hinaus länger zu arbeiten, macht für mich die Eröffnung eines zusätzlichen 3.-Säule-Kontos durchaus Sinn. Solange Sie ein Erwerbseinkommen haben, dürfen Sie weiterhin in die 3. Säule einzahlen und den Steuerabzug vornehmen. Konkret dürfen Sie bei Erwerbstätigkeit über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus bis zu fünf Jahren weiterhin Beiträge an die 3. Säule leisten und den Bezug als Frau bis 69 aufschieben. Bei Männern kann der Bezug bis 70 aufgeschoben werden.

Ich rate Ihnen, frühzeitig einen Bezug zu planen und sich diesbezüglich von einer Bank oder Versicherung beraten zu lassen. Ihr Plan, ein zusätzliches 3.-Säule-Konto zu eröffnen, ist ein guter Anlass, auch gleich eine Vorsorgeanalyse vorzunehmen und sich von der neuen Bank aufzeigen zu lassen, wie Sie Ihr Vorsorgegeld später optimal beziehen.

5 Kommentare zu «Weniger Steuern, mehr Sicherheit»

  • Olivier Fuchs sagt:

    Wer hat nur den Unsinn erfunden, die Steuerrate abhängig zu machen von der Auszahlungssumme? Politiker können schnorren, aber nicht rechnen und logisch denken.

    • Josef Marti sagt:

      Das hat der Souverän in die Verfassung geschrieben, folglich von Volk und Ständen so befohlen. Sie können ja Unterschriften sammeln für eine Initiative um das zu ändern.

    • Peter sagt:

      Der Einkommenstarif ist einfach schon vorhanden. Aetzend ist vor allem die stark progressive Bundessteuer. Die Kantonssteuer ist in ZH flat zwei Prozent (einfache Steuer) bis zu einem recht hohen Betrag.
      Möglicherweise war das Brechen der Progression durch Teil-Auszahlungen nicht gemeint., als das Gesetz gemacht wurde. Die Säule 3a wird zwar belohnt, aber nicht so gross, wie es manchmal scheint. Nur das Aufschieben wird tatsächlich belohnt. Wer alles auf einmal mit 65 beziehen muss, zahlt am meisten, und zahlt bereits ab 65 die regulären Steuern auf dem 3a-Kapital.
      PS bei Einzahlungen ab 65 sehe ich nicht recht, ob sich das noch lohnt, weil man in wenigen Jahren die hohe Auszahlungssteuer leistet.

    • Paul sagt:

      Es profitieren einmal mehr die Banken. Je mehr Konten, umso höher sind die Bank-Gebühren.
      Sie sind auch die einzigen, die von unseren Schulden (über 850 Milliarden CHF Immobilienschulden in der Schweiz) profitieren.
      Beim nächsten Immobilien-Crash werden wir unsere Banken wieder retten müssen. Nur in einem Vollgeldsystem ist das dann allein Sache der Banken , da unsere Ersparnisse auf den Zahlungsverkehrskonten sicher sind.

  • Paul sagt:

    Herr Spieler verschweigt den aktuellen Zustand des Weltfinanzsystems mit Schulden in noch nie gesehener Höhe, Zinsen bei 0 und darunter, massloser Geldschöpfung aus dem Nichts und drohendem Kollaps.
    Ein verantwortungsbewusster Ökonom kann unter diesen Rahmenbedingungen unmöglich das Weiterführen der bisherigen Strategie empfehlen. Auch ist das Versprechen der sicheren 100’000.- ein Märchen, das in der nächsten Krise platzen wird.
    Die Zahlungsverkehrskonten aller Bürger werden nur sicher bei Annahme der Vollgeld-Initiative. Und nur eine Geldreform in diese Richtung kann uns vom aktuellen, völlig ungerechten Finanzsystem befreien, welches seit Jahrzehnten eine Umverteilung von unten nach oben bedeutet.
    Mein Rat: Diversifizieren Sie in Edelmetalle und halten Sie Cash anstelle von 3a.

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