Währungsrisiken werden oft unterschätzt

Währungsrisiko: Besonders heikel für exportorientierte Unternehmen. Foto: Getty

Absichern gegen das Währungsrisiko: Besonders wichtig für exportorientierte Unternehmen, aber auch für Privatanleger. Foto: Getty

Sie raten, Eurobestände abzusichern. Wie ist dies möglich? H.S.

Währungsrisiken sind sowohl für Privatanleger als auch für KMU eine beträchtliche Gefahr. Wenn man eine Vielzahl von Aktien oder Obligationen in Euro im Depot hält und der Euro gegenüber dem Franken plötzlich stark an Wert verliert, sitzt man auf hohen Buchverlusten, selbst wenn sich die Wertpapiere an sich positiv entwickelt hätten. In unguter Erinnerung ist deshalb etlichen Anlegern die für viele überraschende Aufhebung des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank, als der Euro zum Franken dramatisch nachgab. Im positiven Fall kann man als Investor auch von Währungsgewinnen profitieren. Derzeit sichtbar gerade beim Dollar, der zum Franken an Wert zugelegt hat.

Besonders heikel sind Währungsrisiken für exportorientierte Unternehmen. Für sie kann eine professionelle Währungsabsicherung von grundlegender Bedeutung sein. Ausschliessen kann man als Anleger Währungsrisiken, indem man nur Wertschriften in Franken hält. Doch dann geht man gleichzeitig ein Klumpenrisiko ein und verpasst Opportunitäten, die ausländische Wertschriften und Märkte bieten.

Wichtig ist für Sie als Privatanleger in erster Linie, dass Sie in Ihrem Depot analysieren, wie hoch Ihre allfälligen Währungsrisiken tatsächlich sind. Wenn Sie diese kennen, können Sie selbst entscheiden, ob Sie in der Lage sind, diese zu tragen oder nicht. Falls Sie hohe Währungsrisiken haben und diese nicht in Kauf nehmen möchten oder können, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fremdwährungspositionen abzusichern. Dazu gibt es verschiedene Techniken und Produkte.

Möglich ist eine Absicherung Ihres Depots zum Beispiel gegen einen Wertzerfall des Euro durch Devisentermingeschäfte in Form von Swap- oder Optionsgeschäften. Dadurch kann man das Währungsrisiko an eine andere Partei auslagern, zahlt dafür aber einen Preis. Vergleichbar ist der Mechanismus mit einer klassischen Versicherung. Der Nachteil einer Währungsabsicherung besteht darin, dass die Kosten der Absicherung Ihre Rendite schmälern, dafür erhöhen Sie die Sicherheit.

Wenn Sie Ihre Währungspositionen ganz oder teilweise absichern möchten, empfehle ich Ihnen, sich von Ihrer Bank beraten zu lassen und anhand Ihrer konkreten Währungspositionen eine Absicherungsstrategie ausarbeiten zu lassen. Da es dafür eine Vielzahl von Produkten gibt, ist eine Absicherung auch bei kleineren Depots problemlos möglich.

2 Kommentare zu «Währungsrisiken werden oft unterschätzt»

  • Jürg Bühler sagt:

    Wenn Sie Sich von Bank beraten lassen, und die Ihnen eine „Währungsabsicherungsstrategie“ machen, dann können Sie sicher sein, dass die Bank daran gut verdienen wird.
    Ein billigere Euro würde den Unternehmen im Euro Raum helfen. Die Aktien müssen somit auf keinen Fall abgesichert werden. Bei den Obligationen würde man über die Zinsdifferenz die Mehrrendite wieder hergeben und wenn man über eine Bank einen Hedge kauft, dann dürfte durch Kosten, die sich die Bank genehmigt die Situation noch schlimmer werden. Zudem muss man sich gerade beim Fall Euro bewusst sein, dass durch eine Abwertung des Euro man danach auch billiger einkaufen etc. kann
    Viel eher sollte man bei Obligationen anschauen, wie es mit dem Realzins (Zins minus Inflation) aussieht, ob er positiv ist, dann ist Anlage ok

  • Supermario sagt:

    Erstens will ich doch auf meinen Anlagen nicht darauf spekulieren, dass allfällige Währungsverluste durch „billigere Einkäufe“ teilweise oder ganz kompensiert werden; ist m.E. ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Zweitens ist es ja logisch, dass eine Absicherung nicht gratis zu haben ist; keine Bank kann und will diesbezüglich den Pestalozzi spielen. Sie reden sich hier – gegen den relativ guten Rat von Herrn Spieler – aus dem heissen Brei heraus!

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