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Der grosse Traum von einem Job in der Schweiz

Von Barnaby Skinner, 8. November 2014 48 Kommentare »
200'000 Personen wurden weltweit gefragt, in welchem Land sie am liebsten arbeiten wollen. Der Schweizer Arbeitsmarkt liegt ganz hoch im Kurs - besonders in drei Ländern. Schweizer zieht es vor allem in den angelsächsischen Raum.
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Der Schweizer Arbeitsmarkt spielt in der Champions League – zumindest, was seine Attraktivität angeht. Weltweit kommt für jeden vierten Arbeitnehmer ein Wechsel in die Alpenrepublik infrage. Noch populärer sind nur Industrienationen wie die USA, Grossbritannien, Kanada oder Deutschland.

Das geht aus einer Umfrage von weltweit 200’000 Nutzern von Jobportalen hervor. Die Ergebnisse zeigen, welche Arbeitsmigranten die Schweiz künftig zu erwarten hat – dank des Umfangs der Umfrage in einer Verständnistiefe wie selten zuvor. Dahinter steht der US-Beraterkonzern Boston Consulting Group und The Network. Letzteres ist eine Zusammenarbeit von 50 Jobsuchportalen in 130 Ländern. Schweizer Netzwerkmitglied ist Jobs.ch, das zu Tamedia gehört.

Die Resultate sind scheinbar Wasser auf die Mühlen derer, die die Einwanderung gesetzlich neu regulieren wollen und im Büro Angst vor ausländischer Konkurrenz haben.

Gerade bei potenziellen Migranten aus Osteuropa liegt die Schweiz laut der Umfrage hoch im Kurs. An der Spitze steht Bosnien-Herzegowina. In keinem anderen Land wählten mehr Jobportalnutzer die Schweiz öfter als Traum­arbeitsplatz. Die Nachbarn Deutschland oder Österreich schaffen es nicht einmal in die Top Ten. Dafür fünf weitere osteuropäische Staaten.

Bei wem die Schweiz hoch im Kurs liegt

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Auffällig ist zudem, dass Arbeit­suchende aus dem osteuropäischen Raum im Vergleich zu anderen Ländern für längere Perioden aus ihren Heimatländern auswandern wollen. So gaben 43 Prozent der befragten serbischen Jobportalnutzer an, in der Schweiz mindestens zehn Jahre oder länger arbeiten zu wollen. Zum Vergleich: Bei den Italienern ist es nur jeder Zehnte.

Wer tiefer in den Umfrageantworten wühlt, wird ein weiteres Mal überrascht: Gerade für unqualifizierte Arbeitskräfte aus Bosnien ist die Schweiz offenbar nicht besonders interessant. Nur 32 Prozent der Befragten ohne Weiter-, Fach- oder höhere Schulbildung führten die Eidgenossenschaft auf dem Wunsch­zettel. Ungelernte Arbeitskräfte aus Bosnien zieht es mehr nach Deutschland, Österreich oder Dänemark.

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Bei den bosnischen Fachkräften ist ein Schweizer Arbeitsplatz viel beliebter. 56 Prozent der Befragten mit Fachhochschulabschluss oder universitärer Bildung gaben an, solche Jobmöglichkeiten zu prüfen. Mehr als dreimal so viele, wie das etwa im Fall von Dänemark tun, einem Land, dessen Arbeitsmarkt, Schul- und Gesundheitssystem mit der Schweiz vergleichbar sind. Auch in Ländern wie Serbien, Bulgarien oder Rumänien nennen Fachkräfte die Schweiz doppelt so oft als Wunscharbeits­ort, als dies ungelernte Arbeiter tun.

Die Umfrage untersuchte auch die Auswanderung aus der Schweiz, ein Gebiet, das von Forschung und Ämtern meist liegen gelassen wird. Dabei zeigt sich: Im internationalen Vergleich ist das Fernweh von Herr und Frau Schweizer besonders hoch. 4000 hiesige Jobportalnutzer wurden befragt. 77 Prozent davon gaben an, sie seien daran interessiert, während ihrer professionellen Laufbahn im Ausland zu arbeiten. Zur Einordnung: In den USA oder in Deutschland zieht nur gerade jeder Dritte eine Arbeitsstelle im Ausland in Betracht.

Diese Länder stehen bei Schweizern hoch im Kurs

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Der angelsächsische Raum übt dabei auf Schweizer die grösste Anziehungskraft aus. Das schlägt sich in der Liste der beliebtesten Städte nieder. Sie wird von London angeführt, gefolgt von New York. Gerade Frauen hat es London offenbar angetan. Das Sortieren der Umfrageergebnisse nach Geschlechtern zeigt, dass sich jede Vierte London als Arbeitsort wünscht. Bei den Männern nennt nur jeder Fünfte London als Wunscharbeitsort. Dafür schneiden das Finanzzentrum Singapur und die australische Metropole Sydney besser ab.

Die Geschlechterunterschiede sind auch bei der Motivation für eine Jobsuche im Ausland interessant. Für Frauen ist der Hauptgrund, in der Ferne das Arbeitsglück zu suchen, «eine andere Kultur kennen zu lernen». Männer geben, eher selbstbezogen, «den eigenen Horizont erweitern» an.

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Eine weitere Erkenntnis aus den Umfrageergebnissen: Je besser jemand gebildet ist, desto grösser ist die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten.

Leidet die Schweiz unter einem Braindrain von gut ausgebildeten Arbeitskräften? 730’000 Schweizer leben im Ausland. Die Zahl steigt jährlich um 2 Prozent, schneller als die inländische Bevölkerung, die um 1 Prozent wächst. Abgesehen von Alter und Geschlecht erfasste die Auslandschweizerstatistik des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) keine weiteren demogra­fischen Angaben. Während die Einwanderer in die Schweiz beim Bund statistisch komplett durchleuchtet werden, liegt das Forschungsfeld derjenigen, die die Schweiz verlassen, offen. In anderen Worten: Niemand weiss, wie viele gut ausgebildete Fachkräfte die Schweiz jährlich ans Ausland verliert.

48 Kommentare zu “Der grosse Traum von einem Job in der Schweiz”

  1. Peter Petter sagt:

    Wie wird in dieser Studie Fachkraft definiert? Ist diese Definition womöglich dermassen weitreichend, dass der Begriff Fachkraft schon fast wieder absurd wird?

  2. Wiget Francois sagt:

    Ich und meine Frau verlassen die Schweiz auch. Aus meinem Umfeld denkt jeder Vierte darüber nach. Wir haben alle ein bis mehrere Hochschulabschlüsse (ETH, HSG, UNI Zürich) und sind zwischen 35 und 50. Es gefällt uns in der Schweiz nicht mehr. Wir bevorzugen Kanada und die USA.

    • Thomas Meier sagt:

      Schön, sie haben jetzt jahrelang studiert auf kosten andrer. Jetzt wo es ans zurückzahlen oder an die Beiträge für AHV und PK geht hauen sie ab. Geben sie die Pässe und gehen sie mit Gott aber schnell.

  3. Beatrice Müller sagt:

    Das heisst, wir haben grade noch die Kurve gekriegt mit dem JA zur MEI Initiative.
    Denn der grosse Ansturm aus Ex-Jugoslavien wäre uns bevorstanden, wäre MEI Intiative abgelehnt worden.
    Ex-Jugoslaven möchten kommen, weil ihre Länder immer noch von Korruption und Misswirtschaft übersät und arm sind.
    Alternative: Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind in solchen Länder, falls möglich auch in 3. Welt Länder, notwendiger, um die Armutsimmigration und überbordende Asylwesen bei uns zu stoppen. Das Fass in Europa ist am überlaufen. Trotzdem braucht es ein Ja zu Ecopop, damit die MEI Initiative nicht verwässert wird.
    Entwicklung- und Hilfsgelder unbedingt an Bedingungen knüpfen in solchen Länder, siehe Kohäsionsmilliarde.

  4. meyer sagt:

    Der Brain Drain in der Schweiz wird sehr wohl auch unterstützt durch die sich langsam verschlechternden Lebens-Standard in der Schweiz aufgrund von übermässigem Ausländeranteil (im Schnitt 25%!!) der nicht integrierbar ist und dazu die Verdrängung der Schweizer Kultur. Gerade intelligente Menschen haben keine Lust in einem Multikulti Flickenteppich ihre Kinder grosszuziehen. Da gefällt es mir als Fachkraft mit Führungsqualitäten doch besser in Kanada oder Australien oder sogar die USA. Integration geht immer über die Sprache, die Schweiz bietet demnach keine Heimat für Fremde da die Sprache Schweizerdeutsch zu kompliziert ist für Ausländer.

  5. rologo sagt:

    vielen Dank für diese interessante Statistik vom Tagi, eigentlich fragen wir uns nur für was es das eidg. stat. Amt in Neuchatel gibt, wo doch relevante Statist. Aussagen zu spät erscheinen oder aus polit. Gründen nicht der schweiz. Öffentlichkeit resp . dem Stimmbürger zur Verfügung gestellt werden

  6. Kusi N. sagt:

    Und wenn man jetzt noch etwas tiefer gräbt, dann kann man sich auch noch die Frage stellen, welches Bildungsniveau diese sogenannten Fachkräfte aus Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Bosnien wirklich haben. Da kaufen sich Leute durch eine Matura oder ein Studium mit ein paar hundert Franken, weil das gesamte System korrupt und die Bevölkerung verarmt ist. Und so jemand kommt dann in die Schweiz und wird als Fachkraft betitelt. Diese Statistik zeigt ganz klar, dass uns eine Armutsmigration aus dem Osten bevorsteht und diese Menschen werden nie mehr zurückkehren.

  7. LInder P sagt:

    Was soll denn z.B. die Tabelle “Top 20 der beliebtesten Länder für einen Job”??? Zwei Plätze weiter hinter der Schweiz folgen bereits Italien und Spanien. Wie soll man das interpretieren? Ich denke, die Leute wissen, wo Sie gern Ferien machen würden. Aber mit Arbeit hat das nichts zu tun. Sonst würden Italien und Spanien mit so vielen wirtschaftlichen Problemen (und Arbeitslosen!!) weit hinten stehen. Wenn man mich fragen würde: auf Barbados würde ich gerne arbeiten!

  8. Max Leibacher sagt:

    Lebe im Ausland seit 25 Jahren.
    Wenn die Schweizer/innen wuesten wie viele gut Ausgebiltete Personen im Ausland leben & arbeiten,
    gäbe es keine soo Unnsinnige Iniativen euber Einwanderung.

  9. Christopher.Chandiramani sagt:

    Hoher Lohn heisst meist auch hohe Wohnkosten, Wucher-Mietzinsen und Rekordhäuserpreise, teure Lebensmittel und Restaurants, Textilien usw. Steuerhölle bedeutet für mich einen Grenzsteuersatz von teilweise über 40-50% – dazu kommen noch die teuren Versicherungsprämien (u.a. Krankenkasse). Am Ende des Monats ist das Konto wieder leer …

  10. wolfgang eisenbeiss sagt:

    Die Befürworter von Ecopop können nichts dafür, dass diese Statistik gerade im jetzt kritischen Moment publiziert wird. Sie unterstreicht nur, wie sehr die Schweiz Zielscheibe für Werktätige anderer geworden ist. Da können wir nicht einfach weiter schlafen und denken: “Au, gut für uns, wir können weiter wachsen” …statt wachsen müsste es heissen ‘aufblähen’. Wohin würde das führen? Die Bosse der Wirtschaft störts nicht, die Masse des Volkes leidet unter den Kollateralschäden, die immer mehr zu erwähnen in den Hintergrund treten. Im übrigen bin ich der Meinung muss angenommen werden.

  11. Martin Sägesser sagt:

    Wenn die Schweiz mit ihrer Regulierungswut so weitermacht, werden noch mehr gut ausgebildete Leute die Schweiz verlassen. Mir wrid es auch zu eng und sage mir, in diesem Land will ich nicht alt werden.

    • Thomas Meier sagt:

      Wenn noch mehr Leute hier einwandern, die Strassen verstopfen und uns Schweizer die Arbeitsplätze wegnehmen wird es mir auch zu eng.

  12. Hans sagt:

    Interessant dass Deutschland vor der Schweiz liegt, viele Deutsche aber in die Schweiz kommen gerade wegen der Arbeit 🙂 Das zeigt wie informiert die Leute sind.

    • Richard Kolin sagt:

      Obwohl die Schweiz sehr viel Geld in die Bildung steckt, ist es mit selbiger offenbar nicht sehr weit her. Man gibt sich Illusionen und Wunschträumen hin, die dann irgendwann zerschmettert werden. Wir sind hierzulande gerade dabei, so richtig auf die Welt zu kommen. Naivität, Ignoranz, Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit gepaart mit Gier und purem Unwissen haben dazu geführt. Egal wie das Verdikt am 30. Nov. lauten wird, wir sind praktisch erledigt. Niedergang auf Raten nenne ich es.

  13. Adrian Menti sagt:

    Was ist denn das für eine Statistik die sagt, dass 2% der Schweizer Bevölkerung auswandert und in der Schweiz nur 1 % dazukommen. Wieso hat denn die Schweiz innerhalb rund 10 Jahren rund 1 Million mehr Einwohner? Und interessant ist, dass sich vor allem Leute aus dem armen Ostblock fürs Arbeiten in der Schweiz interessieren, natürlich nur Hochqualifizierte nehme ich an. Und dass die Leute wieder einmal in ihre Länder zurückkehren, gibt es wie die Vergangenheit zeigt kaum. Ich mag Ausländer, wir haben immer gebraucht und werden immer brauchen. Aber was jetzt mit der PFZ abgeht, geht gar nicht. Es ist alles eine Frage der Menge. Mein JA zur ECOPOP ist abgeschickt und ich habe keine Angst vor eine Totalkollaps der Schweiz wie die Gegner er prophezeien.

  14. moser sagt:

    Wenn dann diese einwanderer dann nach ein paar monaten merken…. hoppla ende monat habe ich immer weniger. Dann kommt dann auch das böse erwachen.

  15. Mario M.Montecarlo sagt:

    Da werden sich manche aber ärgern,wenn sie die Liste lesen.Wenn gerade Fachkräfte mit höherer Bildung einen Arbeitsplatz in der Schweiz anstreben,wird das die Angst vor ungeliebter Konkurrenz in den Büroetagen weiter stärken.Für Arbeiten,die Schweizer nicht gerne ausüben,da sie wenig Geld und wenig Prestige bringen,interessieren sich – zum Leidwesen sicher vieler Eidgenossen – die Arbeitssuchenden im Ausland hingegen kaum.
    Noch eine Randbemerkung:Etwas mehr Sorgfalt bei der Bearbeitung von Text und Grafiken im Artikel hätte man sich als Leser schon gewünscht.Beispiele:Das Durcheinander von deutschen und englischen Begriffen.Einmal liest man da “Slovenien”,was weder deutsch noch englisch ist,ein anderes Mal wird es dann korrekt als “Slowenien” bezeichnet.Einmal,englisch, “Sweden”,in der nächsten Tabelle dann wieder,korrekt,”Schweden”.Irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch.

  16. Katrin sagt:

    Warum wundert das mich nicht? Wir Schweizer gehen in andere Länder in die Ferien und zeigen so, dass hier gutes Geld zu verdienen ist. Hand aufs Herz: Wenn in meinem Land die Wirtschaft schlecht ist, würde ich wohl auch versuchen, in einem Land mit gutem Ruf einen Job zu erhalten. Für Osteuropäer ist die Schweiz und Deutschland nun mal näher wie die USA, Canada.
    Aber um das zu regulieren, braucht es KEINE Ecopop-Abstimmung!

  17. Sacha Meier sagt:

    «…Leidet die Schweiz unter einem Braindrain von gut ausgebildeten Arbeitskräften?» Bestimmt nicht! Schliesslich verlässt niemand ein Land, in dem er verwurzelt und beruflich begehrt ist. Die Schweiz verlassen in der Regel nicht mehr benötigte MINT-Berufler. Oft sogar auf Anraten des RAV. Die gehen eben in technologisch fortschrittliche asiatische Nationen – und machen Platz für die jungen, hochspezialisierten Studienabgänger, die in unseren Medizinal-, Verpackungs- und Infrastrukturtechnik-Untenehmen die Produktpflege übernehmen. Als nicht mehr gebrauchter Ü50-El.Ing. wäre ich schon längstens auch in China – wenn ich nicht wegen politisch delikatem Spezialwissen per amtl. Auslandstechnologietransferverbot festgesetzt worden wäre. In über 22 Jahren wurde unser Land nach den Vorgaben von Herrn Dr. Blocher und der AUNS systematisch in das Geschäftsmodell des zuwandernden Konsums in unsere Hochpreisinsel umgebaut. Wirtschaftlich und gesellschaftlich sind wir in einer Sackgasse gelandet, aus der es wegen des Bildungsabbaus und der Deindustrialisierung kein Entkommen mehr gibt. Damit sind wir schon jetzt ein Failed State – bloss will das noch niemand wahrhaben. In rund einem Jahrhundert wird die Schweiz definitiv vollgelaufen sein – und dann nützt der Verdrängungsmechanismus auch nichts mehr.

  18. Caspar Jensen sagt:

    In Dänemark seien “Arbeitsmarkt, Schul- und Gesundheitssystem mit der Schweiz vergleichbar”? Das stimmt ja wohl ganz und gar nicht. Ein komplett verstaatlichtes Gesundheitssystem ohne freie Arztwahl, dafür aber ohne massive Kostenexplosionen und Krankenkassen, ein Schulsystem, das viel stärker auf Gleichheit beruht, in dem also fast niemand eine Lehre macht, wo aber Gymnasiasten Geld vom Staat bekommen um studieren zu gehen und ein Arbeitsmarkt, in dem Kündigungsfristen nur zwei Wochen betragen, man aber 3 Jahre lang Arbeitslosengeld und Weiterbildungen bekommt ,unterscheidet sich ja wohl von der Schweiz wie Tag und Nacht. Das lässt sich auch ziemlich schnell rausfinden wenn man die Klassifikationen der Sozialsysteme kennt: Dänemark gehört dem nordischen/sozialdemokratischen Modell an, die Schweiz liegt irgendwo zwischen dem kontinentalen/kooperationistischen und dem angelsächsischen/liberalen Modell.
    Vom Datenblog erwarte ich eigentlich, dass solche fundamentalen Gegensätze verstanden werden. Ähnlich sind sich die Schweiz und Dänemark nur bei der Bevölkerungsgrösse und beim Wohlstand. (und bei der Ausländerfeindlichkeit)

    • Richard Kolin sagt:

      Vor geraumer Zeit arbeitete ich einige Jahre für eine Firma, die teilweise einem Dänen gehörte. Jedes Mal, wenn er in der Schweiz war, wiederholte er denselben Satz mehrmals: “Denmark is a communist country.” Zuerst habe ich ihn nicht ernst genommen. Dann fing er an zu erzählen. Er bezahle dort 60% Steuern und ein Staat, der seinen Bürgern derart wenig zur freien Verfügung belasse, sei eben kommunistisch. Einige ihrer Beispiele kommen mir irgendwie bekannt vor. Allerdings hatte er seinerzeit noch zahlreiche mehr auf Lager. Wieviel sich mittlerweile in Dänemark geändert hat, kann ich nicht beurteilen.

  19. Peter Ralons sagt:

    Diesen Traum träumen auch immer mehr Schweizer, Secondos, Engebürgerte, schon lange hier Lebende … eine Illusion wenn sich Wirtschaft am übersättigten Markt von Human Ressources aus Europa und der Welt bedient. Damit werden die Löhne nach unten nivelliert, der Detailshandel spürt gemäss Berichten aus Woche 45 die sinkende Kaufkrauft. Man kann es niemandem übel nehmen hier nach Arbeit zu suchen, man kann es jedoch sehr wohl der Regierung übel nehmen, so zu tun als ob es flankierende Massnahmen gäbe, vor Initiativen wie ECOPOP die Negativ-Propaganda-Maschine anzuwerfen, die MEI zu umgehen und zu ignorieren dass immer mehr Menschen ab 40 in die Arbeitslosigkeit, in die Erwerbslosigkeit, in die Fürsorge abgeschoben werden. Das sind traurige Fakten, die immer mehr an Licht kommen und offenbaren wie fern Bern und die Kantone regieren, reagieren, ignorieren oder bewusst falsch informieren, missachten und einen Weg einschlagen, der nicht von einer Mehrheit legitimiert wurde. Unsere Qualität war unsere Mentalität, unsere Einstellung und die Fähigkeit auch mal Nein zu sagen und nicht dem Herdentrieb zu folgen. Ecopop zeigt uns und anderen eine andere Richtung auf, einen Weg den wir nicht zu fürchten brauchen!

  20. Hanspeter Stocker sagt:

    Genau, das sind ja gerade die “Hochqualifizierte” auf welche die Schweizer Wirtschaft so dringend angewiesen ist! Wie absurd!

  21. beat sagt:

    Immer Ost E ,Bosnien ist albanisch ,also sued-ost Europa

  22. Tom sagt:

    Ich bin froh, dass hier auch einmal der Aspekt der Auswanderung betrachtet wird. Denn Personenfreizügigkeit bedeutet keine Einbahnstrasse, sondern auch die Möglichkeit für viele Schweizer Ihr Glück im Ausland zu suchen. Auf lokaler Ebene finden wir es selbstverständlich, dass wir unseren Wohnsitz in einen anderen Kanton verlegen können, wenn private oder berufliche Gründe uns dorthin ziehen. Warum wollen wir uns das auf Europäischer Ebene verbauen?

  23. JUTZI sagt:

    Sicher nicht der Job, sondern der höchste durchschnittliche Verdienst, macht die Schweiz zu einem Hotspot. Nur, wir müssen nicht mehr lange bangen, denn mehr Leute auf einem Haufen um einen Kuchen, heisst unabdingbar weniger für alle.

  24. Stefan Meier sagt:

    Bosnische Fachkräfte… wenn ich das schon höre. Wie all die “Fachkräfte” aus Kosovo.

  25. Susanna sagt:

    Bosnien-Herzegowina, Serbien – ja danke, das sind genau die Länder, von denen wir nicht noch mehr benötigen – aus diesem Gebiet sind bereits genug Leute während des “Yugoslavien”-Kriegs gekommen – egal, wo ich mich bewege in Basel, ständig habe Leute um mich, die die Sprachen aus diesem Raum sprechen. Wenn das so weiter geht, wird serbo-kroatisch noch Pflichtfach in der Schule.

  26. Johannes Christ sagt:

    Jedes westliche Land hat Zuwanderungsgesetze und Quoten, um nicht alle eigenen Bürger in HartIV oder auf das Sozialamt zu verdrängen. Nur in der Schweiz gibt es das nicht, weil hier das Wirtschaftseigentum die Politik bestimmt, und nicht umgekehrt. In anderen Ländern sind die Zuwanderungsquoten längt festgelegt und kein Thema mehr. Nur in der Schweiz, muss man dies wieder regulieren über eine Volksinitiative. Schande über unsere Pseudo-Politiker in Bern.

  27. Anreas Notter sagt:

    Als ehemalige Fachkraft im europäischen Ausland habe ich die Möglichkeiten der Freizügigkeit zu schätzen gewusst. Jedoch sind die bürokratischen Probleme mit denen man als Schweizer in der EU konfrontiert wird, vor allem längerfristig praktisch unendlich. Die Schweiz ist z.B. bei all den EU Vereinbarungen (Krankenkasse, Pensionskasse, etc. nicht dabei). Ich bewundere deshalb jene Schweizer, die trotzdem allem den Mut haben dort zu bleiben. Zumal nun mit MEI und Ecopop auch in der EU Quoten für Schweizer kommen könnten und sie somit allenfalls wieder in die Schweiz ausgeschafft werden.

  28. zweistein sagt:

    Niemand will per se einen Job in der Schweiz.
    Alle wollen naturgemäss einen Job bei dem sie genug Geld verdienen, um “menschlich” leben zu können.
    Ist das so schwierig zu verstehen?

  29. Agnes Bernauer sagt:

    Die Art der Darstellung ist Immer schon Interpretation. “Auffällig ist zudem, dass Arbeit­suchende aus dem osteuropäischen Raum im Vergleich zu anderen Ländern für längere Perioden aus ihren Heimatländern auswandern wollen. So gaben 43 Prozent der befragten serbischen Jobportalnutzer an, in der Schweiz mindestens zehn Jahre oder länger arbeiten zu wollen.” Die Schweiz bietet das luxuriöseste Sozialversicherungssystem weltweit an, und das lockt ganze Clans aus Osteuropa hierher. Ein qualifizierter Facharbeiter kommt für einen Job in die Schweiz, zieht die ganze erweiterte Familie nach, hört auf zu arbeiten, und alle richten sich in unserem Sozialwesen häuslich ein. Auf mindestens zehn Jahre.
    Die Boston Consulting Group betreibt mit dieser “Umfrage” hauptsächlich Eigenwerbung. Soclhe Zahlen taugen vielleicht als Unterhaltungsartikel in der Sonntagspresse. Schweizer Netzwerkmitglied ist Jobs.ch, das zu Tamedia gehört. Kein Wunder, wird die PR-Schreibe auch in diesem Medium und all derer regionalen Unterblättchen gedruckt. Nur sind die Zahlen noch deren Interpretation weder nur annähernd messbar, noch relevant, noch signifikant.

  30. marielle sagt:

    Darf ich fragen, inwiefern die Überschrift zum Inhalt des Artikels passt? Für mich sagt dieser Artikel: Der grosse Traum vom Job in den USA. Überproportional viele Schweizer träumen von einem Job im Ausland. Deutschland und Frankreich in der Beliebtheitsskala vor der Schweiz. Ja, Perspektive kann schon viel ausmachen.

  31. Einrico Voisin sagt:

    Was ist an «eine andere Kultur kennen zu lernen» weniger selbstbezogen als an«den eigenen Horizont erweitern»?

  32. thomas schmid sagt:

    Da kann die Schweiz sich richtig stolz fühlen, dass sie bei den osteuropäischen Ländern als Arbeitsort am meisten beliebt ist. Wow!

  33. Giuseppe sagt:

    Hat eher zu tun damit, dass die EU unter US Dominanz in den letzten Jahren verknechtet wird und damit dem Untergang verdammt. Die NWO wünscht sich dass alle Gesellschaften sich vermischen, migrieren, dies um traditionelle Werte wie Bindung, Familie etc. zu verstreuen.

    Würden andere Länder genau so gut wie die CH funktionieren, wäre die CH wieder weiter unten in der Liste.

    Daher ist das ganze etwas wage.

    Zu hoffen nur dass die CH nie in die EU-ntergang mitmacht.

  34. Leimgruber sagt:

    Dafür werden die eigenen Leute ab 50 in unserem Land diskriminiert, indem sie keine Stelle mehr finden.

  35. Hans Roth sagt:

    Und bei den jungen Männern die nicht unbedingt Arbeit suchen ist die Schweiz mit ihren guten Sozialwerken auch sehr beliebt.

  36. Han Hube sagt:

    Jetzt verstehe ich die Welt nicht mehr. Alle wollen in das Land, wo Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Abschottungsphamatasien, Inseldenken und Rosinenpickerei gang und gäbe sind ….

  37. Oskar Brunner sagt:

    Da gibt es nur eines, am 30. November JA zur ECOPOP !!

  38. Kurt Stauffer sagt:

    Das finde ich sehr traurig und unrealistisch, warum keine Statistik exisistiert, über die Auswanderungsgründe der Schweizer-innen.Es wäre besonders Interessant zu wissen,welche Alters- und-Berufsgruppen und welche mit Hochschulabschluss die Schweiz verlassen und wohin!!

  39. Thomas Meier sagt:

    Ich weis nicht warum gerade die USA Nummer 1 Wunschkandidat auf der Liste ist. Sind sich die Leute nicht bewusst das man mit einem 40 STD Job in den USA nicht überleben kann? Das AHV, IV, PK oder KK meistens gar nicht vorhanden ist, oder Ferien in der Regel max. 2 Wochen sind ausser man ist langjähriger Mitarbeiter. Die Steuern sind auch nicht viel weniger als in CH.

  40. Richard Kolin sagt:

    Ja, ja, die USA. Der dortige Arbeitsmarkt ist absolut gnadenlos und unbarmherzig. Wer einmal dort gearbeitet hat, weis das. Aber man kann ja träumen.

    • Hund sagt:

      Ja, zum Beispiel man erleidet einen Unfall wàhrend seiner Arbeit. Statt Anteilnahme erhält man die sofortige Küundigung. Es muss einen ganz besonderen Reiz haben in der USA zu arbeiten. Ich vernehme die merkwürdigsten Berichte von Schweizer Bürger, welche in diesem “Freien Land” gearbeitet haben. Als oberstes Kader von dort ansässigen Schweizer Firmen allerdings scheint es ein Paradies zu sein. Zusammengefasst von einem ehemaligen Kader in der USA: “Bist Du reich, hast einen Top-Job, bist du eine sehr gefragte aussergewöhnlich, qualifizierte Arbeitskraft, findest Du in der USA ein Paradies, bis du hingegen arm, hast du einen schlechten Job, bist nur eine mittelmässig, qualifizierte Arbeiktskraft, dann kehrst du lieber zurück in die Schweiz”

  41. Hund Dietmar sagt:

    Es ist für einen Schweizer im Beispiel von Frankreich entscheidend, welche Ausbildung er vorweisen kann. Ich sehe hier eher, dass sehr gut ausgebildete Leute im Vorteil sind, um eine einigermassen gut bezahlte Arbeit in Frankreich zu erhalten. Für ungelernte Schweizer, also ohne spezifische Ausbildung sehe ich weniger Erfolg. Erstaunlich aber zugleich interessant, wie Schweizer Bauern in Frankreich als Selbstständigerwerbende erfolgreich arbeiten. Schweizer als Firmengründer in Frankreich sind keine Seltenheit. Was die Saläre betrifft, so darf man sich keinen allzugrossen Illusionen hingeben. Ein Gymnasiallehrer verdient knapp 2000 Euro im Monat. Das Leben der durchschnittlich, verdienenden Menschen in Frankreich verläuft wesentlich bescheidener, ohne aber eigentlich Abstriche der Lebensgenüsse in Kauf nehmen zu müssen (ausser Ferien im Ausland). Die Kreativität trotz bescheidener Verhältnisse den Alltag zu verschönern ist bewundernswert, nicht nur wegen der Küche. Aber selbstverständlich ist alles bisher gesagte auch abhängig vom Standort. Es bleibt ein Unterschied ob jemand eine Stelle in Paris, oder in anderen Grossstädten besetzt, oder in ländlichen Gegenden. Wie überall sind für Arbeitssuchende solche Standorte gefragt, wo die Industrie zu Hause ist und qualifiziertes Personal gesucht wird. Vive la France !

  42. A. Salvi sagt:

    Es ist ein ökonomisches Gesetz: Der Einwanderungsdruck auf die Schweiz wird erst dann aufhören, wenn wir den tieferen, durchschnittlichen Lebensstandard der EU erreicht haben: tieferes Einkommen, höhere Steuern, Parallelgesellschaften, Umweltzerstörung etc. Wollt ihr das? Die EU-Erweiterung schreitet voran. Die neuen Beitrittsländer haben praktisch alle eine horrende Arbeitslosigkeit. Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen was noch auf uns zukommt. Solidarität ist gut. Aber wir können nicht die ganze Welt aufnehmen! Die ausländischen Regierungen müssen endlich ihre Hausaufgaben machen! Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir Teile der Schweizer Wirtschaft, die sich nicht als Teil der Schweizer Gesellschaft sehen und aus Habgier unser Land mit Hilfe des Schneeballsystems PFZ destabilisieren, endlich an die Kandare nehmen. Aus diesen Gründen ist Ecopop eine gute Sache, welche die Lebensqualität in der Schweiz für weitere Generationen sichert.

  43. wälti roland sagt:

    Interessant, dass die Schweiz nicht erfasst, welche Fachkompetenz und warum das Land verlässt. Wäre sicher interessant zu wissen was die wahren Beweggründe sind. Es zeigt aber, dass die Abwanderung eine gewisse Grösse erreicht hat und im Rahmen der Globalisierung in alle Richtung wirkt. Rückblickend muss man akzeptieren, dass die Schweiz bis Mitte des 20. Jahrhunderts für “Fachkräfte” kein grosses Interesse weckte. Vor dieser Zeit war für eine sehr lange Dauer die Abwanderung höher als die Zuwanderung. Lustig oder?