Keine Spur von Schwäche beim Chiphersteller AMS

Halbleiterproduktion von AMS: Die österreichische Firma hat gute mittel- und langfristige Perspektiven. Foto: PD

Die Stimmung ist gut, die Kurse steigen, weshalb der Anleger Geduld aufbringen muss. Vor drei Wochen habe ich an dieser Stelle AMS als «knifflige Sache» bezeichnet. Ich schrieb, die mittelfristigen Perspektiven für die Aktien des Chipherstellers seien sehr attraktiv. Wer langfristig denke, solle kaufen. Gleichzeitig bestehe aber die Möglichkeit, dass das Unternehmen mit seinem Jahresabschluss zunächst enttäusche, was eine günstigere Kaufgelegenheit eröffnen könnte. Dazu ist es nun nicht gekommen: AMS hat am Dienstag zwar wie erwartet eher schwache Zahlen für 2016 vorgelegt, doch der Börse gefallen bereits die Aussichten für 2017. Die Titel haben im Verlauf der letzten drei Wochen gut 40 Prozent gewonnen; von Schwäche keine Spur. Ich denke, der Kurs hat nun etwas überschossen. Doch die mittel- und längerfristigen Perspektiven von AMS gefallen mir nach wie vor, weshalb ich bei Kursen unter 40  Franken wieder kaufen würde. In Schwächen kaufen

Weiteres Wachstum

Es ist zum Verrücktwerden mit Ems-Chemie. Im positiven Sinne. Der Spezialist für Hochleistungspolymere scheint keine Limiten zu kennen. 2016 hat er sich nochmals deutlich gesteigert. Der Gewinn macht 23 Prozent des Umsatzes aus. Da wird jeder Pharma­ma­nager bleich, sprechen wir doch von einem Chemieunternehmen, das mehr als 60 Prozent seines Umsatzes mit der Automobilindustrie ­erzielt. Der Ausblick für 2017 verspricht weiteres Wachstum, sowohl beim Umsatz als auch beim Betriebsgewinn. Und doch scheint eine Grenze erreicht zu sein, denn die Marge steht unter Druck. Was das konkret bedeutet, ist schwer abzuschätzen. Für den Gewinn erwarte ich aber keine ­allzu grosse Steigerung. Ein Sonderangebot sind die Aktien von Ems-Chemie nicht. Qualität hat ihren Preis. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 beträgt fast 29. Auch das kann bleich machen – scheint aber niemanden zu kümmern. Halten

Beliebter Ziegenkäse

Der Milchverarbeiter Emmi kauft seit Jahren kleine, aber feine Käsereien und setzt auf Premiumprodukte. Wie wichtig diese Ausrichtung ist, verdeutlicht das zweite Semester 2016. Herr und Frau Schweizer haben für Milch und Käse weniger Geld ausgegeben. Zumindest in der Schweiz. Das merkt auch Emmi. Jeden zweiten Franken erwirtschaftet das Unternehmen hierzulande. Der Umsatzrückgang von fast 3 Prozent schmerzt zwar, wurde aber erwartet und kann zumindest teilweise mit dem internationalen Geschäft wettgemacht werden. In Amerika verzeichnet Emmi ein solides Wachstum. Besonders beliebt ist der Ziegenkäse. Hier hat Emmi jüngst seine Marktposition mit Akquisitionen ausgebaut. Die Aktien haben sich in zwei Jahren fast verdoppelt und sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 für 2017 nicht mehr günstig. Ich rate, dennoch investiert zu bleiben. Denn Emmi hat mit geschickten Akquisitionen die Abhängigkeit vom Schweizer Geschäft reduziert und wird an dieser Strategie weiter festhalten. Kaufen

Langer Atem ist gefragt

Wenn Sie gerne Dividenden jagen, nehmen Sie doch die Aktien von Zurich Insurance ins Visier. Der Versicherer hat vergangene Woche bessere Jahreszahlen geliefert als angenommen – mehr aber auch nicht. Einige Investoren veräussern deswegen die Aktien. Das ist eine Chance für andere, mit vorsichtig gesetzten Kauflimiten einzusteigen oder aufzubauen. Die Dividende bleibt auf 17 Franken, was einer Rendite von gut 6 Prozent entspricht. Doch Vorsicht: ­Dividenden müssen von Privatpersonen als Einkommensbestandteil versteuert werden, und zudem werden die Zurich-Aktien am Tag des Dividendenabgangs am 30. März wohl etwa um den Ausschüttungsbetrag korrigieren. Dann lautet die Frage, wie schnell die Aktien den Dividendenabgang wettmachen können. Wichtig ist es deshalb, einen langen Anlagehorizont zu wählen. Der Zurich-Konzern stellt den Ertrag vor das Umsatzwachstum. Dieses Jahr sollen rund 400 Millionen Dollar weniger Kosten anfallen. Da kann der Überschuss rasch einmal 10 Prozent steigen. Der Verwaltungsrat spielt den Dividendentrumpf; in den kommenden Jahren sollen drei Viertel des Überschusses für die Ausschüttung verwendet werden. Aussicht auf künftig noch höhere Dividenden haben aber nur Zurich-Aktionäre mit sehr langem Atem. Dosiert kaufen

Börsenwert hat sich verzwanzigfacht

Schweiter fasziniert. Zuerst Textilmaschinen, dann Beschichtung und Bearbeitung von Brillen­gläsern, nachher Montageauto­mation und Halbleiter – der Schwerpunkt und die Breite der Aktivitäten haben immer wieder geändert. Seit ein paar Jahren setzt Schweiter auf Verbundwerkstoffe, zum Beispiel Kernmaterialien für Rotorblätter zur Erzeugung von Windenergie und Platten für Gebäudefassaden. Mithilfe einer meist geschickten Portfoliopolitik (Unternehmen günstig kaufen und teuer verkaufen) hat sich der Börsenwert seit 1998 mehr als verzwanzigfacht. Im vergangenen Jahr dürfte sich der Umsatz um ein Fünftel vergrössert haben, vor allem dank Neuerwerbungen. Sie wurden rasch integriert und haben das Margenniveau der Gruppe früher als erwartet erreicht. Das Management ist bereit für weitere Wachstumsschritte. Schweiter verfügt über flüssige Mittel von 170 Millionen Franken netto. Die Basis für den heutigen Erfolg legte übrigens nicht zuletzt der lukrative Verkauf der Brillenaktivi­täten an die französische Essilor 2008, die ihrerseits bald mit der italienischen Luxottica und Marken wie Ray-Ban in einem 49-Milliarden-Dollar-Deal fusionieren soll. Kaufen