«Ich kann die Steuerrechnung nicht mehr zahlen»

Steuererklärung: Zahlung der Steuern in Raten möglich. Foto: Keystone

Steuererklärung: Zahlung der Steuern in Raten möglich. Foto: Keystone

Ich habe die Formulare für die Steuererklärung erhalten, aber noch nicht mal die alten Steuern bezahlt, weil das Geld nicht reicht. Ich kann das nicht mehr bezahlen. Was soll ich tun? W. N.

Wenn jemand die Steuerrechnung nicht im Rahmen der vorgeschriebenen Fristen begleichen kann, ist es möglich, entweder die Zahlungsfrist erstrecken zu lassen oder eine Zahlung in Raten zu beantragen. Ein Gesuch dafür müssen Sie direkt bei Ihrem Steueramt einreichen. Nichtsdestotrotz müssen Sie auf der Steuerschuld einen Zins zahlen. Falls Sie die Steuerschuld überhaupt nicht begleichen können, weil Sie überschuldet sind, können Sie bei Ihren Steuerbehörden einen Antrag für einen Steuererlass stellen. Dies beinhaltet auch mögliche Zinsen oder Steuerbussen. Die Hürden sind allerdings hoch.

Ein Anspruch auf Steuererlass besteht nicht zwingend, sondern wird im Einzelfall geprüft. Infrage kommen für einen Steuererlass aber nur Personen, welche nachweisen können, dass sie wirklich in einer finanziellen Notlage sind. Damit Ihr Antrag eine Chance hat, müssen Sie also konkrete Belege zu Ihren Zahlungsschwierigkeiten vorlegen können. Dazu gehören allfällige Betreibungen und eine Aufstellung Ihrer offenen Schulden und Lebenshaltungskosten, aber ebenso Belege über Ihre regelmässigen Einkünfte wie Lohn oder Renten sowie Ihre Vermögenssituation.

Es genügt also nicht, dass man sich nur in einem vorübergehenden finanziellen Engpass befindet. In diesem Falle würde das Steueramt nur einer Erstreckung der Zahlungsfrist und Ratenzahlung zustimmen. Auch müssen die Lebenshaltungskosten bei einem Gesuch auf Steuererlass sehr gering sein. Ansonsten wird das Amt verlangen, dass Sie zuerst Ihre Lebenshaltungskosten senken, indem Sie beispielsweise eine günstigere Wohnung mieten und so die Steuerrechnung zahlen.

Auch dürfen Sie nicht freiwillig auf einen Job und damit auf mögliche Einkünfte verzichten oder freiwillig Teilzeit arbeiten, obwohl eine Vollanstellung für Sie möglich wäre. Vorausgesetzt, Sie können belegen, dass Sie in einer finanziellen Notlage sind, ist es wichtig, dass Sie das Gesuch zum Steuererlass nicht erst den Steuerbehörden stellen, wenn schon eine Betreibung wegen der Steuerrechnung gegen Sie läuft.

Ich rate Ihnen daher, sich umgehend mit Ihrem Steueramt in Verbindung zu setzen, sich kooperativ zu zeigen, Ihre Situation offen zu schildern und gemeinsam mit der Behörde eine Lösung zu suchen.

20 Kommentare zu ««Ich kann die Steuerrechnung nicht mehr zahlen»»

  • Rai sagt:

    Ueberschuldung als Grund die Steuern nicht begleichen zu koennen ist laut dem Merkblatt zum Steuererlass BS (und BL) ein Ausschlussgrund – und nicht eine Indikation – fuer den Steuererlass. Es sei denn die anderen Glaeubiger verzichten ebenfalls auf einen Teil Ihrer Forderung. In dieser Situation lohnt sich viel eher die Inanspruchnahne einer Beratung bei Plusminus (BS) oder der Fachstelle fuer Schuldenfragen BL. Die Merkblaetter mit den korrekten Angaben sind online einfach abrufbar.

    • Karl von Bruck sagt:

      Da wird es wahrscheinlich auch darauf ankommen ob ein zu frueh ohne elterlichen Vetoschutz zum Abschuss durch die Konsumentenabzocker freigegebener Volljaehriger nur die Rostlauben, Weltreisen und anderen Luxus Andrehenden voll befriedigt. Oder ein von Mietwucherer und KK-Praemien in bitterste Armut getriebener Altersrentner lieber die Miete und die KK bezahlt als die Steuern. Damit er nicht unter der Bruecke nur noch mit Notfallmedizin landet….

  • groeg sagt:

    Das tönt gut und vernünftig.Nur, ich glaube dass sehr viele Steuern NIE bezahlt werden.Schlimm ist, dass die Summe der nicht bezahlten Steuern wissentlich geheim gehalten werden und dass hier die Presse total versagt. Es hat System in der Verwaltung nichts zu sagen, was unangenehm ist.Sogar SEM und BfM stellen nur noch ihre Zahlen zur Bedienung ins Internet, obwohl sie hunderte Presseheinis haben.Auch hier versagt die Presse schmählich.

    • Karl von Bruck sagt:

      Wenn – wie nach der franzoesischen Revolution – die Staats- und Sozialausgaben wieder mit Zoellen, Verbrauchsabgaben nur auf schaedlichen (Lenkungsabgaben) oder Luxuswaren und Kapital(verkehrs)steuern (Tobintax von weniger als 1 Prozent!) statt Belastung des Arbeits- und Umlagerentlieinkommens finanziert wuerden, waere die jahrzentelange Auspressung kuenftigen Arbeitseinkommens nicht nur fuer Alimente, sondern gar auch fuer Steuerschulden ebenso Geschichte wie die Billionen endgueltig nicht beitreibbarer Steuern…..

  • Vivienne Pfefferkorn sagt:

    Oh oh – da ist aber ein gewaltiger Fehler im Text.
    Weitere Schulden – ausser Steurschulden – sind bereits per se Auschlussgrund für einen Steuererlass (Gläubigerbevorzugung). Daher sollte man es tunlichst meiden weitere Schulden anzugeben.

  • Freya sagt:

    Ich bezahle dem Steueramt jeden Monat CHF 110.00 zurück.
    Warum kann dieser Betrag nicht als Schulden der kommenden Steuerrechnung abgezogen werden?
    Somit muss ich 13’200 CHF versteuern, die ich gar nie zur Verfügung hatte!
    Hat dieses System irgend eine Logik? Oder ist das Steuersystem nur für die Reichen gemacht??

    • Karl von Bruck sagt:

      Ja!! Da statt Vermoegen besteuert Einkommen auch von Armen abgeschuppt wird, ist die logische Folge, dass nur Zinsen vom steuerpfichtigen Einkommen abgezogen werden duerfen – und das gar auch nur noch sehr beschraenkt! – aber nicht Schuldenrueckzahlungen….

    • Freya sagt:

      Korrektur:
      Es sind 1100.00 CHF, die ich mtl. dem Steueramt überweise!

  • Treuhänder sagt:

    Wenn Sie die Steuern nicht mehr zahlen können, dann sollten Sie lernen mit dem Geld umgehen zu können und die Kredite abzahlen. Falls Sie hoffnungslos verschuldet sind, dann sprechen Sie offen mit dem Steueramt. Auf keinem Fall damit beginnen neue Schulden einzugehen, um mit einer Sanierung aus der Sache raus zu kommen. Wenn alles versagt, dann gehen Sie zum Betreibungsamt und erklären den Privatkonkurs.

    • Karl von Bruck sagt:

      Wenn man ab 200 k/J verdient, ist es leicht, Steuern zu bezahlen. Derweil Pansionierte, mit einem Renteneinkommen von 30 k auch noch Steuern abgezockt weren, wenn sie mit einem gleichen EL-Einkommen steuerfrei waren. Selektiver Superkommunismus auf dem Puckel der in Ausbildung und Beruf zu Fleissigen pervers….

    • Freya sagt:

      Was wenn man beim Steueramt monatelang um einen Termin kämpfen muss, damit eine Zahlungsvereinbarung getroffen werden kann?
      Was, wenn das Steueramt antwortet, dass sie es nicht für nötig halten! einen Termin zu vereinbaren?
      Hallo??
      Ich habe KEINE anderen Schulden! Lebe sehr bescheiden. Kein Luxus, Kein materialistischer Drang!
      Das einzige Problem ist das unfaire und unlogische System und dessen Marionetten!!

      • Karl von Bruck sagt:

        Nur Auslaender sind automatisch rechtsgeschuetzt und Reichlinge koennen sich Rechtsschutz kaufen. Nicht nur die Steuer-, sondern auch die Sozial- und Apartheidbuettel sabotieren die armen Eidgenossen, statt ihre Grundrechte zu achten und ihnen zu diesen verhelfen.

        Aber das ist nicht die Schuld der Buettel, sonder des Politkopfes der Befehlskette….

      • Karl von Bruck sagt:

        Die Leute, die Ratenzahlung, Stundung und Erlass brauchen werden explosiv zahlreicher. Ohne dass der Personalbestand der Steueraemter entsprchend aufgestockt wird. Deshalb kann nicht mit allen persoenlich verhandelt werden. Automatisch rechtlich vertretene Auslaender und Reichlinge, welche sich einen Treuhaender oder Steueranwalt mieten koennen, wissen wo und wie ansetzen, um Steuergeschenke auszuloesen.

        Zu empfehlen ist eine E-Mail mit einem Vorschlag, wenigstens die Verzugszinsen in monatlichen Ratten vom Munde abzusparen. Sonst gibts Verlstscheine. Damit hoert zwar der Zinsenlauf auf. Dafuer findet man kaum mehr eine Stelle oder eine Wohnung….

  • Karl von Bruck sagt:

    Bingo!

    Die Steuern sind schon auf mttleren statt nur hohen Einkommen (ausgenommen nur teilbesteuerten Dividenden) horrend. Das Arbeits- oder gar nur Rentlieinkommen wird je laenger je mehr zu rund einem Drittel von Kapitalschmariotzern (Mietzins- und anderen Wucheren) abgezockt und einem weiteren Drittel zur Umvertelung an Sozialschmarotzer zwangsumverteilt. Immer weniger ohne goldenen Loeffel im Maul geborene Buerger koennen da auch bei Brot und Wasser auch noch Steuern bezahlen. Dennoch werden weder die Steuertarife angepasst, und Steuern hoechstens schon ohne Einkommen ganz ruinierten gewaehrt. Statt Steuererlass werden Verlustscheine gesammelt, und die Opfer nicht nur waehrend deren Gueltigkeit von 20 Jahren ausgepresst, sondern von einigen Kantonen gar mit grossem Aufwand 40 ode

    • sepp z. sagt:

      dafür sinken steuersätze für globale firmen und aktionäre kontinuierlich richtung 0. politisch so gewollt. aber wenn die dummen kälber ihren metzger selber wählen (die lobbyisten des grosskapitals) dann ist ihnen auch nicht zu helfen.

      • Karl von Bruck sagt:

        Schon zwei Drittel schlafen lieber aus, da die Rechten die Loehne und Renten minimieren, und die Abzocke durch die Miet- und anderen Wucherer maximieren – und die Linken die Umverteilung an die Sozialschmarotzer nicht aus Reichlingssteuern, sondern mit Lohnprodezen selektiv bis gar pervers superkommunistisch finanzieren lassen…

  • Mario Roncoroni sagt:

    Der Autor schickt die Leserinnen und Leser mit seinem Rat auf direktem Weg in die Sackgasse: Wer neben den Steuern andere Schulden hat, wird in aller Regel keinen Steuererlass bekommen.

  • Ronald König sagt:

    Wer mit diesem Thema vertraut ist, der Autor ist es definitiv in der Praxis nicht, der weiss, dass es sehr selten eine Stundung bei Steuern gibt! Das erste mal, nicht selber betroffen!, habe ich im Jahre 1989 das erste mal praktisch mit diesem Thema zu tun gehabt. Die Gründe für ein Ja oder Nein sind sehr interessant. Und sehr individuell gehandhabt vom Mitarbeiter des Steuerbüros. Man will nämlich vermeiden, dass zu viele auf solche Ideen kommen. Lieber vernichtet man Existenzen in der Schweiz. In Amerika hilft man damit Leuten ins Präsidentenamt sozusagen.

    • Karl von Bruck sagt:

      Der Autor empfiehlt richtig nur Gesuche um eine Erstreckung der Zahlungsfrist oder ein Gesuch um Ratenzahlung. Eigentliche Stundungen, wie sie zB von der Scheidungsjuxtiz nicht quellenbesteuerte Schweizer benoetigen, da sie selektiv auf das Existenzminimum ohne Steuern gesetzt werden, und deshalb erst nach dem Ende der ruinoesen (Ex)sippenhaftung anfangen koennen, die Jahrzehnte aufgelaufenen Steuerschulden abzustottern werden nicht meht bewilligt, sondern die Existenzen mit horrenden Verlustscheinen oft bis zur Bahre vernichtet. Die aufgeklaerten Familien- und Steuergesetze verteilten nur vorhandenes Vermoegen und reife Feldfruechte. Die neofeudale Juxtiz- und neuerdings auch Verwaltungspraxis drueckt auch unverschuldet ruinierte Buerger in die Zahlsklaverei auf kuenftigem Arbeitseink

  • Franz Keller sagt:

    leute leute wer leben nun mal in einem repräsentative demokratie, wer bei seinen geburt kein dokument unterschrieben hat worauf steht das er/sie sich einverstanden erklärt mit dem herschende status quo, also die anerkennung der zurzeit herschende ideologie, ist fein raus und braucht gar keine steuern zu zahlen, da diese ja ein teilkonstrukt der zurzeit herschende ideologie ist, keine ist dazu verpflichtet diese anzuerekennen, noch die autorität seinen vertreter …
    ein person ist nur eine systemnname zur indentifizierung, du bist aber mensch…uns somit kein teil dieses systems…

Kommentar

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