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Die Lehrer, die Ferien und der Lohn

Von Martin Wilhelm, 21. Mai 2015 203 Kommentare »
Sie haben zwölf unterrichtsfreie Wochen im Jahr und verdienen bei Berufseinstieg 7000 Franken im Monat. Trotzdem beklagen sie Überlastung und Unterbezahlung. Wie geht es den Lehrern? Ein Faktencheck in 7 Punkten.
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Bei kaum einer Berufsgruppe liegen landläufige Vorurteile und die Klagen von Betroffenen so weit auseinander wie bei den Lehrerinnen und Lehrern.

So tönt es am Stammtisch:

  • Die ganze Zeit Ferien!
  • Eine gut entlöhnte und sichere Anstellung beim Staat!
  • Dabei holen sie jedes Jahr dieselben Unterlagen aus der Schublade!

So tönt es im Lehrerzimmer:

  • Zu viele Sitzungen!
  • Uneinsichtige Eltern!
  • Freche Schüler!
  • Zu wenig Lohn!

Wer hat recht? Dank vieler Studien und Statistiken lässt sich heute ein detailliertes Bild der Arbeitsbedingungen der Lehrer zeichnen. Hier 7 zentrale Aussagen, die aus den vorhandenen Daten hervorgehen:

1. Unzufrieden sind die Lehrer mit dem Lohn

Der Lehrer-Dachverband LCH hat letztes Jahr zum zweiten Mal eine grosse Zufriedenheitsumfrage unter Lehrern in der Deutschschweiz durchführen lassen. Fazit: Die Lehrer geben ihrem Beruf im Durchschnitt mit einer 4,3 keine glanzvolle, aber immerhin eine genügende Note. Zufrieden sind sie mit ihrem Pensum und dem Unterricht, unzufrieden hingegen mit der Arbeitsbelastung, dem Lohn und den Reformen in der Schule.

2. Die Löhne unterscheiden sich zwischen den Kantonen erheblich

Wie gut die Schweizer Lehrer verdienen, lässt sich nicht generell beurteilen. Je nach Kanton, Stufe und Dienstalter ergeben sich ganz unterschiedliche Löhne. Wie eine Auswertung der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz zeigt, verdient eine Gymnasiallehrerin im Kanton Zug mit 165’495 Franken pro Jahr am meisten – verglichen mit allen Lehrern im 11. Berufsjahr. Der tiefste Lohn, den ein Lehrer in der Schweiz erhält, beträgt 60’000 Franken: So viel verdient ein Kindergärtner im 1. Berufsjahr im Kanton Graubünden. Der höchste Lohn beläuft sich auf 178’801 Franken: So viel erhält ein Zürcher Gymnasiallehrer mit maximaler Berufserfahrung.

Wer von seinem Lohn am besten lebt, lässt sich aus der Statistik nicht direkt ablesen: Die von Kanton zu Kanton verschiedenen Lebenshaltungskosten sind dabei mangels eines offiziellen Index nicht berücksichtigt.

3. Die Löhne steigen langsamer an als in der Wirtschaft

Lehrer verdienen bei Berufseinstieg verhältnismässig gut. 82’837 Franken pro Jahr verdienen Absolventen der pädagogischen Hochschulen im Durchschnitt im ersten Jahr nach ihrem Abschluss, während es demgegenüber Juristen auf gerade einmal 56’329 Franken pro Jahr bringen. Nach fünf Jahren sieht die Situation allerdings ganz anders aus: 97’617 Franken verdienen die Lehrer, 108’620 Franken die Juristen. Die Juristen mögen zwar ein Extremfall sein. Auch im Vergleich zu anderen Berufsfeldern gilt aber: Die Lehrer steigen beim Lohn hoch ein, legen dann aber unterdurchschnittlich stark zu.

4. Die Reallöhne sinken teilweise

Eine substanzielle Lohnerhöhung ist seit Jahren eine zentrale Forderung der Lehrerverbände. 2012 forderte der LCH eine Reallohnerhöhung von mindestens sechs Prozent, 2013 eine Erhöhung um bis zu 20 Prozent innerhalb von fünf Jahren und 2014 einen automatischen Teuerungsausgleich sowie eine gesetzlich verankerte Lohnentwicklung. Die Begründung für die Lohnforderungen lautet jeweils, die Lehrer würden mangels Lohnerhöhungen und aufgrund steigender Preise real teilweise sogar weniger verdienen als früher, in jedem Fall aber bei der Lohnentwicklung hinter anderen Branchen zurückbleiben.

Stimmen diese Argumente? Betrachtet man das Unterrichtswesen als Ganzes, lässt sich die Lohnentwicklung für die letzten zwei Jahrzehnte in drei Phasen einteilen:

  • In einer ersten Phase von 1993 bis 2000 stagnierten die kaufkraftbereinigten Reallöhne in den meisten Branchen mit Ausnahme des Finanz- und Versicherungswesens. Das Unterrichtswesen schnitt in dieser Zeit unterdurchschnittlich ab: Die Reallöhne sanken um 1,5 Prozent.
  • Von 2001 bis 2008 stiegen die Reallöhne in den meisten Branchen. Das Unterrichtswesen hinkte hier hinterher; der Abstand zum Durchschnitt vergrösserte sich.
  • Von 2008 bis 2014 stiegen die Reallöhne in allen Branchen deutlich an, auch im Unterrichtswesen. Der Grund hierfür: Während die Nominallöhne in etwa im gleichen Tempo weiterwuchsen, stagnierten ab 2008 die Konsumentenpreise.

Insgesamt nahmen die Reallöhne im Unterrichtswesen in den letzten zwei Jahrzehnten damit gleich stark zu wie in der öffentlichen Verwaltung. Die Entwicklung blieb aber hinter etwa jener von Bau und Gastgewerbe zurück. Sieht man von den Extremen wie der Finanz- und Versicherungsbranche und des Verkehrs ab, fällt die Entwicklung im Unterrichtswesen nicht aus dem Rahmen, bewegt sich aber am unteren Rand.

Damit ist allerdings wenig darüber gesagt, wie sich die Lehrerlöhne in den einzelnen Kantonen entwickeln. Die Kategorie «Erziehung und Unterricht» des Bundesamts für Statistik (BFS) umfasst neben allen Stufen des regulären Schulsystems auch Privatschulen, Erwachsenenbildung, Sportunterricht und Anbieter von Fernkursen.

Der Lehrerdachverband nennt denn auch eine Reihe von Beispielen für sinkende Reallöhne:

  • Wer heute im Kanton Aargau als Sek-Lehrerin zu arbeiten beginnt, verdiene real 4,7 Prozent weniger als im Jahr 1993.
  • Die Kolleginnen auf derselben Stufe im Kanton Zürich würden mit 3,5 Prozent weniger beginnen, diejenigen in Bern mit 3,0 Prozent und diejenigen in Schaffhausen gar mit 12,0 Prozent weniger.
  • In einer Mehrheit der Kantone verdienten die Gymnasiallehrpersonen real weniger als noch vor 20 Jahren. Wer etwa mit dem Unterricht an einem St. Galler Gymnasium beginne, verdiene nominal gleich viel wie 1993 – bei einer zwischenzeitlichen Teuerung von 15,3 Prozent. Im Aargau beklagten die Mittelschullehrer einen Reallohnverlust von 12,6 Prozent.
  • In der Primarschule verdiene man beispielsweise in Baselland real 2,2 Prozent weniger als vor 22 Jahren.

5. Lehrer arbeiten mehr, als sie müssten.

2072 Stunden arbeiteten Schweizer Lehrer im Jahr 2009 im Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage im Auftrag des Lehrerdachverbandes LCH unter 1854 Lehrern aus der Deutschschweiz. Die Soll-Arbeitszeit der Lehrer ist unterschiedlich geregelt; in den meisten Kantonen beträgt sie 1950 Stunden.

9,1

Stunden hätte der durchschnittliche Lehrer demnach 2009 pro Tag gearbeitet, wenn er sein Pensum gleichmässig verteilt über 227 Arbeitstage geleistet hätte, was einem 100-Prozent-Pensum bei fünf Wochen Ferien und neun Feiertagen entsprechen würde.

Tatsächlich arbeiten die Lehrer aber je nach Wochentag unterschiedlich viel – und oft auch am Wochenende: Für Samstag weisen sie im Durchschnitt 2,2 Arbeitsstunden aus, für Sonntag 1,8.

6. Lehrer machen nur wenig mehr Ferien als der Durchschnitt

5,4

Wochen Ferien beziehen Lehrerinnen und Lehrer in der Schweiz im Durchschnitt. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt aller Arbeitnehmer, der laut BFS 5,0 Wochen beträgt.

Bei in der Regel 12 unterrichtsfreien Wochen macht dies noch 6,6 Wochen, in denen die Lehrer nicht unterrichten, aber trotzdem arbeiten. In diesen Wochen arbeiten sie allerdings deutlich weniger als während einer Unterrichtswoche; sie kompensieren also die Überzeit, die sie während der Unterrichtszeit angehäuft haben. Allerdings kompensieren sie diese nicht vollständig. Vielmehr häufen sie übers Schuljahr hinweg etliche Überstunden an: Arbeitet ein Lehrer beispielsweise insgesamt 2060 Stunden, hat er Ende Sommerferien 110 Stunden Überzeit.

7. Nur noch wenige Lehrer wollen Vollzeit arbeiten

62

Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer arbeiteten 2009 Teilzeit. Zehn Jahre zuvor waren es noch 56 Prozent. Zum Vergleich: In der Schweiz arbeiten insgesamt 36 Prozent aller Arbeitstätigen Teilzeit.

Wieso immer weniger Lehrer Vollzeit arbeiten, lässt sich letztlich nicht eindeutig sagen. Drei plausible Thesen lauten:

  • Teilzeitarbeit entspricht einem Bedürfnis, gerade bei Personen mit Kindern. In der Schule lässt sich dieses Bedürfnis im Gegensatz zu anderen Branchen besonders gut umsetzen.
  • Lehrern wird nicht mehr zwingend ein volles Pensum angeboten. Lektionen werden den Lehrerinnen und Lehrern von Jahr zu Jahr zugeteilt. Manche erhalten dabei auch weniger Lektionen, als sie sich wünschen.
  • Die Belastung wird vielen zu gross. Die administrativen Aufgaben nehmen zu, während die mit einem vollen Pensum zu bewältigende Lektionenzahl nicht oder kaum vermindert wird. In der Arbeitszeit-Umfrage des Lehrerdachverbands wünschte sich etwa ein Viertel aller Vollzeitlehrer ein reduziertes Pensum.

Schuld an der steigenden Belastung sind im Übrigen zwei Faktoren: Erstens wenden die Lehrer mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts auf, und zweitens hat der Aufwand für Administration und Koordination deutlich zugenommen.

203 Kommentare zu “Die Lehrer, die Ferien und der Lohn”

  1. stefan sagt:

    Hallo

    Weiss jemand wieviel ein Handwerkslehrer verdient?

  2. Moze sagt:

    @ Büezer; Alo es gibt für mich neben den Lehrern (die gerne mal jammern) auch die Büezer, die gerne jammern. Die Büezer verdienen zu wenig, wie ich finde, das ist ein Problem. Aber ein Lehrer muss definitiv mehr arbeiten, wird von beiden Breitseiten beschossen und oftmals auch von unten und oben. Doch der Vergleich Büezer-Lehrer find ich eigentlich schwierig, die Berufe sind viel zu unbterschiedlich. Weiter oben schreibt einer “…man müsste Lehere mal zeigen, was Büezer verdienen..” Das stimmt, alle Büezer verdienen zu wenig, das sehe ich als ein grosses Problem unsere Zeit. Aber es muss gerechterweise hier auch gesagt werden: “Allen Büezer sollte mal gezeigt werden, was ein Lehrer leisten muss”. Ich kenne beides (aus meiner Familie, dort gibts Büezer und Lehrer). Beide Sparten haben ihre grossen Nachteile und Vorteile. Provokativ kann man aber auch sagen: Büezer, wenn Dir dein Lohn nicht gefällt, drück die Schulbank und bilde Dich weiter, denn das gibt’s markant mehr Lohn. Aber klar, je älter man ist / länger man wartet, desto schwierieger wird es.

  3. Pimmelfredi sagt:

    Möchte einfach noch kurz was zum Lohn loswerden: Im Lohnvergleich darf man heute für den Lehrerberuf nicht mehr die 100% nehmen. Vor allem junge LPs arbeiten nicht mehr voll und kriegen somit auch keinen vollen Lohn mehr. Die Frage nach dem Grund ist eine andere Diskussion.

  4. tete23 sagt:

    Die Leher benötigen auch ihre Ferien und sollten Ihren Urlaub in einem Ferienhaus Sizilien Modica Marina oder Ferienhaus Sizilien Scopello geniessen. Damit Sie dies aber wirklich können, brauchen Lehrer auch Ihren Urlaub. Zahlreiche weitere Ferienhäuser Sizilien können online gefunden werden.

    • SAe sagt:

      Hahaha… Respekt! Wie du da deine Werbung reingeschmuggelt hast. 😉 Aber ich glaube kaum, dass Ferien in Sizilien die Probleme des Lehrberufs lösen werden…

  5. Mittelschullehrerin sagt:

    Als erstes möchte ich vorwegnehmen, dass der Lehrerberuf für nich nach wie vor ein Traumberuf ist. Und ja, man verdient als Mittelschullehrer/in gut, muss dafür aber auch einiges leisten. Ich möchte jedoch klarstellen, dass es momentan sehr schwierig ist (vor allem in gewissen Fächen), an einer Kantonsschule eine Festanstellung zu erhalten. Ich bin MItte 30, habe mir einen mickrigen ObA-Vertrag an einer Mittelschule regelrecht erbitten müssen und muss, um meine Lebenskosten zu decken, an 3 Schulen arbeiten, mich semesterweise um Vikariat oder befristete Lehranstellungen bemühen und habe überhaupt keine Pensensicherheit. Also wartet unsereins wieder bis an einer Schule mal wieder eine unbefristete Stelle frei wird, auf die sich dann mindestens 80 andere Lehrpersonen bewerben. Fakt ist, dass heute im Kt. ZH Lehrbeauftragte ohne Uniabschluss und Lehrdiplom problemlos (max.) 6 Jahre an einer Kanti arbeiten können, Mittelschullehrer mit Abschluss jedoch nur 1-2 Jahre! Absurd!, denn danach können Lehrpersonenen nur noch mit unbefristetem Vertrag weiterarbeiten oder müssen gehen. Unbefristete Stellen mbA müssen zwar ausgeschrieben werden, doch steht in den meisten Fällen im Vorherein bereits fest, welche Person die Schule wählen wird, sprich die Wahlverfahren sind meist eine Farce.

  6. Mit grossem Interesse habe ich die hier geschriebenen Beiträge gelesen. Zum Teil lösten sie bei mir Zufriedenheit und Verständnis aus, anderseits aber auch Kopfschütteln und Staunen.
    Zunächst ein paar Zahlen und Fakten, welche ich gerne präsentiere:
    Ich bin nun seit 12 Jahren Klassenlehrer in einem Schulhaus in der Stadt Bern für die 5/6 Klasse
    Ich arbeite zur Zeit 99.833% –> ich runde da bewusst nicht auf oder ab 🙂
    Ich verdiene für diese Arbeit Brutto 85’624.50, aber da kommt nun bereits der erste Kracher im Kanton Bern; Netto sind es dann bereits “nur” noch 73’100.30 und dies mit 12 Jahren Berufserfahrung!

    Ich jammere sicherlich nicht, denn mir gefällt die Arbeit sehr, Kinder in einem spannenden Lebens – und Altersabschnitt zu begleiten, zu fördern und ihnen verschiedene Inhalte mit auf ihren weiteren Weg zu geben. Und ja, ich will weiterhin als Lehrer arbeiten und fühle mich doch auch berufen dazu, allerdings kann ich mit Berufung und Idealismus beispielsweise keine Rechnungen und Steuern bezahlen. Stören tue ich mich vor allem an der Diskrepanz zu anderen Kantonen der Schweiz; häufig verdient man dort für die absolut identische Arbeit bedeutend mehr und bezahlt erst noch weniger Steuern.
    Und hier noch ein paar Inputs zum Gedanken spinnen, herumnörgeln oder gerne um sie zu kommentieren:
    Seit 12 Jahren leite ich für die Schulkinder ein freiwilliges Skilager in der Sportwoche: Dies kostet Zeit zur Vorbereitung, 6×24 Stunden Rundumbetreuung der Kinder und dies zu einem Lohn von 50.- pro Tag; Landschulwochen 5x24h Rundumbetreuung der Kinder –> gehören zum Berufsauftrag. Die Kritikerinnen und Kritiker des Lehrerberufs vergessen, dass eine Klasse, während dem Unterricht ständig vollen Einsatz und volle Aufmerksamkeit seitens der Lehrperson bedeutet; und ist der Unterricht vorbei ist dies nicht gleichbedeutend mit der Arbeitstag ist vorbei. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen (wenn Feierabend ist, ist Feierabend) arbeitet eine Lehrperson dann in der Regel noch weiter; Arbeiten am Wochenende, 12 Stunden Arbeitstage sind keine Seltenheit.
    Und hier noch ein weiterer Punkt um eine Diskussion anzuregen; aus meiner Sicht sind ebenfalls die Unterschiede der Entlöhnung innerhalb des Lehrerberufs, beispielsweise der Unterschied zwischen einem Lohn Primar – und Gymnasiallehrer bedeutend zu hoch.

    Ich bin gespannt über folgende Diskussionen

    • Fred Niederer sagt:

      Dass die Lehrerlöhne im Kanton BE nicht nur im Vergleich zu anderen Kantonen, sondern generell zu tief sind, ist glaube ich den Meisten klar und es ist zu hoffen, dass das auch die Politik bald einsieht.
      Dass du offenbar nicht weisst, dass man zwar in Lohnvergleichen immer von Bruttolöhnen spricht, aber alle nur Netto erhalten und die Abzüge (je nach Alter) bei allen in diesem Rahmen sind, (bei mir zB. 14.5%), stärkt das Klischee von den Lehrern die keine Ahnung von den Bedingungen in der Privatwirtschaft haben.
      Über die Lohnunterschiede zwischen Gymnasiallehrer und Primarlehrer kann man tatsächlich diskutieren. Insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern, wo sich am Stoff über die Jahre ja kaum was ändert, kann man es sich als Gymnasiallehrer, wenn das Skript mal steht, doch einfach einrichten und auch “Problem”-Schüler muss man nicht einfach mitnehmen, entweder packen sie es oder dann müssen sie halt gehen.

      • Sehr geehrter Herr Niederer

        Vielen Dank für Ihren differenzierten Kommentar! Ich bin sicher, dass wir uns in einer gemeinsamen Diskussion finden würden.
        Selbstverständlich ist mir bekannt, dass bei dieser Diskussion von Bruttolöhnen ausgegangen wird; so wie ich Sie verstehe, kommen Sie aus der Privatwirtschaft, deshalb noch zwei Fragen am Rande; mussten Sie ebenfalls durch Abgaben mithelfen, Ihre Pensionskasse zu sanieren und haben Sie ebenfalls jahrelang keinen Teuerungsausgleich erhalten?

  7. Remo sagt:

    “Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.” (Jean-Jacques Rousseau)
    Als ehemaliger Lehrer und Schulleiter segle ich seit längerer Zeit in anderen Berufsgewässern und lese diesen Bericht deshalb aus Distanz. Vieles ist – gegenüber dem Selbstverständnis in der Privatwirtschaft “Jammern auf hohem Niveau”. Da ich immer noch mit vielen Lehrerkollegen befreundet bin, fällt mir nun auf, wie sie tatsächlich ständig wieder Ferien haben. Ja, ich habe erlebt, wie manche fleissige Lehrpersonen während den Ferien eine oder zwei Wochen vorbereitet haben. Aber es herrscht das Selbstverständnis vor, “in seinen Ferien” zu arbeiten. Kaum jemand hat Verständnis, wenn man als Schulleiter zweimal eine Ferienwoche zur Teamvorbereitung im Jahresprogramm blockieren will. Der Aufschrei, als die Schulinterne Fortbildung auf Samstage oder in die Ferien verlegt wurde, war für mich total unverständlich und ist es heute noch mehr. Ein Exkurs in die Privatwirtschaft wäre für viele heilsam, sie kämen auf die “Welt”. Diese steht für alle Lehrpersonen offen; niemand ist gezwungen, Lehrer zu bleiben und darf kündigen. So stand es jedenfalls in meinem Vertrag. Love it – change it – or leave it.

  8. Frau Sonnenschein sagt:

    Lehrerin zu sein erfüllt mich mit Stolz. Die Kinder meiner Primarschulklasse zu unterrichten bereichert meine Person. Arbeiten tue ich auch am Wochenende um die Kinder am Montag wieder mit motivierendem Unterrichtsstoff zu füttern. Die Ferien brauche ich meist für mich und geh nur 3-4 Halbtage in die Schule. Was mich betrifft, so jammere ich vor allem dann, wenn die Kinder nach 7 Wochen Unterricht kaum mehr zu ertragen sind, weil sie nicht mehr viel Kraft haben, um sich auf die Schule zu konzentrieren. Vielleicht könnten wir Lehrpersonen weniger Ferien ertragen, nicht aber die Kinder, welche wir unterrichten. Ob ich dabei 7000.-, 3000.- oder 100000.- im Monat verdiene.. Ich liebe meinen Job! Meine Erfahrung in der Privatwirtschaft war weniger bereichernd. Mein Arbeitspensum hat sich jedoch klar erhöht.

  9. Amstutz sagt:

    Ich glaube, man sollte Lehrern mal zeigen, was andere Büezer verdienen, nicht nach Lohnrechner im Internet, sondern nach Lohnausweise…
    als 39 jähriger musste ich auch schon für 18.- brutto arbeiten und haben für das Bundesamt für Statisik gearbeitet….

  10. Kleine Korrektur: ich verdiene mit 10 Jahren Berufserfahrung Fr. 7`000.- por Monat (100% Pesum), denn ich unterrichte im Kanton Bern. Trotzdem ok solange die Arbeit Freude macht und Wertschätzung in anderer Form nicht ausbleibt 🙂

  11. Voegeli sagt:

    Nun ist mir klar, weswegen die Dame aus dem Aargau, welche sich “Primarlehrerin” schreit und mein Kind und den Rest der Klasse seit Jahren plagt, ihren Beruf in einem anderen Kanton, der bessere Löhne zahlt, ausübt. Schade ist sie nicht in den Kanton Zug gegangen, das hätte uns viel erspart……

  12. nena sagt:

    Fraglos: Lehrer sein ist schwierig und immer schwieriger. Das soll auch gut bezahlt werden. Nur: fragen Sie – liebe kommentierende Leser – mal bei den PsychiaterInnen für Kinder, Jugendliche und Erwachsenen (nicht Aerzte generell) nach…..Kaum so viel Ferien, Notfälle, kein (eingehaltener nur geplanter)Stundenplan (online immer auch in der Ferien), keine 2. Säule und Löhne gleich wie vor 20 Jahren. Fragen???? Das sind die Facts!!!!

    • sara sagt:

      @nena: Was wollen Sie nun damit sagen? Was genau hat ein Lehrer mit einem Psychiater zu tun? Stellen Sie diese Berufe gleich…? Ich glaube, so schlimm stehts um das Bildungswesen in der Schweiz glücklicherweise doch noch nicht… ? Oder war Ihr Beitrag einfach persönlicher Frustabbau?

      • nena sagt:

        Vielleicht wäre eine Therapie für das Bildungswesen nicht ganz abwegig….. . Sagen wollte ich, dass eben anstrengende Berufe auch entsprechen entlöhnt werden sollten. Die Manager sind nicht die, die am Meisten leiden (zudem sie auch am meisten verdienen), aber von Ihnen ist meistens die Rede, wenn es um Verdienste geht. Frust, naja, den kennen wir alle in unserm Bereich recht gut, also nicht nur die Lehrer. Den Beruf kann man nicht gleichstellen, aber vielleicht die Verantwortung, den Einsatz etc….

  13. Armando sagt:

    Die Lehrer verdienen überdurchschnittlich gut, schon jeder Primarlehrer verdient 7000 Fr. im Monat, kaum hat er seine Ausbildung abgeschlossen. Sekundar- und Gymnasiallehrer verdienen noch mal deutlich mehr, letztere haben fünfstellige Monatsaläre. In der Privatwirtschaft muss man deutlich mehr leisten, um solche Saläre zu haben. Die Haltung des Lehrerverbandes i.S. Lohnfragen ist gelinde gesagt arrogant, denn in der Privatwirtschaft muss man deutlich mehr leisten, um ähnliche Saläre zu haben.
    Ich hatte in meiner beruflichen Laufbahn verschiedentlich mit Lehrern zu tun, welche den Beruf an den Nagel gehängt hatten, und glaubten, in der Privatwirtschaft sei das Berufsleben einfacher. Ich habe nur negative Erfahrungen gemacht mit Lehrern, die sich als Korrektor beworben haben. Sie glauben, sie könnten Deutsch, können es aber nicht, Fremdsprachen noch weniger, von Workflow keine Ahnung, sind nicht teamfähig, ich habe zwei Lehrern eine Chance gegeben, nach 6 Monaten mussten beide gehen, da unbrauchbar.

    • Salome sagt:

      Sorry, da muss ich dich korrigieren. Ich startete vor kurzem als Primarlehrerin mit einem Monatslohn von etwas mehr als 5000.- brutto, d.h. netto keine 4500.- und mein Kanton (bl) ist nach der Statistik ja einer der am besten bezahlten…
      Nur so zur Info. Informier dich doch nächstes mal besser, bevor du solch provozierende Kommentare postest.

      • Chantal sagt:

        Arbeitest du 100 Prozent? Ich kann mir das kaum vorstellen und schon gar nicht im Kt. Bl

    • Sandra Jenno sagt:

      Ich habe 16 Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet, habe teilweise daneben ein Studium absolviert und lasse mich nun zur Gymnasiallehrperson ausbilden. Um guten Unterricht zu machen, muss man auf dieser Stufe in den meisten Fächern etliche Stunden zur Vorbereitung investieren. Ich fand meine Arbeit in der Privatwirtschaft (hatte 4 verschiedene Stellen) bedeutend entspannter und weniger fordernd. Heisst aber nicht, dass ich hier anfange zu generalisieren, schliesslich ist das meine subjektive Sicht. Zu den unfähigen Lehrern, die sie anführen: Klar gibt es die, aber es gibt auch absolut grossartige Lehrer, ebenso wie es in der Privatwirtschaft (auch eigene Erfahrung) absolute Nulpen gibt.

  14. Max Mayer sagt:

    Immer wieder lustig diese Blogs. Vor allem die Zeiten, an denen die Teilnehmer schreiben…Ich als Metzger muss dann arbeiten und habe keine Zeit am Blog teilzunehmen. Dabei ist doch heute jeder gestresst und Burnout gefährdet….Aber den ganzen Nachmittag am PC schreiben, dazu hat man immerhin noch Zeit!

  15. David Steiner sagt:

    Bei einer guten Tasse Kaffee habe ich nun diesen Blog gelesen. Interessante Sache! Ich, Jahrgang 1955 stand einst als junger Lehrer vor einer Schulklasse. Schon bald hatte ich das Gefühl, den falschen Weg gewählt zu haben. Nach drei Jahren als Lehrer tauschte ich Krawatte, damals an “unsrer” Schule noch Pflicht, gegen “Blaumann” und lernte Schlosser. Allgemeines Kopfschütteln folgte…. Nach Jahren der ständigen Weiterbildung absolvierte ich schliesslich die Meisterprüfung und gründete meinen eigenen Betrieb. Eines Tages wurde ich angefragt, ob ich nicht einen Tag in der Woche als Berufsschul Lehrer Fachunterricht geben möchte. Ich sagte spontan zu. Einer meiner besten Entscheide! Nun bin ich Handwerker und Lehrer und glücklich. Was ich damit sagen will? Jeder Lehrer hat die Möglichkeit, etwas anderes zu machen. Sagt Adieu und beginnt noch mals von vorne. Das braucht zwar Mut, aber macht glücklich. Niemand wird auf ewig zum Lehrer gezwungen!

  16. Gyr Thomas sagt:

    Was mache ich falsch? Seit langer Zeit unterrichte ich – noch immer gefällt mir der Beruf, die Jugendlichen sind nicht wesentlich anders als wir es waren – einzig: es wird zu viel Negatives über die Schule geschrieben. So wichtig ist sie nun auch nicht, die Schule. Oder: Sie zu ernst zu nehmen, das ist falsch; sie gar nicht ernst zu nehmen, das ist möglicherweise auch falsch. Sie ist ein Ort, wo wir uns treffen, aufeinander zugehen, miteinander älter werden, einander begleiten – dann verlassen wir sie – mit hoffentlich positiven Erinnerungen. Das wärs dann – viel mehr ist da nicht los – eigentlich gut so. Und eine Bitte: Lasst mich und die Jugendlichen einfach unsere Arbeit machen – es kommt eh gut. Th. Gyr

    • Fritz Kernen sagt:

      Sehr geehrter Herr Gyr! Sie machen gar nichts falsch! Sie lieben den Lehrer Beruf wie ich ihn liebte, gratuliere! Und vielleicht- wer weiss- sehen Sie Ihren Beruf auch als Berufung, wie ich damals! Ich freue mich heute noch an all den guten Kontakten zu ehemaligen Schülerinnen und Schülern, das erfüllt mich mit Stolz!
      Lieber Gruss Fritz Kernen, Lehrer im Ruhestand

  17. murksi sagt:

    Ich geniesse meinen Beruf als Kindergärtner sehr. Beruf und Familie lassen sich so gut unter einen Hut bringen. Der Lohn beträgt weniger als in der Statistik angegeben wird. Oft ist es emotional sehr anstrengend(Bei traurigen Familienangelegenheiten, schwierigen Elterngesprächen etc) was diesen Beruf aber auch sehr interessant macht. Ich liebe meinen Beruf aber von ganzem Herzen!

  18. Martina Müler sagt:

    Ich finde die Löhne der Lehrer gerechtfertigt, aber nicht die Löhne der Sozialpädagogen, die mindestens genauso gute Arbeit leisten müssen, da ist eine grosse Diskrepanz. Wir unterstützen die Lehrer oft mit den vielen verhaltensauffälligen Kindern, damit sie einigermassen ihren Unterricht abhalten können

  19. Lehrerin sagt:

    Ich als Lehrerin mit 25 Jahren Unterrichtserfahrung lese all diese Kommentare mit dem diffusen Gefühl, machen zu können, was wir wollen: Es wird immer Leute geben, die uns zu viel Ferien, zu viel Lohn, zu viel Freizeit und zu wenig Arbeit attestieren. Schliesslich hat ja jeder über Jahre hinweg die Schulbank gedrückt und kann das beurteilen. Es wird kaum über einen Berufsstand dermassen geurteilt und verurteilt wie über Lehrpersonen.
    Und nein, ich mag mich nicht mehr rechtfertigen für meinen Lohn und meine Ferien…..schon nur die jährlich wiederkehrenden ca.150 Überstunden, die mir keiner bezahlt, geben mir die Berechtigung, einfach mal zwei Wochen am Stück mit gutem Gewissen nichts zu tun……und an all diejenigen, die kein gutes Haar an diesem Job lassen: Ich lade Sie herzlich ein, ein Woche lang meinen zu übernehmen, dann reden wie wieder…..

    • Fred Niederer sagt:

      @Lehrerin: Das stimmt so nicht, den allermeisten Nichtlehrern ist sehr wohl bewusst, dass Lehrer ein anspruchsvoller und in allen Teilen herausfordernder Beruf ist und die Löhne, bei entsprechender Qualität, auch durchaus gerechtfertigt sind.
      Nur sind sich andererseits die Lehrer bewusst, dass in dieser Lohnklasse in der Privatwirtschaft, die Herausforderungen und Belastungen, effektive Arbeitszeit, Qualifikationen, ….. nicht weniger sind?
      Wenn ich meinerseits die Kommentare der Lehrer lese, dann beschleicht mich zu oft das Gefühl, dass man zwar einen Lohn von (deutlich) über 100’000) möchte, aber zu Arbeitsbedingungen wie sie der einfache Arbeiter mit 0815 Job hat.
      Das meine liebe Lehrer gibt es aber leider nur im Märchen (oder allenfalls beim Bund oder in einer Kantonsverwaltung)

      • Peter sagt:

        @Fred
        Nein, das sind sich sicher nicht alle Lehrpersonen gleich bewusst. Genau gleich, wie ich auch das Gefühl habe, dass vielen Eltern nicht bewusst ist, was es heisst, ein Klassenlager zu organisieren und durchzuführen. “Schöne Ferien” wird einem da oft gewünscht! Ärgere ich mich deswegen? Nein, denn ich liebe meinen Beruf als Primarlehrer mit jedem Jahr mehr. In jedem Beruf arbeiten Menschen, die gerne über den Tellerrand schauen und sich für anderes interessieren. Oder dann andere, welche in ihrem Gärtchen zufrieden (oder eben unzufrieden) sind. So ist es doch in allen Berufen. Leidenschaft lässt sich weder verordnen noch antrainieren.

  20. Franz sagt:

    Danke für den gut recherchierten Beitrag. Bin keine Lehrperson, habe jedoch viele im engeren Freundeskreis.
    Es ist meines Erachtens zu eng, wenn immer nur über “viele Ferien”, “Lohn” und “Überbelastung” beim Lehrer geredet wird. die Themen sind doch in anderen Berufen nicht unähnlich. Und ja, auch ich bin auf die 12 Wochen unterrichtsfreie Zeit neidisch! Ich muss mich mit 4 Wochen begnügen … und finde es manchmal, bei allem Verstandnis für den anspruchsvollen Job, auch ein bisschen lachhaft wenn dies “unterrichtsfrei” und ich muss ja so viel vorbereiten immer so hervorgehoben wird.
    Vielleicht würde es ja helfen, wenn neben der Auswertung “Lehrer” eine genau so breit angelegte Auswertung “Kaufmännisch Angestellte” oder so vorliegen würde. Ich denke, die Themen dürften in etwa die selben sein.

  21. Roy Lembo sagt:

    Ich habe mich nach 15 Jahren bei Funk und Fernsehen dazu entschieden, Lehrer zu werden. Der Lohn ist kleiner, der Druck seitens der Öffentlichkeit grösser und der Administrationsaufwand reine Beschäftigungstherapie. Allerdings kann ich hier sehr kreativ tätig sein und geniesse in Bezug auf die Arbeit viele Freiheiten. Wer diese Dinge schätzt und Kinder liebt, ist schon mal gut aufgehoben. Jeder Job bringt Vor- und Nachteile, nicht? Ist es ok, wenn ich trotzdem zufrieden bin?

  22. Peter sagt:

    Ich bedanke mich herzlich bei allen LK, die in unserem schmucken Dorf teils seit vielen Jahren eine gute Arbeit zu Gunsten unserer Jugend leisten, trotz Bernerlohn und unmittelbarer Nähe zu Solothurn.

  23. Pumuckl sagt:

    Ich habe mich jetzt durch die Kommentarspalte gelesen und muss feststellen, dass ich irritiert bin. Da redet man immer von den “jammernden Lehrerrn”. Wenn mich mir dir Kommentar anschaue sehe ich jedoch mehr oder weniger sachlich argumentierende Lehrerinnen und Lehrer und ein Heer von jammernden Kommentatoren / Innen aus anderen Berufgattungen.

  24. Amstad-Wang sagt:

    Guten Tag! Schade, dass bei Artikeln dieser Art oft die Westschweiz und das Tessin weggelassen werden. Hätte mich interessiert, auch hier die Zahlen zu sehen.

  25. Nik sagt:

    Ich weiss einfach nicht, wie ihr immer auf diese Zahlen kommt. Ich habe 12 Jahre unterrichtet, im 11. Jahr 110% a einer 3./4. Klasse und mein Verdienst war niemals 84 000 Franken. (Kt. Bern). Was auch erwähnt sein sollte ist, dass die Umstände auch von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich sind, so hat die Stadt Biel erst 2010 zwei SchulsozialarbeiterInnen zu 150% für alle Schulen der Stadt angestellt! Dies nur als ein Beispiel, was zusätzlich erschwerendes dazukommen kann. Ich unterrichte nichtmehr, so wie die meisten, die mit mir die Ausbildung abgeschlossen haben. Wer das Gefühl hat, LehrerIn sei ein einfacher Job, der soll die kiurze Umschulung machen und unterrichten gehen, heute nehmen sie jede/n dank Lehrerinnenmangel. Viel Glück!

    • Physiker sagt:

      Zumindest in Zürich stimmten zu meiner Zeit die veröffentlichten Löhne der Gymnasiallehrpersonen mit den tatsächlichen nicht überein. Stichworte: ausfallende jährliche Stufenanstiege, viele Lehrbeauftragte und Lehrer obA, die weniger verdienen als Lehrer mbA. Ich hatte damals ausgerechnet, dass ich zum Erreichen des Maximallohns bis ca. 85 hätte arbeiten müssen.
      Würde mich interessieren, wie viele heute den hir veröffentlichten Maximallohn beziehen.

  26. flm sagt:

    Ich habe eine Lehre und ein Studium inkl. Lehrerausbildung gemacht und kann die Tätigkeiten Lehrer (Sek 1 und Sek 2) und Kaufmann vergleichen. Ich arbeitete in der Gastronomie und verdiente natürlich deutlich weniger als jetzt als Lehrer. Aber: Die Arbeit ist doch sehr unterschiedlich, der Druck als Lehrperson ist viel höher, auch verglichen mit der eher hektischen Gastronomie. Ausserdem arbeite ich (inkl. Ferienkompensation) deutlich mehr als vorher, habe oft keine freien Wochenenden etc. Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Beruf während längerer Zeit zu 100% auszuüben. In vielen Kantonen wird über Pensenerhöhung diskutiert, meiner Meinung nach der falsche Weg, vielmehr müssten die Lehrer entlastet werden, dafür würde ich persönlich auch eine Lohnreduktion in Kauf nehmen. Ich suche nun wieder eine Tätigkeit in der Privatwirtschaft und strebe eine 50%-Pensum an, weil der Beruf macht einfach unglaublich Spass! Es ist toll, eine Materie, die man mag einem jungen Publikum zu vermitteln. Uebrigens ist es doch in allen Branchen dasselbe: Die “Bauchnuschtis” jammern über die “Sesselfurzer”, die Lehrer über die Manager, die Kellner über die Küchenangestellte. Was uns allen dabei fehlt: Einfühlungsvermögen, denn jeder Beruf ist auf seine Art anspruchsvoll. Und noch etwas: Die besten Mitarbeiter (egal wo) haben nie die höchsten Löhne, das ist eine Illusion 🙂

  27. Patrick Arigbabu sagt:

    Der größte Unterschied zur Wirtschaft ist dass alle Lehrer gleich bezahlt werden. Es gibt gute Lehrer die sich wirklich viel Mühe geben unseren Kindern guten Unterricht zu bieten und dann gibt es Klassen bei denen im Jahr einen Aufsatz geschrieben wird und der Unterricht bestenfalls mässig ist. Im Allgemeinen werden in der Wirtschaft gute Mitarbeiter besser bezahlt. Engagement und Qualität sollte belohnt werden. Leider ist es so das jeder solcher Ansatz von den Lehrerverbänden sofort abgeschmettert wird. Wenn bezahlt werden soll wie in der Wirtschaft dann müssen auch die gleichen Prinzipien gelten.
    In dem immer schwieriger werden Umfeld Schule brauchen wir sehr gute Lehrer und die dürfen dann von mir aus auch mehr verdienen.

    • Martin Senn sagt:

      Das kann ich nur bestätigen. Meine Kinder hatten zum Teil sehr gute Lehrerinnen . Aber auch andere, bei denen habe ich oft gedacht, wenn wir so arbeiten würden wie die unterrichten, dann könnte der Chef gleich Konkurs anmelden!

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Es gibt innerhalb eines Kantons tatsächlich kaum Möglichkeiten zur finanziellen Binnendifferenzierung. Aber eines der Probleme in der Schweiz besteht m. E. gerade darin, dass Lehrpersonen auf einer Makro-Ebene betrachtet NICHT gleich bezahlt werden, d. h. der Kollege, der 40 Kilometer weiter im Nachbarskanton den gleichen Job macht verdient u. U. mehrere tausend Franken im Monat mehr als ich. Das führt zu einem zerstörerischen Wettbewerb um die “besten” und ehrgeizigsten Lehrkräfte, analog zum ruinösen Steuerwettbewerb, der einzelne Kantone mit grossen Zentrumslasten zu Steuerhöllen macht und es anderen Kantonen erlaubt, auf Sparflamme zu existieren und so Begüterte anzulocken. Ich finde es jedenfalls problematisch, wenn eine Hochschule wie z. B. die PH Bern eine qualitativ hochwertige Ausbildung anbietet, dann aber viele – vielleicht die besten – AbsolventInnen sofort nach Abschluss des Studiums an andere Kantone “verliert”, weil Bern extrem tiefe Lehrerlöhne bezahlt.

  28. Martin Sauter sagt:

    Die Primarschullöhne sind selbst bei 100% Pensum im Kanton Bern – notabene jener Kanton, in welchem diese Zeitung hebeheimatet ist – meist weit unter 6000.- im Monat. Es ist mir schleierhaft, weshalb dies hier nicht erwähnt wird. Hier werden Einzelzahlen statt saubere Statistik geliefert.

    Im Übrigen ist es extrem schwierig geworden, auf der Primarstufe einen 100% Job zu finden. Jobsharing, Stundenabbau, etc. verunmöglichen dies. Ganz toll auch wenn man Nebenämter kriegt, zB “Standortverantwortlicher” wird für 3% mehr Lohn x Stunden mehr Arbeit!

  29. Laura Bretscher sagt:

    Nur so am Rande. Nach 10 Jahren 100% Tätigkeit als Primarlehrerin im Kanton Bern, verdiene ich keine 7000.-

    • Päuli sagt:

      Und ich verdiene nach 35 Jahren harter körperlicher Arbeit auf der Baustelle keine 6000.-! Was sagen Sie jetzt?

      • walter sater sagt:

        warum soolte sie dazu etwas sagen müssen? es geht im text ja nicht um löhne am bau.

      • Pumuckl sagt:

        @ Päuli. Ich sage Ihnen, dass Sie besser in Mathematik aufgepasst hätten, anstatt aus dem Fenster zu schauen. Wenn Sie mit 15 auf dem Bau angefangen haben, haben Sie einem Lehrer rund 10 Jahreslöhne Vorsprung. Diese müssen erst mal aufgeholt werden, bevor ein direkter Vergleich überhaupt sinnvoll möglich ist. Dann sollten Sie sich vielleicht überlegen, dass Sie als Bauarbeiter ja durchaus die Möglichkeit hatten, Bauführer … … … zu werden. Dann hätten Sie problemlos die 7000 Franken getoppt. Aber da hatten Sie ja keine Lust zu. Das ist Ihr gutes Recht. Die Lehrerin hat diese Aufstiegsmöglichkeit in ihrem Beruf jedoch nicht. Und das ist ein riesiger Nachteil, der von den ach so kompetenten Kommentatoren immer wieder ausser Acht gelassen wird. Will man als Lehrer Karriere machen, muss man den Beruf wechseln.

      • Michael Bader sagt:

        Ich sage: zu Recht.

      • Daphne Koller sagt:

        Päuli,
        Der Lehrerberuf ist ein Akademikerberuf. Akademiker studieren ca. 5 Jahre an einer Hochschule und verdienen dabei höchstens durch Nebenjobs etwas. Man kann Lehrlinge und Akademiker nicht vergleichen. Die einen gehen früh arbeiten und die anderen bilden sich bis in ihre 30er Jahre an Hochschulen weiter. Infolgedessen verdienen sie dementsprechend. Unfair ist das keinesfalls. Fleiss hat seinen Preis.

        • chocolate sagt:

          Als Primarlehrer/in ‘studiert’ man 3 Jahre an einer PH, nicht 5 Jahre. Und um Primarlehrer/innen ging es in diesem Kommentar.
          Und wenn jemand für diese 3 Jahre bis in die 30er braucht, dann ist wohl Hopfen und Malz verloren!

      • Laura Bretscher sagt:

        Dies war lediglich ein Kommentar zum Bericht – völlig emotionslos. Spannend ihre Reaktion.

    • Fritz Kernen sagt:

      @Pumuckl: Ich bin pensionierter Lehrer und nicht ganz einverstanden mit @Päuli. Ihm aber vorzuwerfen, er habe wohl in Mathematik einen Fensterplatz gehabt und selbst Schreibfehler zu tippen finde ich eine Frechheit! Auch hinkt Ihr Vergleich mit den 10 Jahreslöhnen. Auch kann nicht jeder Bauführer werden, mit Lust hat das nicht im geringsten zu tun!

      @Daphne Koller: Fleiss hat seinen Preis, das stimmt! Aber nicht nur Akademiker, welche sich bis 30 an Hochschulen ausbilden lassen sind fleissig. Unsere Gesellschaft braucht nicht nur “Häuptlinge” sondern auch “Indianer”. Und diese sind in der Regel nicht minder fleissig!

  30. Hans Weder sagt:

    10.7 – auch eine spannende Zahl. So viele Schüler kommen 2013 im Durchschnitt auf eine Lehrkraft (Vollzeitäquivalente). Vor zehn Jahren lag die Zahl bei 12.2. Theoretisch erscheint es sinnvoll, dass sich Anzahl Lehrkräfte und Anzahl Schüler in etwa die Waage halten. Mal sehen, was die Empirie sagt: Die Anzahl Schüler hat sich in den vergangenen zehn Jahren um rund 4.5%-Punkte erhöht – zum Vergleich hat sich die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz um gut 10%-Punkte erhöht. Dieselbe Berechnung für die Anzahl Lehrkräfte: +19%-Punkte. Mir ist dieses ganz offensichtlich unverhältnismässige Wachstum schleierhaft. Gleichzeitig – obwohl immer weniger Schüler auf eine Lehrkraft kommen – klagen die Lehrkräfte über Überbelastung und Burnout. Bildung ist wichtig – man sollte aber einmal öffentlich die Frage diskutieren, wo die ganzen Bildungsinvestitionen hinfliessen und ob der Verwendungszweck sinnvoll ist.

    • Marie Heim sagt:

      Ganz einfach: Unsere Gelder fliessen in die Löhne der Heilpädagogen und DAZ-Lehrerinnen. Da wir immer mehr Unterschicht-Kinder haben, kommen die “normalen”, gut erzogenen Schweizerkinder in der Schule zu kurz. Unser Augenmerk liegt auf den Problemzonen. Individuelle Lernziele, spezielle Förderprogramme, Integrationsklassen…
      NB: Ich bin Heilpädagogin und kann je länger desto weniger hinter den momentanen Entwicklungen stehen.

  31. Michael Blanc sagt:

    Grüezi. Als ehem. Gemeinde- & Stadtverwaltungsmitarbeiter und jetziger Kundenberater (Steuern, Vorsorge) kenne ich die Löhne der Lehrer/innen sehr gut. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass der Lehrerjob zu den gut bezahlten gehört inkl. guten Sozialleistungen und Absicherungen. In der Privatwirtschaft muss man im mittleren/höheren Kader sein um mittlerweile über 100’000 zu verdienen. Ferien hat man 4-5 Wochen wovon oft ein paar Tage für Selbststudium drauf gehen. Meine Lehrerfreunde haben 13 Wochen Ferien. je 1 Woche nehmen/opfern sie für Korrekturen, Vorbereitungen und Kurse. Dann kommt ab und an ein bis 2 weitere Kurse dazu. Sprich es verbleiben je nach dem (13-3-2) ca. 8 Wochen Ferien. Ausserdem muss erwähnt werden, dass ein 100% Pensum eines Lehrers ca. 25-32 Std. sind. Ich kenne keinen einzigen Lehrer der von 07.30 bis 18.00 durchgehend (abzügl. 45 Min Mittagspause und 2 x 15 Min Kaffeepause) arbeiten muss. Klar ist natürlich, dass die Korrekturarbeiten Zeit brauchen und klar ist auch, dass Elterngespräche, vor allem wenn es sich noch um Migranten ohne unsere Sprache beherrschend handelt, sehr anstrengend sein kann. Fachlich gesehen ist ein Primarlehrer kein Fachspezialist (wie hier schon erwähnt wurde in Posts) sondern ein Allrounder. Ein Sekundar/Gym-Lehrer ist dann eher der Fachspezialist weil der nur noch 2-3 Fächer unterrichten muss und ein Uni-Lehrer/Prof. ist dann der Guru in seinem Thema. Ich persönlich würde gerne zurück und Lehrer werden, aber bin zu alt resp. kann es mir finanziell nicht erlauben, nochmal 2-3 Jahre die Schulbank zu drücken. Ich denke, dass der Lehrerjob zu den besten gehört, auch wenn natürlich auch hier diverse Punkte sind, die mühsam, anstrengend und aufopfernd sind. Die heutige Jugend, Eltern resp. Gesellschaft will nur nehmen und nix geben. Als Lehrer ist man da leider etwas in der Klemme, weil man ja einem Störenfried in der Klasse nicht einfach Schulverbot geben kann oder bei faulen Schülern halt mal 1-2 Tests machen kann, wo halt dann mehrere 1ner raus kommen. Weil genau deren Eltern sprechen dann bei der Schulkommission vor und der Lehrer muss dann zurück krebsen… Aus dieser Sicht ist der Lehrerberuf nicht so schön…. Aber eben… Einkommen, Arbeitszeit/Ferien und als Gesamtpaket, würde ich den Lehrerjob unter den 3 besten Jobs einstufen…. In diesem Sinne… Auf eine gute Lehrerschaft, weniger motzen/jammern und fleissigere Menschen (Kinder/Schüler) und auch engagiertere Eltern die den Kids nicht alles erlauben und somit dann die Lehrer unterstützen! Viel Erfolg!

    • Oreg Meyer sagt:

      Sehr spannend. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ein Gymilehrer fast so viel verdient wie ein promovierter Ingenieur mit gleicher Berufserfahrung — wobei der Ingenieur wegen seines anspruchsvolleren Studiums und dem Doktorat dann sicher 7 Jahre älter ist. Diesen Vorsprung des Lehrers holt der Ingenieur wahrscheinlich nie mehr auf. Beim Gesamtverdienst über das Berufsleben müssen die Gymilehrer an der Spitze stehen. Und jetzt wollen sie noch mehr?

      • Claudia Baumgartner sagt:

        Wie bitte? Ein Gymnasiallehrer absolviert 4-5 Jahre Fachstudium, im Falle, dass er doktoriert je nach Fachgebiet nochmals 1-3 Jahre, dann noch 2 Jahre den Studiengang zum Lehrdiplom für Maturitätsschulen, plus im Falle, dass Sie eine Fremdsprache unterrichten, noch je 1 Jahr Assistenzlehrer im Ausland PRO Sprache (also 1-2 Jahre)! Und Sie wollen uns weiss machen, nach 8-10 Jahren universitärer Ausbildung ein Gymnasiallehrer nicht so viel verdienen sollte wie ein Ingenieur?

        • Michael Blanc sagt:

          Bitte wie in meinem ersten Post erwähnt immer zwischen Primarlehrer, Real/Sekundar/Progymnasium und dann eben Gymnasium, Berufsschule und Fachhochschule/Universitäts-Lehrer unterscheiden. Wie Fau Baumgartner erwähnte, ist ein Gymi-lehrer sehr wohl ein Fachspezialist und mit Doktorat etc hat er auch eine Ausbildung/Studienzeit von einigen Jahren. Ein Ingenieur mit Doktorat sowie ein Betriebswirtschafter mit Fachlicher NDS-Weiterbildung sowie Doktorat und eben der “Dr. Gymi-lehrer” resp. Uni-Prof. sind sicher ähnlich einzustufen. Ich denke aber, dass die Mehrheit der Lehrer (würde mal auf 80-85% tippen) weder nen Dr. geschweige den Prof. Titel hat. Wie gesagt, um in der Privatwirtschaft 100’000 zu verdienen muss man Gymnasium/Studium oder Lehre mit FH/HF und/oder eidg. dipl. Fachausweis/Diplom Weiterterbildung haben. Sogar bei den “Banken” hat man nicht mehr so leicht die 100’000er Grenze. Auch Versicherungen nicht mehr. Ein dipl. Bauleiter mit Zeichner-Diplom etc kann auch über 100’000 verdienen. Aber eben, trotzdem haben die meisten “Sachbearbeiter” (und ich stufe jetzt mal nen Kindergarten- und Primarlehrer da ein) keine 75’000 im Jahr. Ich bin ehrlich gesagt überrascht dass hier soviele Berner Lehrer schreiben und anscheinend schlecht verdienen. Ich kenne viele Primarlehrer mit deutlich über 80’000 Einkommen und meine beiden Nachbarn (Primar und Real) haben beide über 100’000.- im Jahr und ein guter Freund (Sek-lehrer) sogar 120’000. (klar, die sind nicht 28 jahre jung sondern 45… Aber trotzdem)…. in diesem Sinne… je tiefer die Fachbildung, desto länger der Bildungsweg und Aufwand etc.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Den von Ihnen beschriebenen Gymnasiallehrer, lieber Herr Meyer, gibt es allenfalls in einigen wenigen Kantonen wie ZG oder SO, die sehr hohe Lehrerlöhne kennen. Für die Mehrzahl der PH-Absolventen gilt:

        1) Stellen sind dünn gesät, ausser man hat ein Fach / eine Fächerkombination anzubieten, die zufälligerweise gerade gefragt sind – dagegen müssen Ingenieure heute mit dem Finger schnipsen und kriegen eine solide Stelle angeboten.

        2) So gut wie niemand bekommt ein Vollzeitpensum, mal abgesehen davon, dass dieser Workload kaum zu stemmen ist. Einsteigen wird man in der Regel mit einem Pensum zwischen 50% und 70%. Verdient man dann immer noch mehr als ein promovierter Ingenieur in der Privatwirtschaft? Wohl kaum.

        3) Auch ich habe promoviert – in vielen Branchen verschafft einem das kaum Gehaltsvorteile. Warum sollte es auch? Die Promotion ist der Nachweis, dass man selbständig wissenschaftlich arbeiten kann und das Zeug zur wissenschaftlichen Laufbahn hat. Es handelt sich um eine Qualifikation, die innerhalb des Hochschulsystems von grosser Relevanz ist. Ich halte es aber für ein Unding, aus der Tatsache, dass man promoviert hat, ein Anrecht auf einen höheren Lohn an der Schule oder auch in der Privatwirtschaft abzuleiten – ausser man hat sich in der Promotionsphase extrem spezifisches Fachwissen angeeignet und wird allein deswegen von einem Unternehmen rekrutiert.

        • chocolate sagt:

          Herr Meister: Ein Gymnasiallehrer studiert sein Fach bis zum Master (früher Liz) und macht dann zusätzlich das höhere Lehramt. An der PH bilden sich die anderen Lehrer aus. Bitte differenzieren Sie, sonst wirkt Ihr Kommentar nicht vertrauenswürdig.
          Dass die Lehrerlöhne so lausig sein sollen, ist eine Mär, da hat Herr Blanc schon recht. Natürlich sind die Unterschiede (zu) gross, das sind sie aber in anderen Berufen auch.

  32. Patrick sagt:

    Die Bedingungen reichen nicht, damit ich mich für diesen Job interessieren würde.

  33. Peter Leibundgut sagt:

    Es ist klar, was wirklich etwas bringen würde: Entlastung von Bürokratie. Damit senkt sich die Arbeitsbelastung – und zwar vor allem der mühsame Teil der Arbeitsbelastung. Und weniger Arbeitsbelastung wirkt bekanntlich wie eine Lohnerhöhung – also 2 Fliegen mit einer Klappe.
    Ideal wäre es, einfach die Hälfte der Mitarbeiter in der Bildungsdirektion zu entlassen. Dann gewinnen die Lehrer “an der Front” wieder Spielraum.

  34. Hans-Jörg Meister sagt:

    Einige Problemstellungen aus der Sicht eines ausgebildeten Gymnasiallehrers auf Stellensuche:

    1) Die interkantonalen Diskrepanzen zwischen den Lohnniveaus sind eine Farce. Als Berner (tiefste Lehrerlöhne im ganzen Land!) kann ich nicht verstehen, weshalb ein Kollege in meinem Nachbarkanton Solothurn für die gleiche Arbeit bei gleichem Pensum nach zehn Berufsjahren bis zu 2’500.- Franken pro Monat mehr einsteckt. Von Ausreisserkantonen wie Zug ganz zu schweigen. Hier werden Gräben zwischen den Kantonen aufgerissen, die zu absolut toxischen Konkurrenzverhältnissen führen, d. h. besonders gute Lehrkräfte verlassen gewisse Kantone bzw. werden sozusagen abgeworben durch andere Kantone, die schlicht besser bezahlen.

    2) Der Lehrerberuf ist sehr anstrengend und stellt Anforderungen an die Stelleninhaber, die teilweise wirklich illusorisch sind. Mal abgesehen davon, dass ich gar kein Vollzeitpensum ausüben möchte, halte ich ein solches zumindest für Berufseinsteiger auch für kaum leistbar. Wer auf Stufe Gymnasium seriös und anregend unterrichten will, investiert pro Lektion mindestens zwei Stunden Vorbereitungszeit – von der Nachbereitung durch Korrekturen oder allfällige Überhänge ganz zu schweigen. Da gerät man in Vollzeit (25-26 Lektionen) sehr, sehr schnell an seine Grenzen. Ehrlicherweise müsste man hier schlicht die Kriterien ändern und z. B. 20 Lektionen als Vollzeitpensum definieren. Dafür dürften meinetwegen dann auch höhere Qualitätsstandards angelegt werden. Die momentane Situation aber ist einfach nur verlogen, was sich auch daran zeigt, dass kaum ein Berufseinsteiger ein Vollzeitpensum an einem Gymnasium erhält – nicht nur, weil es diese Pensen in der Regel gar nicht gibt, sondern auch und gerade, weil die Schulleitungen genau wissen, dass ein Anfänger solche Leistungen kaum erbringen kann.

    3) Jammer-Alarm: Ich finde die Stellensuche sehr anstrengend und schwierig. In meinem Fach sind kaum Pensen ausgeschrieben und ich sehe trotz Promotion und PH-Abschluss (beides mit Bestnoten) momentan kein Land. Wer in diesen Beruf gehen will, muss sich sehr gut überlegen, welche Fächerkombination er mitbringt und wieviel Frustrationstoleranz er für die Stellensuche mitbringt.

    • tömu sagt:

      Guten Abend Herr Meister
      Ich bin auf einem ähnlichen Weg, gerade am Abschluss der Promotion (Maschinenbau ETH) und interessiere mich sehr für eine Laufbahn als Mathematik-/Physiklehrer auf Gymnasialstufe. Darf ich fragen, was Sie studiert haben?
      Freundliche Grüsse

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Tömu, mit Ihren Fächern werden Sie bestimmt keine Probleme haben, keine Angst. Ich dagegen bin Deutschlehrer – die Konkurrenz ist riesig…

  35. Päuli sagt:

    Kann es sein, dass ich hier etwas falsch verstehe? Ich bin 51 Jahre alt, arbeite inkl. Lehre seit 35 Jahren auf dem Bau. Bei Wind und Wetter. Leiste im Winter und bei Rohrbrüchen Pikettdienst. Ich musste schon zweimal wegen Konkurs die Firma wechseln und habe dabei unverschuldet Geld verloren. Habe seit ich 50 Jahre alt bin nun 5 Wochen Ferien. So langsam beginnen die Beschwerden, Rücken, Schultern und Knie. Die Löhne oben auf der Tabelle, (wohne im Kanton BL) 103’500.- (!) bleibt für mich ein Traum, ich verdiene gerade mal 82’500.-! Ich muss damit rechnen, dass ich meine Pension mit kaputtem Rücken oder Schulter/Knie geniessen darf. Was gibt es denn da zu jammern als Lehrer?? Aber wie gesagt, evtl. verstehe ich etwas falsch…..

    • Cernoc sagt:

      Warum werden Sie dann nicht Lehrer? Mit den heutigen Angeboten an Quereinstiegen haben viele Leute die Möglichkeit auf den traumhaften Lehrerberuf umzusteigen! Daher, los! Nicht rumjammern, sondern Lehrer werden!! Sie haben die Möglichkeit!!

  36. Melanie Ulmann sagt:

    Die Lehrer verdienen im ersten Jahr nach dem Studium sehr gut. Ich als Sozialpädagogin mit gleichwertigem Abschluss (Bachelor an einer FH) verdiente im ersten Jahr locker 1’500 Franken weniger pro Monat. Auch jetzt noch mit zwei Jahren Berufserfahrung bin ich deutlich unter dem Lohn eines Lehrers trotz gleichwertigem Abschluss und mehr Verantwortung. Eine solche Reportage wäre mal interessant über die sozialen Berufe, es würden viele Ungereimtheiten auftauchen, die man dringend beseitigen müsste. Da ist der Lohn nur ein kleiner Teil davon.

    • mättu sagt:

      Sie hätten gerne Lehrerin werden können…
      Ich kanns nicht mehr hören. Alle Unwissenden sollten mal für ein paar Wochen vor eine Klasse stehen (am besten eine schwierige 9. Real mit 25 Pupertierenden).

      • Päuli sagt:

        @mättu, führen sie einmal eine Gruppe von 10 Bauarbeitern aus dem Kosovo, aus der Türkei, Bosnien und Mazedonien! Und passen Sie ganz nebst der Arbeit noch auf, dass sich die Kurden / Türken, Mazedonier / Albaner wegen der aktuellen politischen Lage nicht die Köpfe einschlagen! Klar, ich wurde nicht gezwungen auf dem Bau zu arbeiten, Sie, so denke ich zumindest, wurden aber auch nicht gezwungen Lehrer zu werden!

        • gastronomin sagt:

          Danke päuli. Wir sind nicht unzufrieden mit unseren Löhnen. Wir arbeiten für weniger und tragen Eigenverantwortung. Und wissen auch, dass wir zu den Schülern gehörten, die für die Lehrer zur Herausforderung wurden. Wir hatten und haben Power und dies bei low budget. Ich bin froh kein lehrer zu sein.

      • Louise sagt:

        Ich kann nicht mehr hören, wie sich Bauarbeiter, Bürokräfte, Lehrlinge, Fachhochschulabgänger anmassen, ihre Löhne mit denen von Lehrern zu vergleichen…. Das sind Akademiker. Sie haben sehr viel Zeit und Wissen investiert in ihre Laufbahn (Matura, Studium, Praktikum…)
        Wer lernet, der verdient.

        • Hans Weder sagt:

          Nope. Wer sich mit dem höchsten Bildungsabschluss PH als Akademiker bezeichnet, ist anmassend. Ich kenne jedenfalls keinen solchen Fall. Im Gegenteil gehen diese Leuten mit ihrem PH-Abschluss ziemlich hart ins Gericht, soweit ich das beurteilen kann.

        • reguell sagt:

          @ melanie
          mehr verantwortung? die sozialpädagogen, welche ich kenne, schieben im gegensatz zu den (sek-)lehrern eine ruhige kugel…

        • chocolate sagt:

          Eine 3jährige PH-Ausbildung (für Primarlehrer) und man ist Akademiker?
          Ich glaube, Sie überschätzen Ihren Abschluss!
          Und erklären Sie mir bitte mal den Unterschied zwischen einem Fachhochschulabgänger (der Bachelor und Master machen kann) und einem PH-Abgänger (in der Regel Bachelor-Stufe).
          Ich glaube, liebe Louise, dass Sie hier einen völlig unnötigen und arrogant wirkenden Dünkel pflegen.
          Ich könnte jetzt, als echter Akademiker (Dr.-Grad) auf Sie runter schauen, das habe ich aber nicht nötig. Ich möchte Ihnen nur nahe legen, sich bessere Argumente als Arroganz zu überlegen….

  37. Fritz sagt:

    Lehrer/innen bewegen sich in einem künstlich abgeschotteten Markt mit einer gewollten Verknappung. Es hat Jahre gedauert, bis Quereinsteiger überhaupt zugelassen wurden (und die unnötig hohen akademischen Eintrittsbarieren sind auch heute noch völlig überrissen). So entsteht wenig Konkurrenz und kein Druck auf dem Arbeitsmarkt. Die Fakten sprechen für sich – kein anderer Beruf kann auf derart hohem Niveau klagen. Die Stadt Zürich beschäftigt beispielsweise Kindergärntnerinnen mit einem 10% Pensum und bezahlt noch die Weiterbildung zum Master – wo bitteschön ist sowas sonst noch möglich?

    • Hans Weder sagt:

      Der Punkt ist, Fritz, dass es in Wirklichkeit KEINEN Markt für Bildung gibt. Ich bedauere das, weil ich Bildung im Grunde für ein gewöhnliches Gut halte, wo Angebot und Nachfrage ganz einfach und vor allem effizient für den angemessenen Preis sorgen würden. Aus mir nicht verständlichen Gründen haftet der Bildung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung jedoch eine Art magische Aura an, die diese vor Marktkräften bewahren soll. So ziemlich jeder kann an die PH – die Anforderungen sind äusserst bescheiden. Und so ziemlich jede Lehrkraft findet einen Job, wenn sie will. Weil der Staat künstlich Nachfrage schafft, wird das gesamte Angebot absorbiert. Auch sehe ich nicht ein, weshalb man seit Jahren von einem Lehrermangel spricht. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Verhältnis zu den Schülern gibt es immer mehr Lehrer – und nicht weniger. Von einer Verknappung des Arbeitsangebots kann also beim besten Willen nicht die Rede sein.

  38. van der Waerden sagt:

    Als Steinerschullehrer arbeite ich etwa so viel wie im Artikel beschrieben, verdiene aber auch nach 12 Jahren deutlich weniger als der genannte Einstiegslohn.
    Ist natürlich meine Entscheidung gewesen, bij auch zufrieden damit.
    Der Beruf ist toll, aber wirklich sehr anstrengend, man braucht die Ferien. Es kann einen sonst verschleissen.
    Wenn das anders wäre, gäbe es ja deutlich mehr Bewerber. Und Kinder haben ein Recht auf gutgelaunte, einigermassen ausgeruhte Lehrpersonen.
    Ich denke, dass viele Kritiker ihr Bild noch aus der Schulzeit haben: Aufgabe des Lehrers ist es, vormittags recht und nachmittags frei zu haben. So einfach ist es dann aber in Wirklichkeit doch nicht 🙂

    • chocolate sagt:

      Es gibt ja auch schon mehr Bewerber!
      Schauen Sie sich doch mal die aktuellen Zahlen an: Sie steigen massiv.
      In ein paar Jahren wird dann wieder von der Lehrer-Schwemme geredet. Ein ewiges Rauf und Runter (fragen Sie mal Lehrer, die in den 70ern Jobs suchten: Da mussten viele was anderes suchen, weil es keine gab).

  39. Carlo Corno sagt:

    höchste Zeit, dass dieses Tabuthema mal durchleuchtet wird. Fakten gehören auf den Tisch, nicht zuletzt auch im Interesse der Lehrer. Sind die Vorwürfe nicht gerechtfertigt, hilft nichts besser als die ungeschminkte Wahrheit. Bis jetzt hatte man aber das Gefühl, dass ebendiese Wahrheit vertuscht und mit fadenscheinigen Argumenten verfälscht wird. Was spricht eigentlich gegen die Wahrheit? Sicher habens die Lehrerr in heutigen Zeiten nicht einfach, sei es Integration, Migration, Psychologie bzw. Verhalten der Schüler und der Eltern, all dies muss gewürdigt werden. Auf der anderen Seite müssen aber auch die Eltern und die Schüler gehört werden und nicht nur die Bildungsdirektoren und die Lehrerlobby. In dem Sinne: die nackte Wahrheit auf den Tisch und viel Misstrauen kann abgebaut werden. Aber nicht vergessen: in jedem Beruf gibts Ärger und Probleme, diesbez. dürfen die Lehrer keinen Bonus haben.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Die Wahrheit? Die liegt auf Ihrem Tisch. In Form der Zahlen oben. Aber diese Wahrheit wollen viele gar nicht hören. Klischees sind ja viel einfacher.
      Nun wird seit langer Zeit versucht mit Zahlen und Berichten zu erklären und zu vermitteln, warum die Lehrer teilweise unzufrieden sind. Nur hören will es niemand. Denn etwas zu ändern würde bedeuten, Geld in die Hand zu nehmen. Und das wiederum würde bedeuten, die Steuern zu erhöhen. Das will niemand hören, und kein Politiker wird sich damit die Finger verbrennen. So einfach ist es.

      • Paul sagt:

        Noch mal Herr Rothenbühler: Obige Zahlen sind nicht “die Wahrheit”, sondern die Umfrageergebnisse unter Lehrern. Umfragen zur Zufriedenheit im Job füllt kaum jemand wahrheitsgetreu sondern (fast) jeder zum eigenen Nutzen (Rechtfertigung, Hoffnung auf positive Veränderung, etc) aus – da sind Lehrer nicht weniger menschlich als alle anderen.

        • Felix Rothenbühler sagt:

          Achso, die Löhne, Pensen, Arbeitsstunden, Klassengrössen und -zusammensetzungen, die Aufteilung der Arbeit in Lektionen, Administration, die Lohn- und Personalentwicklung etc. – alles keine Wahrheit, alles Propaganda.
          Träumen Sie weiter.
          Nochmal: Die Umfrage bezieht sich einzig auf die Zufriedenheit, der Rest sind erhobene Fakten (mehrfach, in verschiedenen Kantonen, durch verschiedene Stellen). Und die Fakten weisen Überstunden aus, auch nach der Kompensation mit 7 oder 8 der 13 Wochen Ferien.

          • Paul sagt:

            Hallo Herr Rothenbühler. Lesen Sie doch einfach den Artikel: “2072 Stunden arbeiteten Schweizer Lehrer im Jahr 2009 im Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage im Auftrag des Lehrerdachverbandes LCH unter 1854 Lehrern aus der Deutschschweiz.” Und nein, eine Umfrage unter Betroffenen ist definitiv NICHT das, was Sie als “erhobene Fakten” bezeichnen.

    • David Stoop sagt:

      Das Problem an der Wahrheit ist, dass man sie am Stammtisch nicht hören will und folglich auch nicht in die Politik einfliessen lässt.

  40. Paul sagt:

    Amüsant, dass man die Jahresarbeitszeit der Lehrer auf Umfragen unter Lehrern abstützt. Sorry, das ist einfach nur ein Witz! Dass Lehrer im Jahr nur 5.4 Wochen Ferien nehmen, ist das, was mir Lehrer aus dem Freundeskreis auch immer sagen – aber bei weitem nicht das, was ich bei den selben beobachten kann. Mein Bruder betont auch die ganze Zeit, dass er in den unterrichtsfreien Wochen im Fall wahnsinnig viel vorbereiten muss: Tatsache ist aber, dass er und seine Frau (auch Lehrerin) jedes Jahr mindestens 10 Wochen verreisen (und nein, ich glaube wirklich nicht, dass sie in Leukerbad oder in der Bretagne arbeiten).
    Klar ist: Ich könnte ja auch als Lehrer arbeiten. Will ich nicht und ich will deswegen auch nicht reklamieren. Aber die Lehrer sollen doch bitte endlich mit dem Märchen von den “unterrichtsfreien Wochen” aufhören und zugeben, dass sie einfach 13 Wochen Ferien haben (wieso steht im Artikel eigentlich immer 12?).

    • Thomas sagt:

      Und da ein Lehrer im Staatsdienst mit sicherster Pensionskasse des Landes und enormer Arbeitsplatzsciherheit nicht Spitzensaläre wie Manager (deren Halbwertszeit in der Regel bei 2 – 5 Jahren liegt) einkassieren sollen, versteht sich doch irgendwie auch von selbst. Es gibt tausende Akademiker, die nicht sechsstellig verdienen und sehr gerne einen derart sicheren und gut entlohnten Job hätten…

      • Martin Weidmann sagt:

        Wenn das so wäre, wäre es ihnen ja freigestellt sich als Lehrer ausbilden und anstellen zu lassen. Die Arbeitsplatzsicherheit ist übrigens ein Märchen. Lehrern kann und wird wie in allen anderen Bereichen genauso gekündigt. Bei Verfehlungen, schlechten Leistungen, geringerer Schülerzahl etc.
        Wie gut entlohnd der Job tatsächlich ist für einen Akademiker sehen Sie ja selber in der Grafik, oder haben Sie womöglich nur die Überschrift gelesen?

        • Paul sagt:

          Da liegt ja schon der erste Hund begraben Herr Weidmann, mit einem PH oder FH-Abschluss ist man halt kein Akademiker. Dafür muss man halt 3 Semester länger studieren und einen Master machen. Man kann auch jammern, dass ein FH-Ingenieur weniger verdient als ein Arzt, aber der Vergleich von Äpfel mit Birnen bringt halt selten etwas.
          Aber das Wichtigste: Wenn Lehrer jammern, dass sie zu wenig verdienen, dann hätten sie halt Anwalt werden sollen, die zu erwartenden Löhne sind ja schon vor der Ausbildung bekannt. Genau so halt, wie ich auch nicht über meine 5 Wochen Ferien jammere, ich hätte ja auch Lehrer werden können.

      • Andreas Gilgen sagt:

        Seit 4 Jahren sanieren wir in Bern unsere Pensionskasse mit zusätzlichen 350 Franken pro Monat. Ich habe aktuell 280 Franken weniger auf dem Lohnblatt als vor 2 Jahren. Unsere PK ist zu knapp 90% gedeckt. Wie Sie auf “sicherste Pensionskasse” kommen, ist mir schleierhaft. Vielleicht sollte man zuerst mal die Fakten überprüfen? SO, entstehen Stammtisch-Argumente!

        • Paul sagt:

          Auch diverse Firmen der Privatwirtschaft müssen die PK sanieren. Das liegt nicht am Lehrberuf, sondern an Demografie, aktuellem Tiefzinsumfeld und hoher Lebenserwartung. Nichts dramatisches. Ausser mit einem kleinen Unterschied: Bei Staatsangestellten springt im Notfall der Steuerzahler ein – bei PKs der Privatwirtschaft hat der Rentner einfach Pech gehabt.

      • Daniel Thommen sagt:

        @Thomas: Vielleicht ist hier etwas Aufklärung nötig, so Sie diese denn hören wollen. Die Pensionskassen (bsp. Kanton St. Gallen) sind in vielen Kantonen aus der staatlichen Obhut entlassen und in die “Selbstständigkeit” der privatisierten Kassen eingegliedert. Das heisst Beitragsprimat, kein Leistungsprimat und Risikodeckung durch die Versicherten. Die Ausfinanzierung dieser Geschichte wird zu einem grossen Teil von den Versicherten getragen. Es gibt keine staatliche Sicherheit oder Rückendeckung. Was die Arbeitsplatzsicherheit anbelangt, muss ich Sie ebenfalls enttäuschen. Der Beamtenstatus ist in (fast) allen Kantonen abgeschafft. Die Personalreglemente orientieren sich am OR. Das heisst, wenn keine Unterrichtsstunden vorhanden sind, kann auf Semesterende mit dreimonatiger Kündigungsfrist die Entlassung ausgesprochen werden. Weiter gibt es bei missbräuchlicher Kündigung keinen Anspruch auf Wiedereinstellung. Sie können sich vorstellen, dass eine solche Kündigung faktisch einem Arbeitsverbot im Kanton gleichkommt. Wer stellt schon eine Lehrperson ein, die gegen den Kanton klagt oder in ein (wenn auch ungerechtfertigtes) Entlassungsverfahren involviert war. Zur Entlassung reicht es übrigens, wenn ein Rektor/Schulleiter die Zusammenarbeit als nicht mehr zumutbar erachtet. Da bleibt doch von den behaupteten Sicherheiten nicht mehr viel übrig und Ihre Argumentation bröckelt nicht nur, sie zerfällt geradezu zu Staub.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Was schlagen Sie vor, wie die effektive Arbeitszeit erfasst werden sollte? Ein Controller hinter den Lehrer stellen, der Buch führt? Chip und GPS? Wie wird denn in der Privatwirtschaft die Arbeitszeit ermittelt? Und ich meine die Arbeitszeit, nicht die Präsenzzeit.
      PS: Im Betrieb, in dem ich die Lehre gemacht habe (Privatwirtschaft, grosse IT-Bude), sind mir etliche Leute begegnet, die sich gegenseitig geholfen haben, die Stempeluhr zu tricksen. Ich schätze mal da waren 1 – 3% Betrüger. Oder jene ArbeiterInnen, die immer den 3-Minuten-Sprung der Stempeluhr abgewartet haben. Das war die Mehrheit. Macht bei 4 Erfassungsvorgängen pro Tag 12 Minuten und pro Woche genau eine Stunde. Die Schlange vor der Uhr war zu diesen Zeiten so lang, dass ich als Lehrling diese Zeiten extra gemieden habe.

      • Paul sagt:

        @ Rothenbühler: Ja, warum nicht? Wenn die Lehrer ja so wahnsinnig viel arbeiten, dann müsste es ja in ihrem Interesse liegen, die Zeit korrekt erfassen zu dürfen. Interessanterweise wollen Sie das aber nicht, so können sie nämlich in den “unterrichtsfreien Wochen” die nicht existente Überzeit abbauen. Sorry, ich gebe zu dass mein Bild von der Lehrerschaft auf meinen Bruder, meine Schwägerin und eine Hand voll Lehrer im Freundeskreis beschränkt ist. Aber nein, keiner von denen arbeitet am Abend, keiner von denen arbeitet am Wochenende. Mein Bruder ist am Abend und am Weekend jedenfalls genau so regelmässig mit den Kindern auf der Strasse wie ich – und ich habe wirklich noch nie gehört “Sorry, muss jetzt rein, ich muss noch korrigieren”.
        PS: Wenn man den 3-Minutensprung der Stempeluhr abwartet, dann macht das pro Woche 30 Minuten – man wartet nämlich bei jedem Mal im Durschnitt 1.5 Minuten 😉

        • Felix Rothenbühler sagt:

          Schön, dass Ihr Bekanntenkreis den Job so lässig nehmen kann. Ich kenne meinerseits Lehrpersonen, die weniger aufschreiben als sie tatsächlich arbeiten, um nicht als uneffizient oder unfähig bezeichnet zu werden. Man kriegt von oben als Lehrperson mit zu vielen Stunden nämlich ständig Rüffel und Ermahnungen, man möge doch weniger vorbereiten, weniger genau sein, weniger irgendwas.
          Nochmal, auch Ihnen: Die Arbeitszeiten von Lehrpersonen wurden mehrfach in verschiedenen Studien erhoben. Überall dasselbe Bild: Tendenziell werden Überstunden angehäuft. Steht oben im Datenblog. Wenn Sie diese Zahlen nicht glauben wollen, ist das Ihr Problem.

          • Paul sagt:

            Sie weichen aus: Wieso soll es für Lehrer keine exakte Zeiterfassung geben?
            Zu den zahlen, die ich “nicht glauben” will: “2072 Stunden arbeiteten Schweizer Lehrer im Jahr 2009 im Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage im Auftrag des Lehrerdachverbandes LCH unter 1854 Lehrern aus der Deutschschweiz.” Ich bin jetzt tatsächlich nicht so der Verfechter der Strategie, Politik ausschliesslich basierned auf Umfragen unter Betroffenen zu machen.

    • Pumuckl sagt:

      Geschätzter Paul. Wenn Ihr Bruderud seine Frau tatsächlich Lehrer wären, wüssten Sie wovon Sie sprechen und müssten nicht nur Stammtischweisheiten zum Besten geben. Trotzdem werde ich Ihre Schlussfrage (warum immer von 12 Wochen gesprochen würde und nicht von 13) gerne sachlich beantworten. Der erste Schultag des aktuellen Schuljahres war der 18. August. Die darauf folgenden Ferien (Herbst) gingen vom 06. – 17.10., waren also 10 Tage lang. Die Weihnachtsferien gingen vom 22.12. – 02.01. Ich hoffe Sie gestehen den Lehrern die üblichen Feiertage zu. Also 24.12 und 31.12. = halber Arbeitstag, 25.12, 26.12., 01.01., 02.01 je ganzer Feiertag. Somit bleiben von den 2 Wochen Ferien tatsächlich ganze 4 Ferientage übrig.
      Sportferien je nach Gemeinde unterschiedlich. Dauer aber 2 Wochen oder 10 Arbeitstage. Frühlingsferien 20.04 – 01.05 = 2 Wochen, wg. dem 1. Mai aber nur 9 Ferientage. Die Sommerferien werden am 13.07 beginnen und am 14.08 aufhören. Das sind 5 Wochen oder 25 Arbeitstage. Rechnet man das jetzt zusammen, kommt man auf 58 Arbeitstage. Das entspricht 11 Wochen und 4 Tagen. Aus dem Grund spricht man also von 12 Wochen und nicht von 13. Und wenn Sie glauben, dass das in diesem Jahr nur eine Ausnahme ist … rechnen Sie doch die anderen Jahre selber nach. Sie werden feststellen, dass Sie auch dann nicht auf 13 Wochen kommen werden.
      Und genauso wie Ihnen diese Zusammenhänge bekannt wären, wenn Ihr Bruder Lehrer wäre, wüssten Sie auch, wie hoch seine tatsächliche Arbeitsleistung wäre.

      • Paul sagt:

        Lieber Pumuckl
        Schön, dass Sie sich offensichtlich angesprochen fühlen. Ihre Unterstellung, dass ich mir da was zusammenlüge, spricht selbstverständlich Bände (kann/darf ja nicht sein, dass ein Lehrerpaar jedes Jahr mindestens 10 Wochen verreist, nicht wahr?).
        Für die sachliche Antwort danke ich bestens. Darauf kann ich Ihnen aber auch sachlich antworten, warum mir diese nicht bekannt war, obwohl mein Bruder tatsächlich Lehrer ist: Wir haben einen guten, engen Kontakt. Wir sprechen auch oft über unseren jeweiligen Beruf und mir ist durchaus bekannt, dass der Lehrberuf (meist aus administrativen oder gesellschaftlichen Gründen) oft nicht einfach ist. Aber – Sie werden es mir verzeihen – wir diskutieren nicht jedes Detail der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen. Vor allem da das Thema Ferien bei meinem Bruder eine ähnlich aggresive Reaktion hervorruft wie bei Ihnen. Ich kann aber trotzdem einfach zusammenzählen, wie viele Wochen er jedes Jahr wegfährt. Und da er mein Nachbar ist, weiss ich auch, wann er Nachmittags nach Hause kommt 😉

        • Pumuckl sagt:

          @ Paul. Oh. Aggressive Reaktionen haben Sie bei mir festgestellt? Das ist doch mal erstaunlich. Ich bin übrigens auch kein Lehrer (mehr!) Und ich habe auch schon in völlig anderen Branchen mein gutes Geld verdient. Heute führe und beurteile ich Lehrer als Schulleiter. Und ich kann Ihnen ziemlich genau sagen, wie hoch die Arbeitsleistung jedes einzelnen Lehrers aus meinem Team ist. Und klar bin ich mir auch bewusst, dass ich in meinem Team (> 50 Lehrer) einzelne schwarze Schafe habe. Aber das unterscheidet sich in keiner Weise von anderen Wirtschaftszweigen. Was sich jedoch tatsächlich unterscheidet ist die Tatsache, dass ich die Probleme mit den Lehrern angehe und gemeinsam mit ihnen löse, anstatt zu versuchen sie schnellstmöglich auf dem Arbeitsmarkt bzw. beim Sozialamt zu entsorgen. Und so wie Sie mir Ihren Bruder beschreiben, hätte der wohl ein ziemlich schweres Leben bei mir. Aber wie gesagt, er wäre nur einer von wenigen schwarzen Schafen.

          • Paul sagt:

            @ Pumuckl: Gute Strategie: Wenn man nicht mehr Lügen unterstellt, dann wechselt man dazu, den Gegenstand der Diskussion (in dem Fall meinen Bruder) einfach als “schwarzes Schaf” zu bezeichnen (obwohl man ihn natürlich nicht mal kennt). Da er bei seinen Schülern verhältnismässig beliebt ist, es nicht überdurchschnittlich oft Beschwerden von Eltern gibt und seine Sekschüler nicht weniger gut eine Lehre finden oder den Sprung ins Gymi schaffen als bei seinen Kollegen, würde ich jetzt halt einfach mal behaupten, dass es dazu zwei mögliche Theorien gibt: a) Mein Bruder ist einfach viel effizienter als andere Lehrer oder b) Lehrer arbeiten wie alle anderen wöchentlich 40-42 Stunden und haben 11.8 Wochen Ferien. Ich tippe auf b – auch weil ich neben ihm noch ein paar andere Lehrer kennen und die Beobachtungen da ähnlich (wenn auch wegen der nicht ganz so grossen Nähe natürlich weniger präzis) sind.

        • reguell sagt:

          @ paul
          er wird wohl sportlehrer sein oder werken unterrichten. da gibt’s keine korrigierarbeiten… und in die ferien kann man sicher auch länger. in meinem freundeskreis werden unter lehrern auch oft mehr als 5 ferienwochen gemacht, aber ein tag am weekend geht beim vollpensum sicher drauf. und die ferien sind immer teuer, weil immer in der hochsaison…

          • Paul sagt:

            @ Reguell: Er arbeitet als Seklehrer und unterrichtet seine Klasse natürlich auch in Werken und Turnen – aber selbstverständlich nicht nur.
            Übrigens: Das Problem der teuren Ferien in der Hochsaison haben – das wird Sie jetzt vermutlich total überraschen – nicht nur Lehrer, sondern auch alle Eltern von schulpflichtigen Kindern.

      • chocolate sagt:

        Da haben Sie aber die Brückentage vergessen. Ich kenne z.B. keine Schule (auch wenn es Ausnahmen geben kann), in der am Freitag nach Auffahrt unterrichtet wird…

  41. Hans Käslin sagt:

    Mein Bruder ist Lehrer und sehr zufrieden mit seinem Lebensplan und den vielen Ferien. Er würde das aber nie laut sagen.
    Hier wird auf sehr hohem Niveau gejammert. In den meisten Branchen gab es in den letzten Jahren keine Lohnerhöhungen.
    Es ist also fraglich was die Jammerei soll.

    • Patrik sagt:

      Nun, dann sind obige Fakten natürlich obsolet. Immerhin handelt es sich um Ihren Bruder.

      • Paul sagt:

        Obiges sind keine Fakten, sondern die Resultate einer Umfrage unter den Betroffenen (Lehrer). Wenn Sie gegenüber der Bevölkerung 13 Wochen Ferien rechtfertigen müssten, wie würden Sie die Umfrage beantworten?

        • Felix Rothenbühler sagt:

          Paul, wie oft wollen Sie diese Unwahrheit mit den 13 Wochen noch wiederholen? Das wird nicht wahrer dadurch. Es ist und bleibt falsch. Fakt ist: Lehrpersonen haben zwischen 4 und 5 Wochen Ferien, vielleicht schaffen es einzelne auf 6. Aber auch Sie arbeiten vielleicht gar nicht 47 oder 48 Wochen, sondern verplämpern 1 bis 2 Wochen am Arbeitsplatz mit Facebook oder WM oder was auch immer. Schreiben Sie ruhig mal 4 Wochen ausschliesslich Ihre produktiven Stunden auf.

          • Paul sagt:

            Rothenbühler, wie oft wollen Sie diese Unwahrheit mit den 4-5 Wochen noch wiederholen? Das wird nicht wahrer dadurch. Es ist und bleibt falsch. Fakt ist: Die oben erhobenen Zahlen sind das Resultat einer Umfrage unter Betroffenen. Und meine Beobachtungen von Lehrern in der Familie und im Freundekreis ist und bleibt: Wer 10 Wochen pro Jahr wegfährt hat nicht 4-5 Wochen Ferien!

  42. Clarisse sagt:

    Im 11. Dienstjahr sollte heißen auf der 11. Lohnstufe. Weil: es gibt bei uns am Gymnasium nur alle 3-4 Jahre eine Lohnerhöhung, da der Kanton kein Geld dafür hat. Also nach 11 Dienstjahren ist man niemals auf der Lohnstufe, die, man eigentlich erreichen sollte.

    • Jeanclaude sagt:

      Clarisse: erreichen möchte und nicht unbedingt sollte. Solche Lohnautomatismen existieren in der Wirtschaft auch nicht.

      • Clarisse sagt:

        Die Tabelle unter Punkt 2 stimmt einfach nicht. Das sind die Löhne der 11. Lohnstufe und kein Lehrer erreicht die nach 11 Jahren. Das Ganze ist irreführend.

  43. Jean-Luc sagt:

    Das ist absolut falsch!
    Meine Frau ist Oberstufen Lehrerin in Bern. Sie arbeitet nun seit 9 Jahren, verdient Brutto 6100 chf! Von wegen 7000 chf Einstiegslohn. Sie hat ein Master in Adv. Studies, Lehrerdiplom und alles drum und dran.
    Noch etwas, meine Frau hat 30 Elterngespräche pro Semester, das bedeutet jegliche Studen, neben Vorbereitungen für die nächste Klasse, etc. Sie muss oft bis um 19:00 noch in der Schule sein und fängt jedem Tag um 07:00 an dort vorbereitungen zu machen (Kopien, Material, etc).
    Zuletzt noch, wenn meine Frau um 19:00-20:00 zu Hause ankommt, reicht es knapp noch für ein 15 min “Wie war dein Tag Schatz” und sofort muss sie die riesige Biege von Aufsätzen, Diktate. Prüfungen etc korrigieren, oft bis um Mitternacht… Sie hat nicht einmal Zeit für Sport und wärend den Ferien, muss sie innert der ersten Woche und der letzten Woche der Ferien in der Schule anwesend sein um Vorbereitungen etc zu machen.
    Was soll das den für ein Titel im Artikel? Komplett falsche Behauptungen, das macht mich echt sauer.

    • Jean-Luc sagt:

      Noch etwas, man sollte eher mal über Schulleiter etwas schreiben.

      Die verdienen oft sehr hohe Beträge, überlassen mehr und mehr Ihre eigene Verantwortungen den Lehrern. Schulleiter machen ab und zu mal eine Sitzung, gehen aber immer früh nach Hause und kommen meistens später als alle Lehrer in die Schule. Die Hany und Privatnummer von Lehrern geben Schulleiter nun den Eltern, damit ja nicht die Schulleiter sich mit Probleme von Eltern auseinandersetzen müssen, sondern das sollten doch die Lehrer selber machen in Ihrer Freizeit und heutzutage reklamieren jede Eltern wegen jedem bisschen.

      Wieso macht niemand einen Artikel über die Schulleitung?

      • Christoph Bracher sagt:

        Zwei Gedankenanregungen für den Stammtisch und das Lehrerzimmer:

        1. Die Eigenmotivation der Schüler ist gleichzusetzen mit der Motivation der Lehrkraft.

        2. Alle Kinder und Eltern beurteilen die LehrerInnen und SchulleiterInnen und den kantonalen Bildungsminister. Dies erfolgt 2 Mal im Jahr. Das Ergebnis ist Lohnrelevant. Es gibt ein Zeugnis 😉

      • Cernoc sagt:

        Ich finde vor allem gewisse Kommentare frech, wie die weiter oben von Paul! Ich selber bin froh, dass ich nicht als Lehrer arbeite, sondern gemütlich bei der UBS weit über einen Hunderter verdiene, ohne gross Verantwortung zu haben.

      • Pumuckl sagt:

        Lieber Jean Luc. Danke, dass Sie so viel über mich, meine Arbeit und meinen Lohn wissen. Sie haben sich wirklich ganz hervorragend informiert. Da frage ich mich doch ernsthaft warum Sie nicht schon lange entweder Lehrer oder Schulleiter geworden sind. Ich meine … wir verdienen SAUMÄSSIG viel Geld. Man wäre doch wirklich saublöd, sich die Kohle nicht von dem ausserordentlich grosszügigen Arbeitgeber Kanton in den Hintern schieben zu lassen. Und da der Souverän ja vor nicht allzu langer Zeit entschieden hat, dass man als Schulleiter nicht einmal mehr Pädagoge sein muss, würde Ihnen dieser Weg ja offen stehen. Sie könnten dann den ganzen Tag – genau wie ich – vor dem PC sitzen, Kommentare schreiben, Ihr Geld zählen und die Lehrer die ganze Arbeit machen lassen.
        Sorry. Aber ich verstehe Sie wirklich nicht, wenn Sie so tolle Chancen einfach so an sich vorbeiziehen lassen.

      • chocolate sagt:

        Jean-Luc
        Vielleicht kriegen Sie etwas gar viel Frust von Ihrer Partnerin ab, dass Sie so über Schulleiter schreiben müssen.
        Aber bei denen ist es wie bei den Lehrern: Es gibt ganz hervorragende, viele, die ihren Job gut machen und ein paar Nieten. Seltsam, dass bei Ihnen die Lehrer alle hervorragend sind und die Schulleiter alles Nieten. Merken Sie was???

  44. Johnny Bravo sagt:

    Jeder Lehrer solte mindestens 3 Jahre in der Privatwirtschaft versuchen einen Hunderter nach Hause zu bringen.
    Danach wird er als Lehrer nicht mehr jammern.

    • pizzinato sagt:

      Ich war 20 Jahre in der Privatwirtschaft tätig bis ich ins Lehrerfach gewechselt habe. Ich arbeite heute stundenmässig mehr und bin dabei zufriedener. Dafür nehme ich eine gewisse Lohneinbusse gerne in Kauf.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Jeder Besserwisser aus der Privatwirtschaft sollte mal 4 Wochen Unterricht erteilen müssen. Danach wird er nicht mehr über LehrerInnen jammern.

    • Michael sagt:

      Ja und jeder Privatwirtschaftler sollte mal 3 Jahre als Lehrer gearbeitet haben, dann hört die ewige gleiche neidische Leier gegen die Lehrer endlich auf! Und wer immer noch neidisch ist, soll doch einfach Lehrer werden, dann hört die Jammerei auch auf.

    • nat sagt:

      Schön, dass Sie so gut Bescheid wissen. Probieren Sie es mal umgekehrt. Mal schauen, wie lange Sie durchhalten!

      • Chris sagt:

        Habe ich, und zwar 9 Jahre als Wirtschafsinformatiker. Fazit: Der Job in der Priviatwirtschaft ist viel lockerer als der Lehrerjob. Der Lohn ist 30’000 höher, die Verantwortung dafür tiefer. ABER: Man kann nicht mit fröhlichen Kindern arbeiten, kann sie nicht begeistern und hat dafür mit Managern zu tun, die anderen Managern freundlich lächelnd das Messer in den Rücken stossen und über Frauen und Mitarbeiter in einer Art und Weise herziehen, dass ich freiwillig auf den Lohn und die mehr Ferien in der Privatwirtschaft verzichtet habe und wieder glücklich als Lehrperson arbeite.

    • Müller sagt:

      Im Gegensatz zu Ihnen, der noch nie 3 Jahre vor einer Schulklasse gestanden hat (ich aber deren 15), habe ich 17 Jahre als Freelancer gearbeitet, unter anderem auf dem Bau.Fazit: Selbst nach härtesten Arbeitstagen als Zimmermann fühlte ich mich abends NIE dermassen ausgelaugt wie nach einem manchmal 12 Stunden dauernden Schultag! Hören Sie doch auf, über die Lehrkräfte zu jammern!

    • Urs sagt:

      Ich kenne einige Lehrer, die aufgrund der hohen Belastung in die Privatwirtschaft gewechselt haben. Alle davon verdienen besser und sind zufriedener. Zum Beispiel mein ehemaliger Deutsch- und Klassenlehrer am Gymi; hatte ein 100% Pensum und schrammte knapp an einem Burnout vorbei. Heute ist er selbstständiger Unternehmensberater und verdient deutlich mehr. Und ist deutlich zufriedener.

    • Jon Grau sagt:

      Na ja, ich war Primarlehrer, dann Gymnasiallehrer und arbeite seit ein paar Jahren in der Privatwirtschaft. Fazit: Es ist anders. Als Lehrer genoss ich die Ferien – kein Zweifel. Jetzt geniess ich die mehrheitlich freien Abende und Wochenenden. Zudem hab ich jetzt die Möglichkeit mir die Fereienzeit frei einzuteilen – zwischendurch mal ein verlängertes WE einzustreuen hat durchaus Qualität. Ich verdiene mehr als ein Hunderter.
      P.S.
      Waren Sie denn schon mal Lehrer?

    • Josh Bridges sagt:

      Wenn Sie beispielsweise Physik studiert haben, ev. gar mit Promotion…können Sie sich so etwas überhaupt vorstellen? Jedenfalls verdient jeder Physiker in der Privatwirtschaft einiges mehr als wenn er Gymnasiallehrer wird. Deshalb gibt es kaum einen Physiker, der noch Gymnasiallehrer werden will. Das ist aber kein Problem – wir holen sie einfach aus Deutschland, insbesondere in Kantonen mit SVP Erziehungsdirektion.

    • Pumuckl sagt:

      Ich habe in der Privatwirtschaft div. Hunderter nach Haus geholt. U.a. auch in der Finanzbranche. Gleiches aber auch als Lehrer und aktuell als Schulleiter. Ich lade Sie ein zu mir in die Schule zu kommen. Dann schauen wir mal, ob Sie die Belastungen des Lehrerberufs auch nur von nächsten Montag an bis zu den Sommerferien überstehen. Okay? Mein Angebot steht. Ich warte auf Ihre konstruktive Rückmeldung Mr. Bravo

  45. Fabian sagt:

    Ich glaube sofort, dass die Vorbereitung sehr viel Zeit beansprucht. Nur schon als Fussballtrainer brauche ich 30 Minuten für ein Training von 90 Minuten.
    Mit dem Lohn ist übrigens kein Mensch zufrieden. Aus einem einfachen Grund: Es hat keine Obergrenze

    • Sven sagt:

      Doch ich bin mit meinem Lohn zufrieden, da ich davon gut leben kann. Geld ist nicht alles. Auch bringe ich keinen hohen 6-stelligen Lohn nach Hause.

  46. felix halter sagt:

    man kann an einigen einfachen beispielen erkennen, wie es um die haltung der lehrerInnen steht: in einem schaltjahr verlangen sie einen zusätzlichen freitag, kein witz.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Man kann an einigen einfachen Beispielen erkennen, wie es um die Haltung der Kommentatoren steht: Sie schreiben jeden noch so erdenklichen Unsinn, nur um die LehrerInnen schlecht dastehen zu lassen. Bitte belegen Sie Ihre Aussage.

      Für Lehrpersonen gelten die Jahresstunden gemäss Kanton. Und falls doch einmal ein zusätzlicher freier Tag wegen einem Schaltjahr gewährt würde, wären die kumulierten Überstunden immer noch nicht abgebaut.

    • S. K. sagt:

      Schön, wie sie vermutlich aus einer einzelnen Aussage alle Schweizer Lehrer in die gleiche Schublade stecken. Ich habe sowas noch nie gesagt und kenne keine Lehrperson, die sowas im Ernst denken würde. Und ich behaupte mal, ich kenne mehr Lehrpersonen als Sie! Woher dieser Frust? Und dieser Groll gegen Lehrpersonen? Neidisch wegen den “Ferien”? Sie können sich jederzeit gerne an Schulen bewerben und uns allen zeigen, dass wir nichts, Sie aber alles besser können. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

    • Pumuckl sagt:

      An den Kommentaren kann man nicht nur die Haltung, sondern auch den Geisteszustand eines Kommentators erkennen. Unabhängig von Schaltjahr oder normalem Jahr gilt es bei Jahresarbeitszeit, ein vorgegebenes Arbeitspensum innerhalb eines Jahres zu erledigen. Das ist nicht nur bei Lehrern so. Wenn das Jahr plötzlich einen Arbeitstag mehr hat, ist diese Zeit in irgend einer Weise zu kompensieren. Ob dies nun ein freier Tag oder bezahlte Überzeit …. ist, ist eigentlich egal. Ihr Beispiel zeigt aber sehr schön auf, wie korrekt der Arbeitgeber Kanton mit seinen Mitarbeitern umgeht. In der Wirtschaft ist das nämlich nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern sogar rechtlich soweit abgesichert, dass das sogar einklagbar ist.

      • Fred Niederer sagt:

        @Pumuckl: Da liegen Sie leider falsch! Selbst in Firmen die Jahresarbeitszeit kennen, berechnet sich die Jahresarbeitszeit aus 365 oder 366 Tagen, minus Sa/So, minus gesetzliche und allenfalls lokale Feiertage die auf einen Werktag fallen, minus Ferien.. Je nachdem ob die Feiertage auf einen Werktag oder Sa/So fallen oder eben ein Schaltjahr ist, ist die Soll-Jahresarbeitszeit dann etwas länger oder kürzer!

        • Pumuckl sagt:

          @ Niederer. Dann sollten Sie das mal der schweizerischen Versicherungsbranche mitteilen.

  47. Herbert Anneler sagt:

    ich war selber viele Jahre Sozialforscher und stelle vor diesem Hintergrund fest: Der hier präsentierte Zahlensalat eignet sich bestens, die wahren Problematiken zu verwedeln. Die Apparatschicks haben wieder einmal zugeschlagen.

    • Urs sagt:

      Na dann benennen Sie doch mal die wahren Problematiken, und widerlegen sie den Zahlensalat, Herr Anneler. Einfach pseudo-bedeutungsvoll irgendwelche leeren Behauptungen in den Raum zu stellen ist einfach nur heisse Luft.

  48. gabi Bossert sagt:

    Schulklassen sind heute nicht nur Bildungsstätten, sondern vielfach soziale Brennpunkte. Die Wissensvermittlung ist ein Teil, der den Lehrer/In nicht überfordern dürfte, aber dafür zunehmende Verhaltensauffälligkeiten. Elterngespräche wurden früher eher in regelmässigen Elternabenden geführt, heute müssen vermehrt Einzelgespräche eingerichtet werden und diese verlaufen nicht häufig im Einvernehmen mit dem schulischen Interesse. Einsicht und auch familiär notwendige Veränderungen passieren eher nicht. Es ist eben ein total anderer Leistungsdruck gefordert, als in der Wirtschaft. Aber zu behaupten, Lehrer unterstehen keinem Leistungsdruck lässt für mich erkennen, dass Voreingenommenheit bequemer durchzudenken ist, als informatives Wissen. Es lässt sich nichts verallgemeinern, aber Tendenzen sind festzustellen. Ob nun mehr Lohn gewisse Probleme aus der Welt schafft, das bezweifle ich allerdings. Die Unzufriedenheit ist ein gesellschaftliches Problem und seltener ein Finanz- oder Freizeitproblem.

  49. Manfred sagt:

    4 Wochen Urlaub, 42 std. Woche und 57000 im Jahr. Da soll sich doch noch ein Lehrer über seinen Lohn beklagen.

    • michael sagt:

      Ruft Sie Ihr Chef oder Mitarbeiter auch gerne mal am Wochenende oder nach 2200 an ? Müssen Sie sich zuhause auf Ihre Arbeit vorbereiten ? Nehmen Sie Arbeit mit nach hause ? Haben Sie stundenlange Sitzungen ausserhalb Ihrer Arbeitszeit ? Und Sie können Ihren Urlaub frei wählen, auch gerne mal ausserhalb zu dem teuersten Zeiten das Jahres oder ?

    • Mark sagt:

      Es kann ja wohl nicht wirklich ein Ernst gemeintes Argument sein, sehr schlechte Arbeitskonditionen in der Privatwirtschaft mit durchschnittlichen beim Staat zu vergleichen. Falls Sie erst 20 sind sind 57’000.00 in Ordnung falls Sie 45 dann mein Beileid. Hier kann man von Neidkultur sprechen und dann wohl bei der 5 Wochen Ferienabstimmung Nein stimmen damit die Wirtschaft bei Laune bleibt.

    • nat sagt:

      Bedenken Sie: der Lehrer hat eine lange Ausbildungszeit! Diese muss irgendwann amortisiert werden. Ich habe mal nachgerechnet und einen durchschnittlich verdienenden Arbeiter, der ab 15 mit einem Lehrlingslohn beginnt und ab 20 voll verdient. Bei einem Hochschulabsolventen sind das ungefähr 10 Jahre Lohnausfall, der sogar noch oft mit Kosten und Schulden belastet ist.

  50. Samuel Bendicht sagt:

    Es ist eigentlich ein Zeichen für eine völlig kranke Gesellschaft, dass wir den Menschen, welche unser Geld hüten, ganz selbstverständlich viel mehr Lohn bezahlen und Achtung zukommen lassen, als den Menschen, welche die Verantwortung für unsere Kinder übernehmen und sie tagsüber hüten, sich um sie kümmern und individuell ausbilden.

    • Linus Luchs sagt:

      Danke, Herr Bendicht, Applaus von meiner Seite.
      Die Ausbildung unserer jungen Generation ist fundamental wichtig, nicht nur für die Wirtschaft, wie viele sagen, sondern vor allem auch für das Funktionieren einer direkten Demokratie. Was jedoch vielen Kinder ausserhalb der Schule mitgegeben respektive eben nicht mitgegeben wird (von den Eltern, von den Medien, von der Werbung), stellt die Lehrerinnen und Lehrer vor eine Herkulesaufgabe. Sie versuchen zu retten, was zu retten ist. Zur Belohnung werden sie von Helikoptereltern bedrängt und vom Stammtisch beschimpft.

    • Manuel Benz sagt:

      In der Tat.

    • Reto sagt:

      Samuel, dass soll wohl auf die “Bänker” abzielen, stimmt’s? Ich arbeite bei einer sogenannten Bank mit Staatsgarantie. Es läuft hier bei 95% der Angestellten genau gleich ab wie bei den Lehrern. Durch Leistung gibt es keine Gehaltserhöhung. Man muss erst mal die nächst höhere „Altersstufe“ erreichen. Ich, 28 J. mit Bachelor habe seit 3 Jahren keine Lohnerhöhung mehr erhalten und bin bei 85’000 CHF. Hört endlich auf die Klischees von Lehrern und Bankern usw. aufrecht zu halten.

      • Samuel Bendicht sagt:

        Sehr geehrter Herr Reto, Sie müssen sich nicht rechtfertigen, denn ich ziele hier nicht auf die viel gescholtenen Bankangestellten und darauf, dass Sie im Gegensatz zu Lehrern geregelte Arbeitszeiten, keine abendlichen Elterntelefonate, keine nächtelange Prüfungsvorbereitungen und Korrekturen haben und dass Geld meist ruhig ist und nicht rum quengelt und einem den letzten Nerv rauben kann. Es ging mir also nicht um die armen Banker, sondern um den Umstand, dass Geld in unserer Gesellschaft offenbar den viel grösseren Stellenwert geniesst, als Kinder.

    • Hans vom Hübel sagt:

      Hüten! Der war gut 🙂

      Ansonsten absolute Zustimmung.

    • Marius Schären sagt:

      Danke für das wohl das wahrste Votum auf dieser Seite.
      Ergänzend: Mir erschliesst sich nicht, weshalb Kindergärtnerinnen dermassen viel weniger erhalten als Gymer-Lehrer. Jaja, Ausbildung und so und Privatwirtschaft. Aber was ist mit der Verantwortung?

    • David Stoop sagt:

      Ja, und dem Kerl mit der lustigen Frisur, der so schön mit dem weissen Ball umgehen kann, dem geben wir mehr Geld als einem ganzen Schulhaus voller Lehrer. Noch mehr Geld geben wir dem Typen, der so schön rhythmischen Sprechgesang kann, während ein paar halbnackte Frauen im Hintergrund rumtanzen (denen hingegen geben wir nicht wirklich viel Geld).

  51. Hans sagt:

    Eine Reform jagt die andere! Die Schule hat einen zu grossen pädagogischen Wasserkopf der mit seinen Todgeburten das ganze System immer wider in Unruhe versetzt. Es gibt die Ultimativen Lernsysteme schlichtweg nicht, die uns die Pädagogen ständig einflüstern. Gut lernt nur der motivierte Schüler- und gut unterrichtet nur der motivierte Lehrer. Konstanz bringt Sicherheit. Sicherheit entspannt! Die Lehrer müssten mal einen Aufstand von “unten” wagen gegen die Leitung und diejenigen die die Schule politisch instrumentalisieren wollen.

    • Blanche Wu sagt:

      Sehr gut geschrieben. Bei den vielen Schulreformen kann keine Ruhe einkehren und ich als Lehrer würde mich wohl irgendwann quer stellen müssen, wenn ich nicht untergehen möchte in dieser Reformitis. Ich denke jeder motivierte Lehrer, der mit Leib und Seele Lehrer ist, wird auch ohne all die klugen Pädagogen und Lerntechniken den Kindern den Stoff beibringen können. Lasst endlich die Lehrer machen und schnorrt ihnen nicht ständig rein! So kann man nicht arbeiten, auch nicht in der Privatwirtschaft. Da würden die Leute auch reihenweise kündigen, wenn ein Unternehmen alle zwei Jahre sich ummodelt und alles neu wird.

  52. Kusi Nachbur sagt:

    Die Zahlen zur Arbeitszeit basieren auf Umfragen unter Lehrern in der Deutschschweiz. Und wie wir ja alle in der Zwischenzeit aus den Prognosen zu den Abstimmungen gelernt haben, sind Umfragen von DIREKTBETROFFENEN nur selten objektiv und zuverlässig. Kein Lehrer würde je zugeben, dass er in den 5 oder 6 Wochen Sommerferien nichts macht und sich einfach nur erholt. Aber meine Erfahrungen zeigen genau das. In den 13 Wochen Ferien bereiten die Lehrer die Unterlagen auf, welche sie in den Unterrichtsstunden benötigen. Für Neulehrer ist der Aufwand sicher recht gross, für die anderen Lehrer beschränkt sich der Aufwand auf ein Minimum, denn sie können zu 95% auf die bisherigen Unterlagen zurückgreifen. Lehrerkonferenzen, Tagungen, Ausflüge, etc., etc. fallen alle in die Schulzeit. Sogar Burn-Out-Vermeidungskurse fallen in die Schulzeit. Es gibt heute wohl kaum noch einen Job mit dermassen geregelten Arbeitszeiten, vielen Ferien und verhältnismässig hohen Löhnen. Anspruchsvoll ist der Lehrerjob trotzdem. Nicht wegen der Präsenzeit oder der Löhne, aber in unserem wirtschaftlichen Umfeld hat man nur noch als Gymi-Schüler eine vernünftige Zukunft. Der Druck auf die Schüler und damit auch auf die Lehrer (vor allem von den Eltern) ist immens gestiegen. Da müsste man den Hebel ansetzen. In Kantonen wie Glarus gibt es sogar schon für die Kanti ein Numerus Clausus, weil der Staat bei der Bildung spart. Das bedeutet für die Lehrer noch mehr Druck, noch mehr Diskussionen über Noten, Beurteilung, etc… Und wenn wir jedes Jahr netto noch 80’000 Billigarbeiter in die Schweiz reinkarren, dann wird der Druck und die Existenzangst der Eltern und Schüler jedes Jahr grösser und grösser. Aber vor dieser Wahrheit verschliesst die Linke ja aus ideologischen Gründen ihre Augen.

    • Raphael Peter sagt:

      Sehr geehrter Herr Nachbar
      Ihre Aussagen bezüglich der Objektivität der Umfrage unter direktbetroffenen sind für mich nachvollziehbar. Erstaunlich wirken hingegen Ihre Äusserungen bezüglich Lehrerkonferenzen, Tagungen, etc. welche allesamt in die Schulzeit fallen sollen. Ausnahmen gibt es bestimmt, in der Regel finden die genannten Anlässe jedoch ausserhalb der Unterrichtszeiten statt. Elterngespräche, Sitzungen, etc. führen zu durchschnittlich einem Abend pro Woche, an welchem erst nach 19 Uhr Feierabend ist. Korrektur- und Vorbereitungszeiten sind hierbei noch nicht einberechnet. Aus meiner langjähriger Erfahrung als Lehrperson und Schulleiter an unterschiedlichen Schulen kann ich dies gut beurteilen.
      Ihre weiteren Punkten kann ich nur beipflichten.

      Freundliche Grüsse
      R. Peter

      • Kusi Nachbur sagt:

        Sehr geehrter Herr Peter

        Die Aussagen über Lehrerkonferenzen und Tagungen basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und den Aussagen eines befreundeten Lehrers. Alleine seit April haben meine beiden Kinder an 3 Tagen schulfrei, weil die gesamte Lehrerschaft an einem Burnout-Vermeidungskurs, einer Weiterbildung und an einer Konferenz teilgenommen haben. Dazu kommen dann noch diverse Brückentage. Haben wir einen Feiertag am Donnerstag, dann ist am Freitag keine Schule. Haben wir an einem Sonntag Landsgemeinde, dann ist die Schule am Montag geschlossen. Wenn man allein diese Brücken- und Ergänzungstage zu den 13. Ferienwochen dazu rechnet, dann kommt locker nochmals eine Woche zusammen. Plus dann natürlich noch die normalen Feiertage wie Näfelser Fahrt, Auffahrt und was weiss ich noch alles. Aber wie gesagt: Ich habe den grössten Respekt vor den Lehrern. Die Anspräche an die Lehrpersonen sind massiv gestiegen. Integrative Schule (lernschwache Kinder), Integration von Migrationskindern, massive Bildungs- & Lernunterschiede innerhalb der Klassen, kulturelle Probleme, neue Medien (Handy, Tablets, etc.), Ansprüche der Eltern, Ansprüche der Kinder, Einmischung der Politik in die Bildung, etc. etc, etc… Ab und an habe ich auch fast den Eindruck, dass die eigentliche Aufgabe der Lehrer – das Vermitteln von Wissen – immer mehr in den Hintergrund rückt.

        Ich bin froh um jeden engagierten Lehrer, der noch nicht desillusioniert seinen Job an den Nagel gehängt hat. Daher mag ich ihnen die 13. Ferienwochen auch von Herzen gönnen.

        • Helena B. sagt:

          @Kusi Nachbur. Sie haben recht, die Umfrage unter den Lehrern ist vermutlich nicht sehr objektiv. Eine befreundete Lehrerin hat mir schon öfters vorgeschwärmt wie toll es ist, Lehrerin zu sein. Sie steht zu ihren 12 Wochen Ferien und geniesst diese auch ohne sich dafür zu schämen. Sie selbst hat zu mir schon gesagt, dass es Quatsch ist, dass Lehrer sich in den Ferien wie verrückt vorbereiten. Wenn man mal seine Unterlagen zusammen gestellt und ein wenig Erfahrung gesammelt hat, ist dieser Job, nach ihrer Aussage, absolut gut zu bewältigen und lässt sich auch noch prima mit Familie vereinbaren. Aber ich denke, sie ist eine sehr gute und engagierte Lehrerin und hat aus diesem Grunde auch alles so gut im Griff, so dass sie die Vorteile dieses Berufes geniessen kann. Dazu kommt, dass sie in einem Quartier ohne die typischen Helikoptereltern unterrichtet. Persönlich würde mich an diesem Beruf nur die z.T. obermühsamen Eltern stören.

    • Josh Bridges sagt:

      Lieber Herr Nachbur
      Es steht doch jedem frei – auch Ihnen – den Lehrerberuf zu ergreifen, wenn Sie in den 13 Wochen Ferien und den so tollen Lehrer-Löhnen, dem tollen gesellschaftlichen Ansehen, etc. den Traumberuf finden. Aber Sie brauchen halt einen I.Q. > 0 und gewisse Sozialkompetenzen. Dort ist wahrscheinlich der Hund begraben…

      • Kusi Nachbur sagt:

        Lieber Herr Bridges

        Ehrlich gesagt bin ich mehr als erstaunt, dass ihr Kommentar überhaupt freigeschaltet wurde. In meinen beiden Beiträgen habe ich ausdrücklich betont, dass ich den Lehrberuf als äusserst anspruchsvoll betrachte, da er heute ein grosses Spektrum an Fähigkeiten ausserhalb der Vermittlung von Wissen verlangt. Wenn Sie sich schon grosskotzig über IQ und Sozialkompetenz auslassen, dann sollten sie iübrigen auch sicher sein, dass sie einen Text verstanden und nicht nur gelesen haben. Also nehmen sie doch einfach noch einmal einen Anlauf, vielleicht klappt es ja dann mit dem Verständnis!

    • Fabian sagt:

      Nun gut, ihre Beobachtungen sind ja vielleicht auch nicht ganz objektiv, geschweige den Generalisierbar bei dieser Stichprobengrösse…

      • Kusi Nachbur sagt:

        Meine Beobachtungen sind durchaus objektiv. Ich habe lediglich das geschildert, was ich in den bisherigen Schuljahren erlebt habe. Aber es versteht sich natürlich von selbst, dass aus meinen Erfahrungen in meinem Kanton nicht zwangsläufig auf die Situation der Lehrer in anderen Kantonen geschlossen werden kann. Wie in den diversen Beiträgen hier ersichtlich ist, sind ja schon die Unterschiede zwischen Bern und Solothurn sehr hoch. Sinn und Zweck eines solchen Forums ist ja der Meinungsaustausch und ich nehme für mich nicht in Anspruch, die alleinige Weisheit und Wahrheit gepachtet zu haben. Im Gegensatz zu Herrn Bridges habe ich keine Probleme, wenn jemand einen anderen Standpunkt einnimmt, solange er diesen auch begründet. Es gibt ja immer auch Argumente, die man in seinen Überlegungen noch nicht berücksichtigt hat.

    • Pumuckl sagt:

      Arbeitszeiterhebungen haben häufig sehr viel mit subjektiven Daten zu tun. Das ist nicht nur bei den Lehrern so. Man arbeitet nicht zwangsläufig schon dann, wenn man in einem Betrieb an seinem Arbeitsplatz angekommen ist. Bei meinen Arbeitszeitmessungen u.a. bei einem grossen Versicherer sind die Damen und Herren der Chefetage ziemlich ins Grübeln gekommen über die Ergebnisse. Speziell über die Ergebnisse auf der Teppichetage. Aber das ist eine andere Geschichte.
      Ausserdem wird bei Ihrer Aussage völlig ausser acht gelassen, dass speziell die Vorbereitung einer Lektion IMMER auch ein kreativer Prozess ist. Und wenn Sie schon jemals kreativ tätig waren, dann wissen Sie auch, dass Kreativität zu 20% Professionalität besteht, zu 1% aus Inspiration und zu 79% aus Transpiration.

  53. Urs Widmer sagt:

    Der detaillierte Bericht in Ehren. Aber IMMER die gleichen Überschriften, die Polemik um a) jammernde Lehrerschaft und b) zuviel Lohn, zuviel Ferien, zuviel Gejammere.
    Ich sage da nur: gehe jeder 1000km in den Schuhen des Lehrers, bzw. mach er/sie mal den Job 1-2 Jahre.

    Ich will mich da nicht in Details verlieren, weil andauernd genug geschrieben wird. Und vor allem sich ZUVIELE zuviel Urteilsvermögen zumuten. Es ist in den Zeiten der Online-Kommentare einfach jede/r ein Profi in fast allen Bereichen – wo mitgeredet werden kann.

  54. Jürg Oberli sagt:

    Der Lehrer ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen. Lehrer bringen das Wissen der existirenden Menschen den neuen Menschen (Kindern) bei. Ohne Lehrer gibt’s keine Ingenieure und Wissenschaftler, nicht mal Finanzdienstleister und Rechtsanwälte. Sogar Strassenbauer und Mechaniker brauchen Lehrer die ihnen das beibringen.
    Ich bin der Meinung: Lehrer sollten nur die Besten werden – das Gehalt und die Arbeitsbedingungen müssen dementsprechend die Besten sein.Da darf man bei jenen die vom Unterricht profitiert haben (gut Gebildete, gut Verdienende) ruhig höhere Steuern eintreiben.

    • Hugentobler Martin sagt:

      Kerrichtfrauen und -männer haben eine der wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen. Sie räumen den Dreck der anderen weg. Ohne sie würden wir in unserem Abfall ersticken. Das Gehalt und die Arbeitsbedingungen müssen dementsprechend die besten sein sowie die gesellschaftliche Anerkennung eine der höchsten.

    • Max Wartenberg sagt:

      “das Gehalt und die Arbeitsbedingungen müssen dementsprechend die Besten sein.” Wenn die Lehrer die höchsten Löhne erzielen, werden viele Leute den Lehrberuf ergreifen aus puren monetären Interessen, weil man als Lehrer am meisten Zaster einheimst. Darunter leiden würden die Schüler betreut von Lehrern ohne inneres Feuer, ohne echte Motivation für den Lehrberuf. Wie bei vielen anderen Berufen auch, sollten nicht monetäre Interessen das Hauptkriterium für die Berufswahl sein, sondern in erster Linie Freude und Genugtuung an der Arbeit.
      Ich glaube, die Lehrerlöhne liegen etwa im Rahmen und der hohe Anteil an Teilzeitlehrern zeigt, dass viele Lehrer mit einem reduzierten Lohn noch gut über die Runden kommen.

      • Urs sagt:

        @ Max Wartenberg: “Wie bei vielen anderen Berufen auch, sollten nicht monetäre Interessen das Hauptkriterium für die Berufswahl sein”
        Komisch, dass in der Privatwirtschaft Spitzenlöhne genau mit diesem Argument des monetären Anreizes gerechtfertigt werden, à la man müssen so hohe Löhne und Boni vergeben, wenn man die besten Talente bekommen möchte. Heisst das also im Umkehrschluss, dass CEO’s, Topmanager, Banker etc. alles einfach nur geldgeile Abzocker sind?
        “der hohe Anteil an Teilzeitlehrern zeigt, dass viele Lehrer mit einem reduzierten Lohn noch gut über die Runden kommen”
        Aha, und das ist ein Argument dafür, Lehrer für ihre Leistung schlechter zu bezahlen als wenn sie einen ähnlich anspruchsvollen Job in der Privatwirtschaft machen würden?

  55. Zeno Schnaub sagt:

    Arme Kerlis! Was hier nicht gesagt wird: Es mögen zwar einige Leute in anderen Berufsgruppen nach 5 Jahren auf über 100’000 im Jahr kommen. Aber: Nur wenige verdienen mit 40 dann 165’000 und mehr, und die Pyramide ist in der Industrie sehr steil und planen lässt sich wenig, während ein Gymnasiallehrer sein Einkommen auf gutem Niveau und mit Absicherung bzw. Jobgarantie (also ohne Risiko) bis ins Pensionsalter planen kann.

    • Hugentobler Martin sagt:

      Voll mit Ihnen einverstanden. Wie man aus Tabelle Primarlehrer der Einstiegs- und “nach 5-Jahren”-Löhne entnehmen kann, haben Lehrer die höchsten Einstiegslöhne und nach 5 Jahren sind sie immer noch bei den obersten sechs der aufgeführten Berufsgattungen.

    • Markus Brenner sagt:

      Also, wenn man zu den 20% Guten gehört ist in gewissen Branchen 5 Jahre nach Berufseinstieg eher ein Lohn zwischen 150’000 und 200’000 üblich (bspw. Finanzdienstleistung & Recht) mit realistischer Steigerungsmöglichkeit bis zu 250’000.

      Das ist auch für sehr gute Lehrer absolut unmöglich…Dafür gibts mehr Sicherheit und etwas Flexibilität…

      • Peter Huber sagt:

        @Brenner: Löhne in der Privatwirtschaft von 150’000 bis 250’000 sind nur ganz wenigen vorbehalten und sicher nicht 20% der Angestellten. Und im Gegensatz zum Lehrerberuf sind die Toplöhne in der Privatwirtschaft nur den Besten vorbehalten. Automatische Lohnanpassungen nur auf Grund des Dienstalters und völlig unabhängig von der Leistung sind eine Farce.

      • chocolate sagt:

        Ja, aber die 80% ‘schlechten’ Lehrer verdienen genau gleich viel wie die 20% ‘guten’.
        Von welchen Branchen sprechen Sie, wenn Sie nach 5 Jahren Berufseinstieg über 150’000 sprechen, ausser Finanzdienstleistung und Recht?

  56. Fred Niederer sagt:

    Insbesondere die Lehrer in den gut zahlenden Kantonen haben wirklich keinen Grund sich über Lohn und Arbeitsbelastung zu beklagen. Wer in der freien Wirtschaft solche Lohne hat, hat erstens entweder (in grösserem) Umfang Führungsverantwortung oder ein absoluter Fachspezialist. Und ein 8 – 17 Uhr Job, keinen Druck von oben, von Kunden, ……. hat man bei solchen Löhnen auch nicht, im Gegenteil nicht wenige haben 50 bis 60h Jobs und rund um die Uhrverfügbarkeit.
    Diese Löhne sind in der freien Wirtschaft sicher nicht einfacher zu verdienen!
    .

    • Lehrperson sagt:

      Die Einstiegslöhne sind aus meiner Sicht sicherlich nicht schlecht (im Vergleich mit anderen Berufen zum Teil sogar gut). Das Problem ist, dass Sie davon ausgehen, dass wir keine Führungsverantwortung haben. Das heisst meine 24 Kinder brauchen also keine Person, die sie anleitet, ihnen sagt, was man zu erledigen hat und wie man sich zu verhalten hat(Grenzen setzten), Aufträge erteilen, Aufträge einfordern, sie an die Gesellschaft heranführen. Für ich hat das ziemlich viel mit Führung und Verantwortung zu tun. Denn wenn ich sie nicht an die Gesellschaft heranführe, was passiert dann mit unserer Gesellschaft?
      Dazu muss ich ein Fachspezialist sein in folgenden Schulfaächern: Deutsch, Mathematik (inklusive Geometrie), Französisch, Englisch, Mensch und Umwelt (früher Realien), Musik, Bildnerisches Gestalten, Werken, Sport.
      Schön finde ich, dass Sie davon ausgehen, dass der Job von 8-17 Uhr dauert. Ich bin täglich von 07.30 Uhr bis 18.00 Uhr in der Schule. Leider ist dann aber meine Arbeit oft noch nicht erledigt und geht zu Hause weiter (kann auch mal bis nach Mitternacht dauern). Zudem bekomme ich immer wieder anrufe von besorgten Eltern, die man unterstützen muss. Diese starten meist schon um 06.45 und können gut und gerne auch mal nach 22 Uhr noch anrufen. Ja in der Nacht darf ich schlafen und habe keinen Pikettdienst…
      Am Wochende muss man auch für die Eltern ständig erreichbar sein und dann muss noch die Arbeit von der Woche erledigt werden.
      Den Druck von oben spührt man von Eltern, der Schulleitung, von Psychologen, und unsere Kunden sind die Kinder, die auch ganz schön Druck ausüben können, je nach Stufe in der man unterrichtet!

      • Peter Deubelbeiss sagt:

        Endlich wieder einmal ein Kommentar mit Selenheitswert: nicht weinerlich pathetisch, sec pragmatisch und mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht. Und erst noch alles drin was rein muss. Chapeau…

      • Tom Weiss sagt:

        Man muss auch nein sagen können, d.h. Telefonate von besorgten Eltern abklemmen, an die Schulleitung verweisen oder nur per Mail beantworten. Null Verständnis für Eltern, die zu diesen Zeiten anrufen!

      • Blanche Wu sagt:

        Warum muss man denn für die Eltern am Wochenende verfügbar sein? Warum? Ist das einfach so oder ist das Hausgemacht? Tendenz wenn man immer Verfügbarkeit zeigt, nutzen das die Kunden und hier auch Eltern aus. Wenn man aber klar sagt: Am Samstag nur bis 12.00 anrufen und am Sonntag gar nicht, ausser wirklich im Notfall (Kind im Spital oder sonst was), dann lässt sich doch wieder ein wenig Ruhe in die Sache bringen? Wir haben ebenfalls Kunden die meinen unsere Berater am Sonntag zu stören und einige Berater blocken ab und andere nehmen ab und schrammen danach irgendwann an einem Burnout vorbei. Auch Berater welche noch um 22.00 das Telefon abnehmen sind Burnout gefährdet, etc. man muss auch mal Nein sagen können und sagen können: “worum geht es. Dann rufe ich Sie morgen um 07.00 zurück.”

        • Pumuckl sagt:

          DAs Frau Wu können Sie sich nur in der Wirtschaft leisten, nicht aber in der Schule. Wenn Sie nicht auch zu Unzeiten für die Eltern erreichbar sind, haben Sie spätestens am Montag Feuer im Dach. Aber richtig.

        • Fred Niederer sagt:

          @Pumuckl: Falsch: es ist so wie Wu beschreibt. Unsere Kinder gingen zu diversen Lehrern die von anfang an klargestellt haben, dass sie am Wochende (oder auch spät Abends) nur in Notfällen kontaktiert werden sollen und das wurde auch von der Schulleitung so unterstützt.
          An Schulen ist es gleich wie in der Wirtschaft, es gibt Firmen die eine 24h Erreichbarkeit erwarten und es gibt solche die das nicht wollen und es gibt Mitarbeiter die sich 24h erreichbar stellen und solche die klare Grenzen ziehen. Ist bei den Lehrern genau gleich

          • Pumuckl sagt:

            @ Niederer. Das mag für Ihre Kinder am Gymnasium so gelten. Aber dazu gibt es ja auch schon einen entsprechenden Artikel im Tagi online. An den Volksschulen erleben Sie da regelmässig ziemlich andere Situationen. Sogar als Schulleiter. Aber lassen wir das. Sie haben Ihre Erfahrungen gemacht, mit Ihren Kindern und deren Lehrern, ich meine, mit den Lehrern meines Schulhauses und den zugehörigen Kindern und Eltern, sowie – Berufsverbände sei dank – auch jene von div. Berufskollegen. Und ich gebe Ihnen Recht. Sie wissen es bestimmt besser als ich. Immerhin ging es ja um Ihre Kinder.

          • Fred Niederer sagt:

            @Pumukl: das war bereits in der Primarschule so. Aber ich gebe Ihnen auch recht. In erster Linie wäre es mir nie in den Sinn gekommen einen Lehrer an Sa, So überhaupt und an Werktagen nach 19:00 anzurufen. Und wenn es doch mal was gab, was man zB für den nächsten Tag wissen musste und auch bei andern Eltern nicht in Erfahrung bringen konnte, haben wir ein SMS gemacht.

      • urs m.widmer sagt:

        Würde ich sogar bestätigen + ausweiten (als nicht-Lehrer): Korrigiere einer mal 50 Aufsätze am Wochenende. Und ja: ein Hochschulabgänger erhält in der Wirtschaft 6500-7500, hat aber keine Leitungsfunktion – der Lehrer a) 25 Kinder b) 25 Paar Eltern evtl. sogar in der Oberstufe Parallelklassen d.h. 2 x 25 Paar Eltern – Ich denke: man sollte mal einen Gesamtquerschnitt machen: wenn eine/r die Ausdauer hat und 30 Jahre Schule gibt…dann bin ich überzeugt, wenn er NUR normal durchschnittlich guten Unterricht bietet, sich im Kollegium etwas engagiert…dann ist er das Geld wert, das er verdient. Mir scheint, in den Medien wie am Stammtisch zählen nur die oberen und unteren 10%, das ist sehr schade fürs gesellschaftliche Klima. Wir sollten uns echt etwas mehr für “gute Energien” in unserer Gesellschaft bemühen…mehr “menschenorientiert” denken und handeln.

    • Fred Niederer sagt:

      @Lehrperson: Nein, Sie haben meinen Beitrag falsch verstanden! Aber wer in der freien Wirtschaft über 100’000.- verdient hat auch keinen 8 bis 17 Uhr Job mehr. führt auch Leute, ist nicht nur Fachspezialist auf einem Gebiet, sondern wendet auch Fremdsprachen an, versteht was von Buchhaltung, Marketing, …Umweltvorschriften, Logistik, … hat Druck vom Chef oben, hat schwierige Mitarbeiter, muss Kunden gerecht werden, ….. usw. usw.
      Derselbe Lohn wie Lehrer verdienen (Bern mal ausgenommen) lässt sich in der Privatwirtschaft mit Sicherheit nicht einfacher und unter besseren Bedingungen verdienen.
      Sie dürfen nicht einerseits Arbeitsbedingungen wie sie der einfache Arbeiter hat, aber andererseits Löhne wie sie in der Wirtschaft nur Kader haben, erwarten.
      Interessant ist auch der Beitrag von Felix Halter 10:39, weiter oben. Auf so eine Idee kommt in der freien Wirtschaft wirklich niemand, wirklich niemand!

      • Arbu Scula sagt:

        Interessant ist hier auch, dass Sie auf die Idee kommen, die unqualifizierte Behauptung eines Felix Halters darüber was angeblich eine Lehrkraft verlangt haben soll, gleich als gültiges Beispiel anzusehen.

      • Martin Weidmann sagt:

        Die sogenannten Führungspersonen mit “führenden” Gehältern leisten zwar oft genau soviel wie Lehrer, aber vergleichbar mit Kinderbetreuung ist das nicht. Je höher das Gehalt steigt in der Wirtschaft, um so theoretischer wird diese Arbeit und um so weniger wird da tatsächlich geführt. Viel Geld wurde und wird in userer Gesellschaft auch heute noch nicht mit viel Arbeit verdient. Ich gönne jedem Lehrer sein Gehalt und stressfreie Arbeit und bin der Meinung dass es darüber nichts zu meckern gibt.

      • Fred Niederer sagt:

        @Weidmann: In der Gehaltsklasse 100’000 bis 150’000 wird in der Wirtschaft nicht nur theoretisch gearbeitet und geführt, sondern vor allem noch richtig gearbeitet!
        @alle anderen: Ich verstehe nicht ganz, warum mein Kommentar eine Kontroverse ausgelöst hat? Ich habe ja nirgends geschrieben der Lehrerberuf sei ein Schoggi-Job. Ich habe auch nirgends geschrieben, in der Wirtschaft sei es strenger. Ich habe nur klargestellt, dass die Anforderungen und Belastungen (und auch die vorausgesetzte Ausbildung) in in vergleichbarer Lohnklasse in der Wirtschaft absolut vergleichbar ist! Wo liegt also das Problem?

      • Chris sagt:

        Habe 9 Jahre als Wirtschaftsinformatiker gearbeitet. Fazit: Der Job in der Priviatwirtschaft ist viel lockerer als der Lehrerjob. Mein Lohn war am Schluss 30’000 höher, die Verantwortung dafür tiefer. Die Pensionskasse war ebenfalls viel besser als die kantonale PK für Lehrpersonen in ZH. ABER: Ich konnte nicht mehr mit fröhlichen Kindern arbeiten, sie nicht mehr begeistern und hatte dafür mit rücksichtlosen Managern zu tun, die mit links auf höchst despektierliche Weise über andere herzuziehen pflegten und sie schamlos ausbeuteten, so dass ich freiwillig auf den Lohn und das Mehr-an-Ferien in der Privatwirtschaft verzichtet habe und wieder glücklich als Lehrperson arbeite.

        • Chris sagt:

          PS@Fred Niederer Auch wenn dies inzwischen 6 Jahre zurückliegt, so habe ich als Consultant in einer Grossbank hautnah miterlebt (monatlich überwies diese Bank meinem Arbeitgeber 44’000 für “Consulting”-Leistungen), wie einige Manager in dieser Grossbank mit Jahresgehältern von über 170’000 und ca. 250’000 scheinbar sehr theoretisch arbeiten und führen konnten und interessanterweise Kurse für interne Führungskräfte anboten, auf welche Weise die eigenen Bankmitarbeiter am geeignetsten getäuscht, angelogen oder hinters Licht geführt werden konnten, wenn man sie aus “betriebswirtschaftlichen Gründen” aufs Abstellgleis schieben wollte oder gar in grösseren Mengen zu kündigen pflegte…tja, das ist zum Glück nur mein Arbeitsumfeld in der Privatwirtschaft gewesen und hoffentlich nicht auch das Ihrige… und “ironie on:” ein so kleiner Einzelfall, und in der heutigen Zeit sowieso nicht mehr denkbar, und von mir als Externem nur irrtümlich so wahrgenommen worden, und dank den strengeren Vorschriften im Bankensektor etc. seither nie mehr vorgekommen, und selbstverständlich auch in anderen Branchen schweizweit undenkbar, …

        • Fred Niederer sagt:

          @chris, keine Regel.ohne Ausnahme! Aber in der Normalen Industrie und Gewerbe läuft in der Regel anders und bei den meisten Banken in der Zwischenzeit auch

  57. Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

    Ein Problem bei Lehrern ist, dass diejenigen, die sich sehr engagieren und mehr arbeiten, wenn es gut läuft, den Dank von Eltern und Schulbehörden haben, aber sonst dafür nichts erhalten. In solchen Systemen sind engagierte Mitarbeiter oft die Dummen, während Faulpelze sich gut einrichten können. Ich habe das selbst erlebt mit Lehrpersonen unserer beiden älteren Kinder, die nach der Primarschule ins Untergymi gingen, was in SG nur wenige Kinder tun können, da es pro Jahr nur 50 Plätze im öffentlichen Untergymi gibt. Die Klassenlehrer haben unseren Kindern und deren Gspänli, die die Prüfung auch gemacht haben, Zusatzaufgaben zur Vorbereitung gegeben und dafür auch nach der Schule Zeit aufgewendet. In einem anderen Schulhaus hat sich der Lehrer eines Kindes von Bekannten überhaupt nicht um diese Frage gekümmert, sodass die Eltern selbst eine Vorbereitung organisieren und bezahlen mussten (dieses Kind kommt im Untergymi auch gut zurecht, die Weigerung des Lehrers lag auch nicht daran, dass das Mädchen keine gute Schülerin war, sondern er fand, das Untergymi sei nicht nötig).

    • Peter Meyerhans, MA, CAS sagt:

      Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, wobei ihr Beispiel etwas unglücklich gewählt ist: Generell ist die Vorbereitung auf Übertrittsprüfungen unter Lehrpersonen sehr umstritten. Es geht da meist nicht um “Faulheit”, sondern eher um den Standpunkt, dass fähige Schüler und Schülerinnen diese Prüfungen aus eigenen Antrieb schaffen sollten oder fürs Kurzzeitgymnasium ihre eigene Vorbereitung selbstständig organisieren können müssen. Problematisch dabei ist, dass man sich besonders bei “kritischen” Eltern (Akademiker, Pusher, …) als Schule durch solche Vorbereitungen gut positioniert. Die dafür aufgewendete Zeit wird meist anderswo eingespart, wobei solche Vorbereitungen eigentlich nicht zu den Aufgaben einer Volksschule gehören.

    • Blanche Wu sagt:

      @Diethelm-Knoepfel: Denken sie in der Privatwirtschaft kriegt man oft ein Dank zu hören? Auch dort krampft man wie ein Wahnsinniger und hört aber nur wenn etwas schlecht läuft etwas (Kritik, Klagen, Eskalationen). Arbeiten sie mal bsp. im Support – wie oft hört man hier ein Dankeschön für das Beheben des Problems von einem Kunden? Sehr sehr wenig. Da kann man noch so engagiert sein, noch so rasch die Probleme lösen, etc. Die Kunden klagen nur und danken meistens nie.

  58. Dani sagt:

    Klagen auf hohem Niveau! Ein guter Freund von mir ist Primarschullehrer in der Stadt Zürich. Zusätzlich macht er hie und da noch Coaching für Lehrer, die Mühe mit ihrer Klasse haben. Pro Stunde bekommt er da 200.-. So ein Coaching dauert normalerweise ca 2 Stunden. Das macht er etwa 2 mal pro Monat. So verdient er sich noch 800.- zusätzlich zu seinem Lohn von 8500.-/Monat. Und für 8500.- im Monat finde ich es ganz ok, wenn ein Lehrer dafür durchschnittlich 9.1 Stunden pro Tag arbeiten muss. Das muss ich auch, aber ich habe keine 5 Wochen Ferien….

  59. alex werker sagt:

    Den schweizer LehrerInnen geht es hervorragend. Hohe Löhne, viel Ferien, sichere Arbeitsplätze bis zur Pensionierung und faktisch nicht den geringsten Leistungsdruck. Ihr Klagen ist ein Affront gegenüber allen ArbeitnehmerInnen welche mit zunehmendem Alter oder im Falle ungenügender Leistungen mit einem Verlust ihres Arbeitsplatzes rechnen müssen und somit einem tatsächlichen Leistungsdruck ausgesetzt sind.

    • Jean-Luc sagt:

      Dann machen Sie doch einen Quereinstieg und sind sie auch Lehrer. Mal sehen ob Sie spätestens nach einem Jahr auch noch so denken.

    • Urs sagt:

      @ Alex Werker

      “faktisch nicht den geringsten Leistungsdruck”

      Das ist jetzt aber nicht ihr Ernst, oder?

      “oder im Falle ungenügender Leistungen mit einem Verlust ihres Arbeitsplatzes rechnen müssen”
      Damit müssen Lehrpersonen genauso rechnen, wir sind keineswegs unkündbar. Des weiteren kann man direkt nach dem Studium selten mit einer sofortigen Festanstellung rechnen, sondern muss sich erst mal die Sporen verdienen, indem man sich semesterweise von Vikariat zu Vikariat oder von der einen befristeten Lehranstellung zur nächsten befristeten Lehranstellung hangelt, bis an einer Schule mal wieder eine unbefristete Stelle frei wird, auf die sich dann mindestens 70 andere Lehrpersonen bewerben. Bis man mal eine unbefristete Festanstellung hat, kann das locker zwischen 5 und 10 Jahren dauern.

    • Olaf Schlied sagt:

      Das meinen Sie wohl nicht so, wie Sie es geschrieben haben.
      Aber, man merkt, Sie haben den Artikel nicht gelesen, auch die Kommentare nicht.
      Uralte Vor-Urteile, diese sind nicht auszurotten!
      Woher sie Ihr genaues Wissen über diesen Berufstand haben, ist mir unklar. Sie sind ja ein “Werker”.

  60. Peter sagt:

    Der Titel des Artikels ist etwas irritierend, wenn man den Artikel liest, sogar teilweise falsch: Sie schreiben “… und verdienen bei Berufseinstieg 7000 Franken im Monat …”. Im Punkt 3 schreiben Sie jedoch von einem Einstiegslohn von durchschnittlich 82’837 Franken pro Jahr, was einem Monatslohn von CHF 6372 (bei 13 Monatslöhnen), bzw. CHF 6903 (bei 12 Monatslöhnen) entspricht. Unter anderem mit dieser Diskrepanz haben Lehrkräfte bezüglich Lohnvorstellungen zu kämpfen …
    Ich danke allen jungen Frauen und Männern, die den Vorurteilen gegenüber diesem wichtigen Berufsstand trotzen und die Lehrerausbildung absolvieren.

    • Peter Huber sagt:

      Relevant ist der Jahreslohn. Der Monatslohn ergibt sich aus dem Jahreslohn geteilt durch 12. Ein 13. Monatslohn ist in der Privatwirtschaft in vielen Betrieben schon längst nicht mehr üblich. Die Lehrer haben genau damit zu kämpfen, dass sie immer ihren Monatslohn, der 1/13 ihres Jahreseinkommens entspricht, mit Monatslöhnen aus der Privatwirtschaft vergleichen, die nur 1/12 des Jahreseinkommens entsprechen.

    • Robert sagt:

      Na also, 6903 Franken. Da wurde eben etwas aufgerundet.
      Ob 12, 13 oder 20 Löhne im Jahr ist dabei irrelevant, es zählt der Jahreslohn oder eben der durchschnittliche Monatslohn über das gesamte Jahr verteilt.
      Da ist überhaupt nichts irritierend.

      • Peter sagt:

        @Peter Huber und Robert:
        Ich korrigiere mich. Es ist nicht irritierend, sondern halt schlichtweg falsch. Bei tiefen Löhnen wird in Diskussionen nicht aufgerundet, weder um 500 noch um (wie hier geschehen) um 97 Franken. Ich weiss nicht, weshalb das hier anders sein soll. Der Titel tönt dann halt etwas plakativer …
        Aber, wie auch von anderen Kommentatoren hier erwähnt: Wertschätzung misst sich nicht nur im Lohn, sondern auch darin, wie über eine Berufsgattung geurteilt wird.
        Dass “wir alle mal zur Schule gegangen” sind, macht übrigens niemanden zum Bildungs-Experten …

  61. Steffi sagt:

    Danke für die guten Recherchen. Da hoffe ich, dass die das am “Stammtisch” auch einmal lesen und sich in der Politik endlich mal Besserung zeigt. Es kann nicht sein, dass viele mit einem Birnout irgendwann aussteigen müssen oder die einzige Alternative eine Reduktion des Pensums ist, wobei man dann noch weniger verdient.

    • Urs sagt:

      Wie man aus gewissen Kommentaren herauslesen kann, lassen sich Menschen mit festgefahrenen Stammtischmeinungen auch durch Fakten nicht wirklich beeindrucken…