Gebühren sparen mit Online-Vermögensanlage

Vermögensverwaltung: Es rechnet sich – Online-Firmen liegen mit den Gebühren deutlich tiefer als traditionelle Banken. Foto: Getty

Vermögensverwaltung: Es rechnet sich – Onlinefirmen liegen mit den Gebühren deutlich tiefer als traditionelle Banken. Foto: Getty

Meine Mutter lässt ihr Vermögen von der UBS verwalten. Dafür bezahlt sie 5300 Franken Gebühren pro Jahr. Ich habe mir deshalb die Vermögensverwaltungskosten verschiedener Banken angeschaut. Sehr viel günstiger scheinen Migros Bank und True Wealth zu sein. Wie beurteilen Sie True Wealth? T.W.

Die von Ihnen erwähnte True Wealth ist ein junges Fintech-Unternehmen, welches vor drei Jahren vom Jungunternehmer Felix Niederer gegründet wurde. Mitgründer ist Oliver Herren, der die Onlinefirmen Digitec.ch und Galaxus ins Leben gerufen hatte. Ziel der Firma ist es, eine onlinebasierte Vermögensverwaltung zu schaffen, welche sich dank weitergehend automatisierter Prozesse durch deutlich tiefere Gebühren auszeichnet. Entsprechend liegen die Verwaltungsgebühren mit 0,5 Prozent deutlich tiefer als bei traditionellen Banken.

Mittels der True-Wealth-Software können die Kundinnen und Kunden bereits kleinere Vermögen ab mindestens 8500 Franken in Exchange Traded Funds (ETF) investieren und erreichen so kostengünstig eine breite Diversifikation. True Wealth selber ist keine Bank. Die Wertschriften der Kundschaft bleiben auf deren Namen bei der Depotbank. Grösstes Risiko bleibt somit das Anlagerisiko, welches je nach gewählter Strategie grösser oder kleiner ist.

Trotz breiter Diversifikation können Sie auch mit ETFs beträchtliche Buchverluste einfahren – etwa dann, wenn Sie in erster Linie auf Finanzvehikel setzen, welche an Aktienindices gekoppelt sind. Das Anlagerisiko tragen Sie aber auch bei traditionellen Banken, selbst wenn Sie höhere Gebühren zahlen. Vermögensverwaltungsmandate von Banken lassen sich allerdings nicht direkt mit dem Angebot von True Wealth vergleichen.

Punkto Service gibt es grosse Unterschiede. Das ist nicht wertend gemeint. Vielmehr muss man als Privatanleger selbst herausfinden, welche Bedürfnisse man hat. Wenn Ihre Mutter Wert auf persönliche Ansprechpartner und Berater legt, dürfte Sie mit einem Angebot, wie sie es jetzt bei der UBS hat oder wie es auch viele andere Banken bieten, wohl besser fahren. Dafür zahlt Sie aber deutlich höhere Kosten.

Wenn jemand keine Beratung wünscht, ohnehin nur auf ETF setzen will und mit onlinebasierten Prozessen gut leben kann, macht eine Fintech-Lösung, wie sie True Wealth bietet, Sinn. Gerade weil die Gebühren angesichts der rekordtiefen Zinsen immer stärker ins Gewicht fallen, dürften automatisierte Vermögensverwaltungsmodelle künftig stärker an Bedeutung gewinnen.