Influencer, eh?

Typen der Konsumgesellschaft.

Wer hat hier Einfluss? Montage: Nathalie Blaser

Unlängst, meine Damen und Herren, hat mich, nachdem ich in diesem Magazin das Phänomen Fitness-Models als Lärmerscheinung einer kulturell streckenweise tief gesunkenen Gegenwart verortete, eine Dame aus dem lesenden Publikum darauf hingewiesen, dass Fitness-Models inzwischen sogar schon auf Linkedin zu finden seien. Als wäre das ein Beruf.

Und für alle, die (wie ich) darinnen ein weiteres Menetekel des Niedergangs erkennen, hätte ich hier noch einen Anhang zu unserer losen Reihe «Typen des Sozialen»: Influencer.

Und die Geschichte dazu geht folgendermassen: Ich sitze so im Flugzeug und blättere durch die «Zeit», die mir die freundliche Dame von Swiss vorher ausgehändigt hatte. Dabei stosse ich im «Zeit-Magazin» auf eine Anzeige, die eine «Zeit-Magazin-Konferenz» zum Thema «Mode & Stil» bewirbt. Und als ob dies noch nicht genug Widerspruch in sich wäre, wird die Liste der angekündigten Teilnehmer angeführt durch Siegberta Schnöseltuck (Name geändert), eine mir vollständig unbekannte Person, Berufsbezeichnung: «Stylist and Influencer» (man beachte das schicke «and»). Und ich so: Influencer? Wat is kaputt?

Durch einen seltsamen Zufall fand sich dazu passend in der «Zeit» ein ganzseitiges Porträt über Cameron Dallas, Influencer. Dazu von mir an dieser Stelle nur so viel: Bleugh!

Ich werde alt.