VAT-Group wird zum Börsenüberflieger

Hohe Dividende, starker Anstieg des Börsenwertes und gute Wachstumsperspektiven: Hauptsitz der VAT Group in Haag SG. Foto: KeystoneVAT: Der Börsenwert erreicht gut 3 Milliarden Franken. Foto: PD

Eine solche Performance nach einem Börsengang habe ich noch selten gesehen. Seit der Kotierung vor elf Monaten kennt der Aktienkurs von VAT nur einen Weg – nach oben. Vergangene Woche notierten die Valoren erstmals über 100 Franken. Ausgegeben wurden sie zu 45 Franken. Die Investoren bewerten den Hersteller von Vakuumventilen mittlerweile mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23, auf Basis der Schätzungen für das laufende Jahr. Der Börsenwert erreicht gut 3 Milliarden Franken. Das ist sehr viel für ein Unternehmen, das einen Umsatz von 500 Millionen Franken erzielt. Das Management äusserte sich stets sehr zurückhaltend zu den Prognosen. Jedes Quartal wurden sie deutlich übertroffen. Entsprechend hinkten die Kursziele der Analysten ständig hinterher. Offenbar, so habe ich gehört, wurde aber auch die Unternehmensleitung von der hervorragenden Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr überrascht. Der Chef arbeitet seit drei Jahrzehnten im Halbleitergeschäft, dem Haupt­segment von VAT. Dergleichen habe er noch nie erlebt. Nun bin ich gespannt, was das Management Ende März zu den Aussichten sagen wird. Abwarten

Ankeraktionär Ebner hat aufgestockt

Die Abspaltung der Apothekensparte Santé von Galenica steht kurz bevor. Die Valoren des Berner Gesundheitsunternehmens ­erhalten somit ein komplett neues Profil. Galenica, im Zug der Transaktion in Vifor Pharma umgetauft, wird sich auf die Lizenzierung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen, patent­geschützten Medikamenten im Bereich Nierenleiden konzentrieren. Zwar hat Vifor Pharma bereits gut etablierte, gewinnbringende Medikamente auf dem Markt und schreibt Gewinn. Um neue Präparate zu etablieren, muss sie jedoch viel investieren, ohne Gewissheit auf Erfolg. Die künftigen Aktien werden daher mit deutlich höheren Risiken behaftet sein. Dennoch haben sie Potenzial. Nach der Akquisition von Actelion durch Johnson & Johnson wird Vifor Pharma das grösste Biotechunternehmen an der Schweizer Börse sein. Das könnte Healthcare-Investoren anlocken. Stützen dürften Engagements von Ankeraktionären wie Martin Ebner, der soeben seine Position um rund 2 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent aufgestockt hat. Risikofähige Anleger kaufen nach den jüngsten Abschlägen zu. Dosiert kaufen

Grosses Durcheinander

Im Fall von Aryzta lautete mein Rat lange Zeit: Hände weg von den Aktien. Nun kommt der Back­warenhersteller aber in Bewegung, wobei die Gewinnwarnung am 24. Januar als Beschleuniger gewirkt hat. Das Topmanagement muss auf Ende März gehen. Das ist eine Voraussetzung für eine Wende. Allerdings herrscht jetzt ein grosses Durcheinander. Ein neuer CEO ist erst zu suchen. Findet sich ein guter Name, gäbe das den Aktien einen Schub. Der neue Verwaltungsratspräsident Gary McGann will zudem auf die Aktionäre hören Fast alle, mit denen er bisher sprach, wollen, dass Aryzta die nicht zu ihr passende Beteiligung an der Tiefkühlkette Picard loswird. Das wird kaum zu dem Preis über die Bühne gehen, für den sie gekauft wurde. Eine Ankündigung, sich davon trennen zu wollen, dürfte den Aktien gleichwohl weiter Schub geben. Andererseits glaube ich, dass ein neuer Chef auf Goodwill-Wertberichtigungen bestehen wird; und entgegen McGanns Aussagen könnte eine Kapitalerhöhung erforderlich werden. Das brächte den Kurs wieder unter Druck. Doch grundsätzlich gibt es Aufholpotenzial. Wer eine Spielernatur ist, wagt einen ersten Einsatz. Für andere gilt: Abwarten

Chinesen kaufen wieder Uhren

Aktuell kommt man in den Zeitungen am Namen Swatch Group kaum vorbei. So oft wie in den vergangenen Wochen hat sich der Konzernchef Nick Hayek schon länger nicht mehr in den Medien blicken lassen. Seine Nachricht: Das Wachstum ist zurück, die Chinesen kaufen wieder Uhren, die Branchenkrise der vergangenen zwei, drei Jahre ist vorbei. Tatsächlich zeigen verschiedene Indika­toren einen Aufschwung in den wichtigsten Absatzmärkten. Ich bin sicher, dass diese Trendwende auch bald in der Schweizer Uhrenexportstatistik zu sehen ist. Wer Hayek kennt, weiss, dass er auch in schlechten Zeiten nur positive Entwicklungen sieht. Doch dieses Jahr dürfte er mit seinen Prog­nosen nicht komplett danebenliegen. Ein Umsatzwachstum von 5 Prozent liegt durchaus drin. Allerdings haben die Börsen diese Erwartungen längst eingepreist. Die Aktien von Swatch Group sind durchaus interessant. Freilich sind sie mir auf dem aktuellen Niveau etwas zu teuer. In Schwächephasen kaufen

An der Börse die Besten

Kein Wert am hiesigen Aktienmarkt hat sich seit Anfang Jahr so gut entwickelt wie AMS. Die Titel des österreichischen Chipherstellers, die in der Schweiz kotiert sind, liegen seit Januar fast 90 Prozent im Plus. Die Börse spiegelt die Hoffnung, dass sich mehr Sensoren von AMS im nächsten iPhone von Apple wiederfinden als je zuvor. Und dass das neue iPhone ein Hit wird. Die Chancen stehen nicht schlecht. Schon jetzt ist der kalifornische Tech-Konzern der grösste AMS-Kunde. Durch den Kauf des Optikspezialisten Heptagon vergangenen Herbst dürfte der Anteil von AMS-Sensoren in Apple-Geräten steigen. Ende vergangener Woche hat AMS die US-Gesellschaft Princeton Optronics übernommen, einen weiteren Optiksensorexperten, der gut zum Unternehmen passt. Das Problem: Die Börse blendet derzeit mögliche Risiken komplett aus. Bei der aktuellen Bewertung darf nichts schiefgehen. Nur absolute Optimisten steigen jetzt noch ein. Alle anderen warten auf ein günstigeres Einstiegsniveau. Halten

1 Kommentar zu «VAT-Group wird zum Börsenüberflieger»

  • Rolf Bombach sagt:

    Woher kommt der VAT-Hype? Die Firma ist grob geschätzt 99% exportorientiert, wobei Europa kaum eine Rolle spielt. Es wird vorallem nach Asien und USA exportiert. USA- america first… Asien, die werden demnächst wohl auch selber solche Teile bauen können (ist ja nicht rocket science) und damit nicht nur den Heim- sondern auch Europamarkt bedienen können.

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